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Hautaerztin
Hautaerztin, Ärztin
Kategorie: Hautkrankheiten
Zufriedene Kunden: 831
Erfahrung:  Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
59970358
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Hautaerztin ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, bei mir wurde vor einigen

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
bei mir wurde vor einigen Tagen ein brauner Fleck - der innen schon zum Teil mit einen gut stecknadelkopfgroßen Schwarz-ovalen Fleck ausgekleidet war in der Kniekhehle entfernt. Der Hautarzt bestätigte meinen Verdacht auf Melanom. Jetzt warte ich auf die Histologie. Mir ist klar daß das finale Ergebnis bzw. dann die ermitteltete Eintringtiefe eine große Rolle spielt.
Wie ist das Zeichen zu werten, daß es evtl. in der Fläche nicht größer als insg. 5 mm war? Es war ferner nicht erhoben oder hat gejuckt und geblutet. Wie kann man im schlimmsten Fall behandeln? Wird in Deutschland schon mit monoklonaren Antikörpern therapiert (bzw. wäre dies auch möglich wenn Azatioprin, das wohl ein begünstiger des Melanoms ist und wegen einer CED eingenommen wird?) Dürfen sie mir eine Hautklinik in Bayern empfehlen? danke TM
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Hautkrankheiten
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

ich habe z. Zt. noch Sprechstunde, antworte Ihnen heute abend ausführlich zum Melanom.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

Hautaerztin und weitere Experten für Hautkrankheiten sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

zunächst erst einmal möchte ich Sie etwas beruhigen. Eine wichtige Weisheit zum Melanom lautet: "Die Operation ist die lebensrettende Maßnahme". Will heißen, die Entfernung des Tumors ist mit Abstand die wichtigste Maßnahme in der Behandlung des Melanoms. Diese haben Sie nun schon hinter sich gebracht.

 

Die von Ihnen angegbenen Faktoren zur Größe, fehlenden Knotenbildung, Juckreiz und Blutung sind Hinweise auf eine günstige Prognose.

In der Histologie wird die Tumordicke (nach Breslow) und die Eindringtiefe des Melanoms in die Haut (nach Clark) beurteilt und der Tumor klassifiziert.

Anschließend wird der gesamte Körper untersucht, um Metastasen aufzuspüren oder auszuschließen und danach ein Tumorstadium festgelegt.

Je nach dem festgelegten Stadium werden ggf. weitere therapeutische Maßnahme empfohlen.

 

Glücklicherweise werden Melanome heute überwiegend in den Anfangsstadien erkannt, in denen nach der Operation keine therapeutischen Maßnahmen mehr erfolgen müssen.

 

Sehr wichtig ist die regelmäßige Nachsorge nach festgelegtem Schema über 10 Jahre hinweg. So wird größtmögliche Sicherheit erlangt, um keine weiteren auffälligen Pigmentmale oder andere ungünstigen Entwicklungen wie z.B. später Metastasierung zu übersehen.

 

Ansonsten stehen mit zunehmender Tumorgröße bzw. zunehmendem Risiko zur Metastasieung zur weiteren Behandlung des Melanoms folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

 

Immuntherapie mit Interferon alpha, anwendbar als zusätzliche Therapie ab einer

Eindringtiefe des Melanoms von mehr als 2 mm

 

 

Strahlentherapie für inoperable Tumoranteile und zur palliativen Therapie bei

Metastasen u.ä.

 

für das metastasierende Melanom:

Chemotherapie in Einzel- und Kombinationschemata

Polychemoimmuntherapie, bei der Chemotherapeutika mit Zytokinen kombiniert werden.

 

Was wann eingesetzt bzw. wie in welchen Tumorstadien kombiniert wird, ist ausführlich in den Leitlinien der Fachgesellschaften beschrieben. Diese enthalten übrigens auch allgemeine Fakten zum Melanom, die ausführlichen Beschreibungen der Tumorklassifizierung, der Tumorstadien, die Empfehlungen zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen und der Nachsorge.

 

Möchten Sie hierzu genaueres wissen?

 

Monoklonale Antikörper wurden im Sommer 2011 in Deutschland zur Behandlung des fortgeschrittenen Melanoms zugelassen, wenn andere Therapien bereits absolviert worden sind. Bei einigen Patienten führten Sie zu anhaltenden Erfolgen.

 

Diesen Winter wird eine weitere neue Therapiemethode für das metastasierende Melanom eingeführt, die sogenannte "Targed Therapy", eine zielgerichtete Therapie gegen Melanomzellen, die bestimmte genetische Veränderungen aufweisen. Die Verkleinerung der Tumoren hierunter ist recht gut. Was die Verlängerung der Überlebenszeit angeht, ist noch keine deutliche Besserung nachgewiesen.

 

Soweit erst einmal der erste Teil meiner Antwort, weiter geht es morgen früh, dann auch mit einer Liste von Kliniken in Bayern.

 

Mit freundlichen Grüßen Dr. A. Hoffmann

 

Experte:  Hautaerztin hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

 

hier der zweite Teil der Antwort:

 

Zu den Monoklonalen Antikörpern:

 

In Deutschland ist sei Juli das Präparat Yervoy (Ipilimumab) zur Behandlung des metastasierten Melanoms zugelassen, wenn zuvor andere Therapien erfolgt sind.

 

Dieses "wenn" hat mit dem Preis zu tun:

Eine Infusion kostet 21 000 Euro (!), man benötigt 4 davon.

Dies hat man bei vielen teuren Medikamenten, daß zuerst die anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden müssen, bevor die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

 

Einzige Kontraindikation (d.h. es darf nicht angewendet werden bei...) ist Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

 

In dem Stadium der Erkrankung, in dem Yervoy zur Anwendung kommt, befindet man sich ohnehin im Grenzbereich zwischen Tod und Leben. Daher ist es dann immer eine Frage der zu setzenden Prioritäten, was in welcher Reihenfolge behandelt wird und was in Kauf genommen wird.

Sie können davon ausgehen, daß noch nicht viele Patienten mit CED mit Yervoy behandelt worden sind, so daß keine Studien darüber vorliegen, wie sich Yervoy auf eine CED bei Melanompatienten auswirkt.

 

In den USA wurde im August 2011 ein anderer monoklonaler Antikörper zugelassen, mit Namen Vemurafenib. Er ist hier (noch) nicht verfügbar.

 

Ich denke, daß die Frage nach den Monoklonalen Antikörpern für Sie im Moment eher von theoretischer Bedeutung beim Einholen von Informationen ist. Jedenfalls denke ich

nach Ihren Informationen nicht und wünsche es Ihnen auch nicht, daß sich diese Frage demnächst in der Praxis für Sie stellt. Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering.

 

 

Zur Frage der Empfehlungen:

 

Wir dürfen keine einzelnen geben, aber doch Aufzählungen von relevanten Anlaufstellen machen.

 

Bezüglich der Melanome würde ich zur Behandlung in einem Kompetenzzentrum einer Universitätshautklinik raten.

 

In dem Zusammenhang möchte ich Sie auf die Melanomsprechstunde der Universitätshautklinik Tübingen hinweisen, im diesem Kompetenzzentrum (Prof. Garbe, Dr. Leiter, Dr. Eigentler) laufen zahlreiche Studien. Dort gibt es eine spezielle Melanomsprechstunde für organtransplantierte und immunsupprimierte Patienten, wie es für Sie wegen des Azathioprins und der CED von Interesse wäre.

 

Sicher wäre es für Sie wegen der gleichzeitig vorliegenden CED eine sinnvolle Maßnahme, sich dort einmal ausführlich beraten zu lassen, wie Sie mit der CED am besten umgehen bzw. Sie so behandeln, daß das Risiko einer Metastasenbildung des Melanoms möglichst gering gehalten wird. Das ist ja schon eine spezielle Situation.

 

Dort könnten Sie auch nachfragen ob sich für Sie Ansätze zur Teilnahme an einer Studie ergeben, jetzt oder später.

 

www.hautklinik-tuebingen.de, Tel. 07071 - 29 837 68

www.hauttumorzentrum.de : Auf dieser Seite informiert die Hautklinik Tübingen über durchgeführte Studien.

 

In Bayern haben Sie:

 

Melanomsprechstunde an der Universitätshautklinik Erlangen, www.derma.med.uni-erlangen.de, Tel. 09131 - 85 357 49.

 

Onkologische Sprechstunde an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der LMU München, www.derma.klinikum.uni-muenchen.de, Tel 089 -

5160 6325.

 

Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Klinikum Rechts der Isar der Technischen Universität München, Biedersteiner Str. 59, München

 

Hautkrebszentrum der Hautklinik an der Universität Würzburg, www.hautklinik.uk-wuerzburg.de

 

Onkologie in der Hautklinik der Universität Regensburg, www.uniklinikum-regensburg.de.

 

und auch das

 

Hauttumorzentrum Nürnberg an der Hautklinik im Klinikum Nürnberg-Nord, www.klinikum-nuernberg.de, Tel. 0911 - 398 2486.

 

 

Auf www.hautkrebs.de finden Sie Allgemeine Informationen zum Melanom, Arten, Behandlung und vorbeugende Maßnahmen.

 

 

Alles Gute und freundliche Grüße Dr. A. Hoffmann

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Diese Antwort ersetzt nicht die Konsultation beim Arzt vor Ort.

 

 

 

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