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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechsanwalt
Kategorie: Grundstücksrecht
Zufriedene Kunden: 5874
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
88853042
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Hallo, ich hoffe hier kann mir jemand ein kleines Stück

Beantwortete Frage:

Hallo, ich hoffe hier kann mir jemand ein kleines Stück weiterhelfen.
Wir wohnen am Feldrand eines kleinen Ortes. Das Baugebiet existiert ungefähr seit Ende der 60'er Jahre und liegt in Hanglage. Wir sind das letzte Haus/Grundstück zum Feld hin und hatten Ende August das Problem, dass eine Schlammlawine durch unseren Garten und unser Haus geflossen ist uns dementsprechenden Schaden angerichtet hat.
Zwischen der Ackerfläche und unserem Grundstück befindet sich noch ein ca. 50cm breiter Streifen welcher der Gemeinde gehört. Dies ist kein Weg, sondern einfach nur ein Grünstreifen, den jeder angrenzende Anwohner selbstständig mit dem Rasenmäher pflegt. Grundsätzlich ja auch kein Problem.
Durch die Lage am Hang ist das Erdreich einer ständigen Erosion ausgesetzt, sodass über die Jahre das Niveau des Ackers und aber auch des Grünstreifens der Gemeinde im Verhältnis zum Grunsstücksniveau (Garten) immer weiter angestiegen ist. Die Einfriedigung der Grundstücke (unseres und auch das der Nachbarn), bestand aus eine Grundstücksmauer, die ursprünglich ca. eine halben Meter aus dem Erdreich ragte. Über die Zeit verschwanden diese Mauern immer mehr durch die Anhäufung der Erde seitens des Feldes. Bis zu dem besagten Freitag im August, wo die Massen innerhalb kurzes Zeit so immens waren, dass die Mauern komplett zugeschwemmt und überspült wurden und es dann zur Überschwemmung der Grundstücke kam.
Da es hier natürlich starke Diskussionen gibt, wer denn nun schlussendlich für den entstandenen Schaden aufkommen sollte bzw. welche Maßnahmen durch wen zu treffen sind um für die Zukunft gewappnet zu sein, würde mich zunächst einmal interessieren welchen Sinn dieser 50 cm Grünstreifen zwischen Wohngrundstück und landwirtschaftlicher Fläche hat. Vor allem möchte ich aber auch wissen, welche Pflichten der Grundstückseigentümer (Gemeinde) über die Jahre versäumt hat. Dieser zeiht sich meiner Meinung nach sehr leicht aus der Affaire, indem er sagt er wäre die unsachgemäße Bepflanzung des Landwirts schuld an dem Dilemma. Dieser wiederum beruft sich bei dem Starkregen auf die folgen von höherer Gewalt, obwohl es für unsere Region eine nachweisbare Wetterwarnung des DWD gab.
Alle in allem kann es doch nicht rechtens sein, dass alle nur mit den Schultern zucken, und wir, die den Schaden sowieso schon haben, jetzt auch noch dafür zuständig sein sollen um präventiv außerhalb des Grundstücks tätig zu werden. Zumal wir das ja rein rechtlich gar nicht dürfen, oder?
Über eine fundierte Rückantwort würde ich mich sehr freuen
MFG
N. Conradi
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Grundstücksrecht
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

es freut mich, dass Sie sich für die Nutzung von JustAnswer entschieden haben.

Ich bin Rechtsanwalt Dr. Traub und würde Ihnen gerne bei Ihrem Anliegen weiter helfen.

Bitte haben Sie ein wenig Geduld, während ich mich mit Ihrer Fragestellung befasse.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

Prinzipiell gilt einmal der Grundsatz, dass jeder Eigentümer eines Grundstücks dafür Sorge zu tragen hat, dass von seinem Grundstück kein Schaden für die Nachbargrundstücke entsteht.

Dies gilt auch im Vorbeugenden für starke Regenfälle, Stürme etc.

Treten Schäden durch das Nachbargrundstück ein, so haftet der Eigentümer, von welchem das Schadensereignis ausging ggü. dem geschädigten u.a. nach § 823 BGB.

Dies gilt auch bei Schäden bei Starkregen.

In diesem Fall trifft den Eigentümer eines Grundstücks (hier den Eigentümer des Ackerlands) die Verpflichtung, vorbeugend tätig zu werden und auch solch ein Ereignis durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld abzusichern. Dies gilt erst recht, wenn über die Jahre ein Absenken der Flächen statt gefunden hat und das "ungeschützte" Ackerland über Gärten ragt.

Wurde hier nichts vorbeugendes unternommen, kann zumindest von Fahrlässigkeit ausgegangen werden (Verkehrssicherungspflicht des Eigentümers und ggf. Pächters).

Ihr Anspruchsgegner, gegen den die Chance eins Schadensersatzes durchaus wahrscheinlich ist, ist der Eigentümer des Ackerlandes.

Die Gemeinde mit Ihren schmalen Grundstück sehe ich eher nicht in der Pflicht. Maßgeblich ist nämlich, dass von deren Grundstück kein Schaden ausging.

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

waren meine Ausführungen informativ bzw. haben diese Ihnen weitergeholfen? Haben Sie noch Rückfragen bzw. kann ich Ihnen sonst noch irgendwie weiter helfen?

Sofern ich Ihre Frage beantworten konnte bitte ich freundlichst um die Abgabe einer positiven Bewertung Ihrerseits (anklicken von mind. 3 Bewertungssternen).

Hierdurch entstehen Ihnen keine Zusatzkosten. Insbesondere hat dies keinen Einfluss auf die bereits an das Portal geleistete Zahlung.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Hallo und vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das sind schon mal wichtige Dinge. Also macht es eigentlich keinen Sinn einen Streit mit der Gemeinde zu beginnen, da diese sich auf den o.g. Passus berufen wird?
Da die benannte bewirtschaftet Ackerfläche aus insgesamt sieben Grundstücksstreifen besteht, die über die gesamte Feldbreite übereinanderliegend verlaufen wird es sicherlich schwierig hier immer in Richtung der Eigentümer zu argumentieren. Da wird sich im dümmsten Fall jeder auf den nächsten berufen. Der Landwirt allerdings ist alleinig der Pächter dieser einzelnen Parzellen. Ist er dann der primäre Ansprechpartner? Die Eigentümer sind hier auch nicht ortsansässig und mit der aktuellen Situation wohl nicht vertraut.
Gibt es hier irgendwelche Unterschiede zu der Rechtslage für die Landwirtschaft? Prallen hier eventuell zwei Welten aufeinander, oder sind hier rechtliche Grundlagen 1:1 anwendbar, vergleichbar?Danke nochmal
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

gerne.

Ein Streit mit der Gemeinde ist nur von einer sehr geringen Erfolgswahrscheinlichkeit gekrönt. Ich sehe hier keinen Ansatzpunkt.

Durch die diversen Eigentümer kann auch hier ein geltend zu machender Schadensersatz schwierig werden, da in der Tat jeder sich auf den Standpunkt stellen wird, dass der Schaden nicht von seinem Feld ausging.

Allerdings kann ein Gutachter hier im Ernstfall sicherlich darlegen, dass von allen Feldern das Erdreich hin zu Ihrem Garten abgerutscht ist.

Die von mir getätigten Ausführungen gelten auch für Ackerland und Landwirtschaftsflächen.

Ob der Pächter hier haftet, wäre noch genauer zu prüfen. Auszuschließen ist auch dies nicht, wenn er die Eigentümer nicht über die Notwendigkeit einer Sicherung der Felder zu den Nachbargrundstücken hingewiesen hat.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Hätten sie vielleicht noch eine Info zum letzten Teil meiner ursprünglichen Frage bezogen auf den grundsätzlichen Sinn diese Gemeindestreifens, wenn es denn einen gibt. Aber eigentlich kann einer Gemeinde nicht daran gelegen sein bei der Neuerschließung eines Baugebiets noch einen schmalen Streifen zu besitzen, der über mehrere Hundert Meter entlang des Wohngebiets läuft und um den sie sich ja normalerweise ja auch irgendwie kümmern muss.
Da wär dann noch der nächste wichtige Punkt, nämlich grundsätzlich die Pflichten der Gemeinde für diesen Grünstreifen. Die Anwohner mähen hier immer selbstständig, "weil das schon immer so war"..... Hat die Gemeinde hier nicht normalerwiese die Pflicht sich um diesen Grünstreifen zu kümmern, und beispielsweise ein Überwachsen in die Wohngrundstücke zu verhindern. Aufgrund der Feldrandlage und der Landwirtschaft wächst hier eben auch einiges und einiges was man auch nicht in seinem Garten haben möchte.Und nochmal danke, ***** ***** brauche hier auch ein bisschen Hintergrund Wissen. Das erleichtert die Diskussionen.
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

es gibt regelmäßig keinen Sinn in dem vorgehaltenen Grünstreifen.

Die entsprechende Einteilung ergibt sich bei der Ausweisung der Flächen über die Behörde bzgl. der konkreten Flächen.

Die Fläche von der Gemeinde wurde eben von niemanden gekauft bzw. stand nicht zum Verkauf.

Die Gemeinde ist selbstverständlich auch für die Pflege dieses Stückes verantwortlich. Wenn dies ein angrenzender Eigentümer tut, kommt dies der Gemeinde zugute.

Die "Pflegepflicht" trifft die Gemeinde.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Ok, danke ***** ***** würde gerne die Konversation noch einen Moment offen halten. Eventuell ergibt sich ja noch
die ein oder andere Frage. Wäre das ok?
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

Sie können eine positive Bewertung abgeben.

Die Konversation wird nicht geschlossen. Ich werde die Fragebox offen halten.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

Dr. Holger Traub und weitere Experten für Grundstücksrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.