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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Grundstücksrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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RAScholz ist jetzt online.

Hallo, wir haben auf unserer Grundst cksgrenze eine Hecke

Kundenfrage

Hallo,

wir haben auf unserer Grundstücksgrenze eine Hecke als Abgrenzung und Sichtschutz zu den Nachbargrundstücken gepflanzt (der Grenzverlauf ist hinter der Hecke). Diese Hecke ist schon vor ca. 8 Jahren gepflanzt worden und ca. 1,70 m hoch. Nun hat einer unserer Nachbarn ohne uns zu fragen, diese Hecke auf einer Länge von ca. 10 m um ca. 30 cm gekürzt und diese damit sehr beschädigt. Wir möchten das nicht hinnehmen, da nun sowohl der Sichtschutz zum Nachbarn als auch zur Strasse und zusätzlich unsere Hecke stark beeinträchtigt wurde.
Wie hoch darf eine Hecke an der Grundstücksgrenze sein? Wie schaut die rechtliche Situation in so einen Fall aus? Welche Möglichkeiten gibt es nun für uns, um sowohl den alten Zustand wieder herzustellen als auch den Nachbarn zur Einsicht zu bewegen, dass er das nicht machen kann? Vielen Dank.
Gepostet: vor 7 Jahren.
Kategorie: Grundstücksrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

eigenmächtig durfte der Nachbar Ihre Hecke nicht entfernen.

Allerdings gelten bestimmte Mindesabstände zur Grundstücksgrenze, die nicht unterschritten werden dürfen. Hier gelten auch landesrechtliche Bestimmungen, aus denen der Nachbar das Zurückschneiden oder das Entfernen fordern darf. Der Anspruch, eine Hecke zurückzuschneiden, dürfte nach keiner landesgesetzlichen Regelung verjähren, so dass Ihr Nachbar ggf. das Zurückschneiden der Hecke auch nach acht Jahren wird fordern dürfen. Zu beachten ist wiederum, dass in der Regel in der Zeit von März bis September der Nachbar ein Zurückschneiden nicht fordern darf.

Wenn Ihr Nachbar keinen Überhang auf seinem Grundstück abgeschnitten hat, sondern auf Ihrem Grundstück Ihre Hecke beschnitten hat, dürfte sich der Nachbar der Sachbeschädigung und des Hausfriedensbruches strafbar gemacht haben, was wiederum einen Schadensersatzanspruch für Sie auslöst. Wenn Sie hier einen in Geld meßbaren Schaden vortragen können, können Sie diesen daher vom Nachbarn ersetzt verlagen.

Mit dem Rückschnitt hat Ihr Nachbar vollendete Tatsachen geschaffen. Was Sie jetzt im außergerichtlichen Bereich tun können, ist, ihm zu untersagen, nochmals Ihr Grundstück zu betreten. Sie können den Vorfall auch zur Anzeige bringen, wobei beide Maßnahmen vor dem Hintergrund des nachbarschaftlichen Verhältnisses wohl überlegt sein will.

Es wäre hilfreich, wenn Sie mir mitteilten, in welchem Bundesland Sie wohnen, damit ich die Rechtslage wegen der Grenzabstände mitteilen, so dass für Sie klar ist, welche Grenzabstände gelten.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz, RA
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Scholz,
vielen Dank für Ihre Antwort. Das Grundstück liegt in Oberbayern. Der Nachbar hat nicht den Überhang beschnitten sondern die Hecke auf unserer Seite der Grundstücksgrenze gekürzt, um eine bessere Aussicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Meier
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

dann gilt hinsichtlich der Strafbarkeit und eines eventuellen Schadensersatzanspruches das Gesagte. Ihr Nachbar durfte die Hecke nicht eigenmächtig zurückschneiden. Wie gesagt können Sie hier Anzeige bzw. Strafantrag stellen. Zivilrechtlich können Sie dem Nachbar das Betreten des Grundstücks untersagen und den Unterlassungsanspruch im nochmaligen Falle gerichtlich durchsetzen.

In Bayern kann der Nachbar die Einhaltung eines Grenzabstandes bei Hecken bis 2m Höhe von einem halben Meter fordern. Aber auch ein unterschreiten würde den Nachbar nicht zu Selbstvornahme berechtigen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz, RA
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihnen die Antwort weitergeholfen hat, bitte ich um Akzeptierung der Antwort, damit eine Abrechnung erfolgen kann. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA
RAScholz und weitere Experten für Grundstücksrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Herr Scholz,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie hat mir weitergeholfen. Ich habe das System hier heute zum ersten Mal genutzt und habe nicht bemerkt, dass man "akzeptieren" muss, um den Vorgang abzuschliessen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Meier
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 7 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Akzeptierung. Im Übrigen noch eine angenehme Woche.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Scholz, RA