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rebuero24, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 3239
Erfahrung:  Tätigkeit als Rechtsanwalt und Mediator im Familienrecht
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Nach einem langen Sorgerechtsstreit (2Jahre), hat das Heidelberger

Diese Antwort wurde bewertet:

Nach einem langen Sorgerechtsstreit (2Jahre), hat das Heidelberger Gericht nun entschieden, dass das Kind beider der Mutter in Deutschland bleibt und auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. ( Strafverfahren gegen den Vater wegen häuslicher Gewalt, nachweislich, und eventuellem Kindesmissbrauch sind noch anhängig.)
Das Kind ist 6Jahre alt, lebt seit 4Jahren beständig in Deutschland und ist in New York geboren.
Der Vater ist Amerikaner, hat in New York als Investment Banker gearbeitet und lebt
seit ca.6 Monaten in Puerto Rico.
Er hat ca. 2 Jahre keinen Kontakt zu dem Kind gehabt. Hatte eine zeitlang eine Umgangssperre und danach teilweise eingeschränkte Umgangskontakte , die er nicht wahrgenommen hat. Er hatte von uns Geld gefordert, er würde dass Kind dann auch in Deutschland lassen und das genehmigen. Er hat dann wieder Umgangskontakte eingefordert, diese auch bekommen. Er hat Anträge auf das alleinige Sorgerecht und
Aufenthaltsbestimmungsrecht gestellt, mit der Begründung er sei besser für das Kind geeignet , da das familiäre Umfeld kindswohlgefährdend sei. Das familiäre Umfeld und
die Mutter würden das Kind gegen ihn aufhetzen. Auch wolle er lieber, dass das Kind in einer Pflegefamilie lebe. Er ist es , der die sehr negative Einstellung zur Familie lebt und gedroht hat, die Familie zu zerstören etc..Gutachter glauben ihm sogar. Die Anträge wurden gestern trotzdem abgelehnt. Er ist fast vierzig Jahre alt hat in Puerto Rico eine Einzimmerwohnnung und das Kind in eine dortige Schule angemeldet. Das weiss das Gericht. Er hat nun unbegleiteten Umgang bekommen und darf das Kind Ostern für 14 Tage
nach Puerto Rico mitnehmen. Er hatte auch schon mit Entführung gedroht. Das Gericht
glaubt, das er dass nicht tut. Vereinbarungen wollte er nicht treffen.
Wir haben Angst, dass er in Amerika das alleinige Sorgerecht hat und wir das Kind, wenn er es mitnimmt, nie wieder sehen.
Der Prozess war in Heidelberg. Das Kind lebt jetzt seit einem Jahr in Essen.
Was können wir tun. In Heidelberg brauchen wir keine Anträge mehr einreichen, die sind uns nicht wohlgesonnen. Können wir etwas in Essen unternehmen?
Mit freundlichen Grüssen
G.A.

Sehr geehrter Fragesteller,

nach einem Jahr Aufenthalt in Essen dürfte mittlerweile der gewöhnliche Aufenthaltsort auch in Essen sein, so das das Familiengericht in Heidelberg nicht mehr zuständig ist und hier sie sich sodann an das Familiengericht in Essen wenden müssten.

Grundsätzlich ist dem Kindesvater ein Umgang zuzugestehen, wenn hieraus keine Gefahr für das Kindeswohl hervorgeht und der Umgang auch regelmäßig durchgeführt wird.

Sofern Sie darstellen, dass die Gefahr einer Entführung gedroht, so müsste ein entsprechender Antrag auf Aussetzung des Umgangs beim Familiengericht in Essen mit dem Ziel gestellt werden, dass der Umgang zu Ostern nicht stattfindet.

Meines Erachtens wäre es auch problematisch, hier den Umgang so über einen langen Zeitraum sofort zu gewähren, wenn, so wie Sie ausführen, die Kontakte in der Vergangenheit mit dem Vater so gut wie nicht stattgefunden haben und gegebenenfalls das Kind den Vater überhaupt nicht mehr kennt. Dann müsste der Umgang es langsam wieder angebahnt werden.

Auch die Anmeldung an einer Schule in Porto Rico ist äußerst problematisch und sollte dem Gericht vorgelegt werden.

Gegebenenfalls sollten Sie bis Ostern eine einstweilige Anordnung durch das erstinstanzliche Gericht herleiten und, bei Ablehnung des Antrags diese Entscheidung durch das zweitinstanzliche Gericht überprüfen lassen.

Ich empfehle Ihnen hierzu auch die Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe, da dies die Erfolgsaussichten in jedem Fall steigern dürfte.

Ich hoffe, dass ich ihre Frage zunächst hilfreich beantwortet habe und stehen gerne weiterhin zur Verfügung.

Über eine anschließende positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Vielen Dank ***** ***** wann ist das Heidelberger Gericht nicht mehr zuständig. Muss erst die Berufung abgewartet werden,
bis neue Anträge an das Essener Gericht gestellt werden. Kann das OLG, alles wieder an das Heidelberger Gericht zurück-
geben und alles geht wieder von vorne los? ( Gutachten etc.)
Mit freundlichen Grüssen
G.A.

Sehr geehrter Fragesteller,

Sofern das Gericht in Heidelberg in der Sache entschieden hat, ist das Verfahren vor dem Heidelberger Gericht zunächst abgeschlossen. Die Beschwerdeinstanz wäre dann das zuständige Oberlandesgericht. Voraussetzung ist allerdings, dass eine der Parteien entsprechende Beschwerde einlegt. Dann würde der Rechtsstreit weiter vor dem Oberlandesgericht verhandelt werden und wäre insofern anderweitig rechtshängig, so das ein Rechtsstreit in der gleichen Angelegenheit vor dem Amtsgericht in Essen unzulässig wäre.

Ist die Beschwerdefrist abgelaufen, ist das gesamte Verfahren erledigt.

Rein theoretisch wäre es vorstellbar, dass das Oberlandesgericht den Rechtsstreit zurück eines Heidelberger Familiengericht weist, was allerdings eher selten vorkommt, da meistens eine entsprechende Entscheidung in der Sache auch durch das Oberlandesgericht ergeht.

Nicht umfasst ist ein neuer Rechtsstreit, wenn es zum Beispiel aufgrund von neuer Tatsachen zu einer anderen Beurteilung der Rechtslage kommt, zum Beispiel wenn die Aussetzung des Umgangs beantragt wird. Dann könnte gegebenenfalls das Essener Amtsgericht bereits jetzt zuständig sein.

Ich hoffe, auch ihre Nachfrage hilfreich beantwortet zu haben und freue mich über ihre positive Bewertung.

Viele Grüße

Christian Joachim
Rechtsanwalt

rebuero24 und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 1 Monat.
Gibt es einen Paragrafen, der , wenn eine Gefährdung der Kindesentführung besteht, den Umgang einschränkt?
Und gibt es Urteile, Beispiele, die eine solche Einschränkung begründet haben.
Mit freundlichen Grüssen
G.A.

Vielen Dank für Ihre positive Bewertung und ihre weitere Nachfrage, dich gerne beantworte.

Direkte Urteile sind natürlich immer schwierig auf einen Fall zu projizieren, der so in Gänze noch nicht feststeht. Gerade Kindesumgangssachen und Kindeswohlangelegenheiten ist immer auf den Einzelfall abzustellen, so wie auch bei Ihnen.

Die Gerichte räumen allerdings zunächst eine Neutralität der Eltern dahingehend ein, als dass beide für das Kindeswohl das Beste wollen und das Kind nicht schädigen.

Etwas anderes dürfte nur dann gelten, wenn sich aus den zu Grunde liegenden Tatsachen etwas anderes, insbesondere eine Gefährdung des Kindeswohls ergibt.

Aus diesem Grund hat zum Beispiel das OLG Brandenburg 9 UF 165/02 entschieden, dass alleine die Herkunft eines Elternteils, zum Beispiel aus einem muslimischen Staat nicht automatisch dafür spricht, dass eine Entführungsgefahr besteht.

Andererseits hat das Amtsgericht AG Heidenheim FamFR 2013,478 dargestellt, wer zum Beispiel die deutsche Sprache nicht sicher beherrscht und nicht gut integriert ist, mit einer Umgangsbeschränkung leben muss.

Auch im vorliegenden Fall würde ich es für möglicherweise erforderlich halten, eine Umgangsbeschränkung vorzunehmen, da in keiner Weise ein sozialer Kontakt, so wie Sie es dargestellt haben, zwischen Vater und Kind besteht und meines Erachtens eine 14-tägige Reise, sodann auch noch in eine völlig unbekannte Region für ein sechsjähriges Kind zu viel sein dürfte und es überfordern würde.

Daher sollte gegebenenfalls insbesondere gegen diesen Umgangsbeschluss vorgegangen werden.

Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung,

Viele Grüße

Christian Joachim

Rechtsanwalt