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RHGAnwalt, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 452
Erfahrung:  Dipl. Forstwirt (univ.) Mediator Fachanwalt für Familienrecht Systemischer Berater
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Guten Tag,meine Frage beläuft sich auf mein Unterhaltsrecht.

Beantwortete Frage:

Guten Tag,meine Frage beläuft sich auf mein Unterhaltsrecht. Ich bin 22 Jahre alt und habe keinen Kontakt bzw nur strittigen mit meiner Mutter. 2013 gab es eine gerichtliche Verordnung über den Unterhalt meiner beider Elternteile. Ich lebte bei keinem von beiden, stattdessen bei den Großeltern. Meine Mutter allerdings hat die Unterhaltszahlungen bis heute unterlassen, ich habe nie nur einen Cent gesehen. Kann ich diesen mir zustehenden Unterhalt heute noch rückwirkend geltend machen? Danke ***** ***** Grüßen C.Schäfer
Gepostet: vor 1 Monat.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  RHGAnwalt hat geantwortet vor 1 Monat.

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage.

Soweit im Jahre 2013 der Unterhalt für Sie gerichtlich festgesetzt wurde, können Sie die aufgelaufenen Unterhaltsrückstände im Rahmen der Zwangsvollstreckung ebenso geltend machen wie die laufenden Unterhaltsbeträge.

Allerdings müssen Sie beachten, dass Vollstreckungen aus Rückständen, die älter als ein Jahr sind, unter Umständen nicht mehr realisiert werden könnten:

Dies hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Fall entschieden, in welchem sich ein Vater bereits im Jahre 2002 gegenüber seinem Kind zur Zahlung von Kindesunterhalt verpflichtet hatte und hierüber beim Jugendamt eine Urkunde erstellen ließ.

Das OLG ließ im Falle von Unterhaltsforderungen bereits ein Jahr der Untätigkeit für eine Verwirkung genügen. Es führte aus, dass von einem Unterhaltsberechtigten, der lebensnotwenig auf die Leistungen angewiesen sei, erwartet werden könne, dass er diese auch zeitnah durchsetzt. Bleibt er jedoch mehr als ein Jahr untätig, muss der Verpflichtete nicht mehr damit rechnen, dass die Beträge noch nachgefordert werden. Andernfalls könne sich über die Jahre eine erdrückende Schuldenlast ergeben, die vom Verpflichteten niemals mehr erfüllt werden kann.

Etwas anderes gilt – so das OLG – nur dann, wenn im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage des Schuldners Vollstreckungsversuche aller Voraussicht nach ohnehin erfolgslos gewesen wären. Dann kann vom Berechtigten nicht verlangt werden, dass er gleichwohl die Zwangsvollstreckung einleitet. Vielmehr kann ein aufgelaufener Unterhaltsrückstand dann auch noch Jahre später geltend gemacht werden.

(OLG Hamm, Beschluss v. 13.05.2013, 2 WF 82/13).

Herzlichst Ihr

Roland Hoheisel-Gruler

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Familienrecht

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