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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 27021
Erfahrung:  Fachanwalt für Familienrecht über 16 Jahre Berufserfahrung
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RASchiessl ist jetzt online.

Ich nutze dieses Portal hin und wieder, um mir meines

Beantwortete Frage:

Ich nutze dieses Portal hin und wieder, um mir im Rechtsstreit meines Lebensgefährten mit seiner Exfrau eine unabhängige Meinung einzuholen.
Mein Lebensgefährte lebt seit dem 01.01.17 in Trennung zu seiner Exfrau und hat mit ihr gemeinsam 2 Kinder (4 und 5 Jahre alt) Nachdem die Kinder zunächst in gegenseitigem Einvernehmen bei ihm bleiben sollten und sie diese nur an 2 Wochentagen nachmittags, zwischen 14-19 (nach der KiTa) betreuen wollte, kam auf ihren Wunsch im Laufe des Jahres eine Übernachtung am Wochenende (im Wechsel entweder Freitag auf Samstag oder Samstag auf Sonntag) hinzu. Der Vater betreut die Kinder am jeweils anderen Wochenendtag und an ebenfalls 2 Nachmittagen in der Woche. An 2 Nachmittagen betreut die Oma (väterlicherseits) die Kinder. Wohnhaft sind die Kinder nach wie vor beim Vater und schlafen da.
Nach kurzer Zeit hat die Exfrau Ehegatten-Unterhalt, sowie die Auszahlung des Kindergeldes verlangt, da sie ja "auch Kosten für die Kinder habe und ein Wechselmodell vorliege". Die Unterhaltsforderung wurde abgelehnt. Nach weiterem Bestehen auf diese Forderung hat mein Lebensgefährte den Unterhalt nicht nur abgelehnt, sondern seinerseits Ansprüche auf Kindesunterhalt angemeldet, da lt. ihm und seiner Anwältin das Wechselmodell nicht gegeben ist. Auch werden sämtliche Kosten (Kindergarten, Kleidung etc) von ihm geleistet.
Die Antwort kam prompt: die Ex-Frau wollte daraufhin, dass die Kinder nun doch bei ihr wohnen. Dies hat mein Lebensgefährte abgelehnt. Zum einen, um den Kindern nicht ihre gewohnte Umgebung zu nehmen, zum anderen, weil ihre derzeitige Wohnung nur 45 qm groß ist, seine im Gegensatz dazu 104 qm. Ein dritter Aspekt ist, dass sie sich in den vergangenen 5 Jahren auf Grund einer diagnosizierten bipolaren Störung und Depression nicht um die Kinder alleine kümmern konnte und aus diesem Grund auch mind. 1 Jahr krank geschrieben war.
Nun hat mein Lebensgefährte eine Anklageschrift erhalten, in der mitgeteilt wird, dass die Kinder bei der Antragsstellerin leben müssen, da sie bei meinem Lebensgefährten verwahrlosen. Sie führt als Beweis dazu an, dass die Kinder ihr häufig dreckig übergeben warden, jedoch übernimmt Sie die Kinder ja nach ca 6 Stunden Spielzeit aus der KiTa. Da liegt es nicht in seiner Macht 2 saubere Kinder zu übergeben. Zum anderen führt sie an, dass die Kinder an einem Tag ihre Jeans über die Schlafanzughose gezogen haben. Das war tatsächlich der Fall, kam aber nur an einem Tag vor, seither werden beide Kinder "kontrolliert" bevor sie morgens aus dem Haus gehen. Darüber hinaus hat sie, wohl auf Grund und seit Beginn Ihrer Störung vor 8 Jahren, den Eindruck, mein Lebensgefährte sei aggressive und gewalttätig. Und so wirft sie ihm in der Anlageschrift vor, er habe mehrfach Möbel in ihrer Gegenwart und der Gegenwart der Kinder zerstört und würde die Kinder grundlos anschreien. Hierfür gibt es nach meinen Beobachtungen und auch nach Aussagen seiner Freunde und Familie keinen Grund.
Nun meine Fragen:
Wie kann man sich gegen falsche Beschuldigungen, wie z.B. in dieser Anlageschrift, wehren. Man kann ja nicht beweisen, dass man noch keine Möbelstücke zertrümmert hat?
Dazu kommt, dass die Kinder offenbar massiv beeinflusst werden, so hat mir der Vierjährige vor einer Woche erzählt, dass sein Vater nie Reden und immer nur Schimpfen würde und dass das ganz schlecht sein. Als ich ihn fragte, wie er darauf kommt, sagte er, das habe ihm seine Mama und ihr Lebensgefährte gesagt und er sole das sagen.
Wie ist jetzt der weitere Verlauf in einem solchen Rechtsstreit? Was sind die nächsten Schritte? Im Internet habe ich gelesen, dass auch die Kinder befragt werden. Wie können wir uns hier vor solchen "eingetrichterten Aussagen" schützen?
Und noch eine dritte Frage: Im Internet wird behauptet, dass unabhängig von den Tatsachen immer noch Mütter bevorzugt werden und 92 % der Rechtstreitereien pauschal zu Gunsten der Mutter entschieden werden und Väter benachteiligt werden. Was halten Sie von solchen Aussagen?
Gepostet: vor 27 Tagen.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 27 Tagen.

Sehr geehrte Ratsuchende,

haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zivilrechtlich wehren Sie sich gegen die Vorwürfe in der Antragsschrift durch einfaches Bestreiten. Nicht Ihr Lebensgefährte sondern die Exfrau ist beweispflichtig für die vorgetragenen Behauptungen. Also die Exfrau muss beweisen, dass Ihr Partner die Möbel zertrümmert hat. Diesen Beweis wird sie nicht führen können.

Der Verfahrensgang wird einmal so sein, dass der Richter die Kinder unter 4 Augen befragen wird. Familienrichter sind hierauf besonders geschult zu erkennen, was die Kinder von sich aus sagen und was ihnen von den Elternteilen eingetrichtert und vorgegeben wurde. In schwierigen Fällen kann der Richter zur Klärung einen Gutachter hinzuziehen. Weiterhin wird auch das Jugendamt am Verfahren beteiligt. Das Jugendamt wird sich ein Bild von beiden Eltern machen (Gespräch, eventuell Hausbesuch) und dies dann dem Gericht mitteilen.

Eine pauschale Aussage dass die Kinder immer zu den Müttern kommen ist unrichtig. Ausschlaggebend ist für das Gericht immer das Kindeswohl, also bei welchem Elternteil die Kinder besser aufgehoben sind. Wenn die Kinder sich bereits bei Ihrem Partner und Ihnen aufhalten, die Mutter unter einer bipolaren Störung und Depression leidet, dann sind das ganz massive Punkte die für einen Verbleib der Kinder bei Ihrem Partner sprechen.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl

Fachanwalt für Familienrecht

RASchiessl und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.