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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 26017
Erfahrung:  Fachanwalt für Familienrecht über 16 Jahre Berufserfahrung
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RASchiessl ist jetzt online.

Wieso werden im Unterhaltsrecht Einzelunternehmen ( Bilanzgewinn

Kundenfrage

Wieso werden im Unterhaltsrecht Einzelunternehmen ( Bilanzgewinn ) und GmbH ( Geschäftsführergehalt zzgl. Ausschüttungen ) vollkommen unterschiedlich behandelt ?
Im konkreten Fall hat die unterschiedliche Behandlungsweise zur Folge, dass der berechnete Unterhalt nach der Umwandlung in eine GmbH weniger als halb so hoch ist, als wenn das Einzelunternehmen fortgeführt worden wäre, obwohl die Geschäftsdaten wie Umsatz, Rohertrag, Liquidität etc. praktisch unverändert geblieben sind.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bestand denn ein Anlass das Einzelunternehmen in eine GmbH umzuwandeln?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Der Gewinn der Einzelfirma nach Steuern wurde wegen Wachstums und damit verbundenem Aufbau des Warenbestandes in den letzten zehn Jahren nur zu knapp zwei Dritteln entnommen. Eine Berechnung des Unterhalts nach dem Bilanzgewinn würde den Unternehmer daher in etwa einem Jahr insolvent gehen lassen. Zumal er in einer selbstgenutzten Immobilie wohnt, die derzeit seine einzige Alterssicherung darstellt und der Wohnwert einkommenserhöhend wirkt.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Ergänzung.

Einzelunternehmen und GmbH-Einkünfte werden aus dem Grund unterschiedlich behandelt, weil es sich einfach um zwei unterschiedliche Einkunftsarten handelt.

Gehalt des Geschäftsführers handelt es sich um Einkünfte aus nichtsselbständiger Tätigkeit, bei den Einkünften aus der Einzelfirma um Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit beziehungsweise aus Gewerbebetrieb.

Bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit spielt natürlich der Zustand der GmbH (Warenbestand,...) nur eine untergeordnete Rolle.

Die Frage die sich in Ihrem Falle also stellt ist also nicht die ob die Berechnungsweise stimmt, sondern ob der Unterhaltspflichtige in unterhaltsrechtlicher Hinsicht die rechtliche Form seiner Firma verändern durfte oder ob er sich damit unterhaltsbezogen leichtfertig verhalten hatte.

Wenn der Unterhaltsverpflichtete die Geschäftsform nur deshalb verändert hat um den Unterhalt zu drücken, dann wird er so behandelt als wäre er weiterhin Inhaber einer Einzelfirma und wird dann verpflichtet (fiktiv) den Unterhalt in seiner alten Höhe weiter zu bezahlen.

Wenn es aber für die Änderung der Rechtsform einen trifftigen Grund gabe (Haftungsbeschränkung, Erleichterung in der Geschäftsführung,...), es also sinnvoll war die Rechtsform zu ändern, dann ist natürlich das neue Geschäftsführergehalt mit den entsprechenden Ausschüttungen zugrunde zu legen.




Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Die unterschiedlichen Betrachtungsweisen leuchten mir offengestanden nicht ein. Beim Einzelunternehmen wird der Bilanzgewinn genommen ( der nichts mit der Liquidität zu tun hat, also mit dem verfügbaren Geld für den privaten Verbrauch ), bei der GmbH wird jedoch auf Basis der Liquidität ( Gehalt, Ausschüttungen etc.pp.) gerechnet. Wird der etwa acht Jahre zu zahlende Unterhalt auf Basis des Gewinns der Einzelfirma berechnet, so bin ich insolvent. Weder die Firma noch ich verfügen über nennenswerte Barmittel. Durch die Trennung von meiner Person und meiner Firma ( als GmbH ) kann ich die GmbH solange zu den nötigen Ausschüttungen zwingen, bis diese zahlungsunfähig wird. Dann bin ich zwar meinen Job los, aber meine Rente bleibt mir.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es tut mir leid, aber solange Sie die Firma als Einzelunternehmen betrieben haben oder betreiben, wird als Einkommen der Gewinn herangezogen.

Sie müssen aber auch wissen, dass die Unterhaltsberechnung eine Prognose in die Zukunft ist. Wenn Sie also die Rechtsform der Firma mit trifftigen Gründen ändern und Sie nur noch ein Geschäftsführergehalt und Ausschüttungen erhalten, dann wird dies der Unterhaltsberechnung zugrunde zu legen sein.

Wir von mir angesprochen kann bereits die Haftungsbegrenzung ein wichtiger Grund sein.




Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn nein, so möchte ich Sie höflich bitten, mich zu bewerten und dadurch meine Arbeit zu honorieren


Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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