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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten abend, mein Sohn lebt in Trennung und hat nächste

Kundenfrage

Guten abend,

mein Sohn lebt in Trennung und hat nächste Woche seinen Scheidungstermin. Deshalb ist die Angelegenheit sehr dringend und er selbst ist gestern dienstlich erst aus dem Ausland zurück.
Es geht um seine Tochter, sie ist 3 Jahre. Bisher haben sie sich geeinigt, dass der Vater seine Tochter alle 14 Tage haben kann (immer mit Schwierigkeiten).
Das Kind fühlt sich sehr wohl beim Vater und möchte manchmal garnicht so gern zur Mutter zurück. Sie ist einfach, ohne den Kindesvater zu fragen in kurzer Zeit zum Freund gezogen.
Heute haben sich die "Noch-Eheleute" getroffen, um über ihr Kind zu sprechen, wie sie
das beste draus machen können. Da hat mein Sohn erfahren, dass seine kleine Tochter
einfach 14 Tage mit dem Opa (wo bisher kaum Kontakt war) an die Nordsee gefahren ist.
Als mein Sohn dann gesagt hat, dass er wenigstens mal bescheid hätte haben wollen.
hat seine Frau gesagt, dass sie sowieso das alleinige Sorgerecht hat und sie ihn garnicht fragen müßte. Davon weiß er nichts und überhaupt kann das die Schwiegertochter einfach alleine entscheiden. Gibt es da nicht gesetzliche Regelungen ?
Bitte teilen Sie uns mit, wie sich das verhält und welche Rechte er hat.
Die Sache eilt, wir haben das Gefühl, hier wieinfach Macht ausgespielt.



Mit freundlichen Grüßen
P. Meißner
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer. Ihre Anfrage beantworte ich gerne wie folgt.

Da Ihr Sohn verheiratet ist, haben er und die Kindesmutter automatisch die gemeinsame elterliche Sorge. Hieran wird auch die Scheidung nichts ändern. Das Gesetz bzw. die Rechtsprechung sieht vor, dass es auch im Falle der Scheidung bei der gemeinsamen elterlichen Sorge bleibt. Diese gemeinsame elterliche Sorge wird nur in absoluten Ausnahmefällen von den Familiengerichten auf entsprechenden Antrag aufgehoben. Hier müssen aber Umstände gegeben sein, die aus Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht hervorgehen.

Die gemeinsame elterliche Sorge bedeutet, dass die wichtigen Entscheidungen für das Kind gemeinsam getroffen werden müssen und ein Elternteil diese nicht alleine treffen kann. Der Umzug der Kindesmutter zum neuen Lebensgefährten ist z.B. eine solche Entscheidung. Wenn die Ehefrau hier etwas weiter weg gezogen ist, was aus Ihrer Schilderung leider nicht hervorgeht, so kann sie dies nur mit ausdrücklicher Zustimmung Ihres Sohnes.

Die Frage, welchen Kindergarten Ihr Enkel besuchen wird oder welche Schule, werden die Eltern einmal gemeinsam treffen müssen. Die Gesundheitsfürsorge müssen die Eltern gemeinsam ausüben, nur in Notfällen kann ein Elternteil alleine Entscheidungen treffen, wenn nicht die Zustimmung des anderen Elternteiles abgewartet werden kann. Auch die Vermögenssorge üben die Eltern gemeinsam aus, d.h. sie können nur gemeinsam ein Konto für das Kind eröffnen und auch nur gemeinsam hiervon Verfügungen vornehmen.

Die Ehefrau trifft die Verpflichtung über alle wichtigen Dinge Ihren Sohn zu informieren.

Der Urlaub mit dem Großvater mütterlicherseits hätte daher auch mit Ihrem Sohn abgestimmt werden müssen, zumal hier auch das Umgangsrecht Ihres Sohnes tangiert wird.

Der Umgang ist wiederum ein anderes Thema. Ihr Sohn soll nach dem Gesetz so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind verbringen können. Wenn es zwischen den Eltern hier Schwierigkeiten gibt, sollte Ihr Sohn Kontakt zum Jugendamt aufnehmen, damit dieses vermittelnd eintreten kann. Scheitert eine Vermittlung über das Jugendamt kann Ihr Sohn den Umgang über das Familiengericht einer Klärung zuführen. Er kann einen Antrag stellen, wie oft er sein Kind sehen möchte und das Gericht fasst dann einen Beschluss darüber. Hält sich die Kindesmutter an den gerichtlichen Umgangsbeschluss nicht, so kann das Gericht ihr ein Zwangsgeld auflegen.

Sowohl elterliche Sorge als auch Umgang werden im Scheidungsverfahren selbst nicht geklärt. Hierfür bedarf es gesonderter Anträge.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung verschaffen. Gerne können Sie Nachfragen stellen. Wenn ich Ihre Frage zur Zufriedenheit beantwortet habe, bitte ich höflich um Bewertung meiner Antwort, damit das ausgelobte Honorar dadurch freigegeben wird.