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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Familienrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Sehr geehrter Herr Anwalt, ich bin 46 J. alt, selbstständig

Kundenfrage

Sehr geehrter Herr Anwalt,

ich bin 46 J. alt, selbstständig und habe das alleinige Sorgerecht f. meinen 6-jährigen Sohn. Vor 4 Jahren trennte ich mich von seinem Vater. Wir hatten als Paar und als Eltern versagt, Familie zu leben, wie ich mir das so einfach und altmodisch gewünscht hatte, war mit d. Vater meines Sohnes nicht möglich. Er ignorierte uns und sonderte sich ab. Nach unserer Trennung lebten wir weiter in der gleichen Stadt. Ich zog damals extra nicht weit weg vom Vater und gewährte ihm einen großzügigen Umgang mit seinem Sohn (wöchentlich Mittwoch, später auch mit Übernachtung von Mittwoch zu Donnerstag und aller 14 Tage Freitag bis Sonntag). Nach ca. einem Jahr, der Kleine war knapp 4 Jahre alt, beobachtete ich besorgniserregende Vorkommnisse und einen sexualisierten Umgang zwischen Vater und Sohn und wandte mich an das Jugendamt und an die AWO ("Ausweg" e.V.). Man bestätigte mir die Grenzwertigkeit der von mir geschilderten Ereignisse und die AWO empfahl mir, den Umgang sofort zu unterbinden, was ich auch tat (für 5 Monate). Ich konfrontierte den Vater mit meinen Sorgen. Er kommunizierte, dass er sich das alles nicht erklären kann, das das so nicht stimmen würde und ich mir das alles ausgedacht hätte, um ihm seinen Sohn vorzuenthalten. Es vergingen Monate der Funkstille zwischen uns, bis er mich schließlich auf Umgang verklagte. Wir landeten nach kräftezehrenden Auseinandersetzungen schließlich in 2. Instanz beim OLG Dresden, was dem Antrag d. Vaters auf 10 Tage Umgang im Monat entsprach, mit der Begründung, dass man zwar d. Meinung sei, dass ich mit meinen Schilderungen keinesfalls lügen würde, aber meine Anschuldigungen auch nicht beweisen könne. Meine Ängste hätten auch etwas irrrelevantes und das Verlangen des Vaters, seinen Sohn zu sehen und ihm, auch im Alltag, ein guter Vater zu sein, wäre richtig.
Weiterhin wurde vom OLG verfügt, dass, wenn ich dieser Umgangsregelung nicht nachkomme, mir eine Geldstrafe von 25.000 Euro oder Gefängnis drohen.
Ich bin verzweifelt darüber, versuche aber, mir meinem Jungen gegenüber nichts anmerken zu lassen. Ich ermutige ihn zu seinem Vater zu gehen und gemeinsam Spass zu haben und spreche von ihm (vom Vater) nur im besten Sinne. Trotzdem will der Kleine nicht für so eine lange Zeiträume zu ihm. Er sagt jedesmal, dass er nur allerhöchstens drei Tage bleiben möchte und fragt, warum ich ihn nicht abhole. Er will keine Tasche packen und es fällt ihm schwer, sich zu trennen.
Wenn er wieder zu Hause ist, ist er regerecht wesensverändert, total erschöpft, hungrig, er riecht schlecht, nässt sich nachts ein, träumt fürchterliche Dinge, weicht mir nicht von d. Seite und will meine Hand halten. Ständig muss er sich vergewissern, dass ich ja auch noch da bin und in Sichtweite bleibe. Nach ein paar Tagen gibt sich das dann und er ist wieder der "Alte".
Der Vater isoliert das Kind während d. Umgänge von mir.
Jedes kleine Telefonat muss ich erzwingen. Dann hört er mit und spricht ständig dazwischen.
Er hält den Sechsjährigen zum Lügen an und sagt ihm, dass ich meinen Sohn loswerden will, deshalb wäre er als Papa nun eingesprungen und ich hätte dann in der Zeit, wo die beiden zusammen sind, endlich auch mal meine Ruhe. Ich bin wirklich verzweifelt darüber und es ist für mich die Höchststrafe, das alles zulassen zu müssen und meinem Sohn gegenüber auch noch so zu tun, als ist das alles so gut und richtig.

Mein Sohn geht in die erste Klasse einer christlichen Privatschule in Hamburg, wohin wir, gemeinsam mit meinem zukünftigen Mann, vor einem Jahr gezogen sind. Der Vater meines Sohnes hat sich hier in Hamburg eine kleine Wohnung genommen, und wohnt während der Umgänge ebenfalls hier in Hamburg.

Während der Umgangstage beim Vater werden die Schularbeiten nur unvollständig erledigt. Das letzte Mal kam mein Sohn mit einer schweren Lungenentzündung vom Umgang zurück und war 3 Wochen sehr krank. Danach habe ich ihn wieder zum Vater bringen müssen für 10-Tage Umgang.

Wir hätten uns hier in Hamburg gern gut eingelebt, werden aber ständig auseinander gerissen und fangen immer wieder von vorne an. Ich wünschte auch sehr, dass wir hier einmal etwas zur Ruhe kommen könnten. Auch meine Eltern, die wie der Vater des Kindes in Dresden wohnen, dürfen ihren Enkeljungen, den sie sehr lieben, auch wenn er in den Ferien beim Vater in Dresden ist, nicht sehen. Jedesmal hoffe ich, dass der Kleine seine Großeltern genießen dürfte, wenn er denn schon in ihrer Nähe ist.

Die Situation ist unerträglich! Nun liegt auch noch eine Klage auf das vom Vater eingeforderte hälftige Sorgerecht auf meinem Tisch. Ich bin mit meiner Kraft und meinen Nerven bald am Ende. Glücklicherweise machen mir Familie und Freunde immer wieder Mut.

Wie kann ich diese Umgangsregelung ändern, ohne Geldstrafe und Gefängnis zu riskieren? Wie kann ich d. Umgang auf ein "händelbares, vernünftiges" Maß (z.B. Freitag bis Montag aller 14 Tage) reduzieren? Was passiert mit d. Sorgerecht?

Bitte helfen Sie mir!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Abänderung der gerichtlichen Umgangsregelung ist, wenn eine einvernehmliche Regelung zwischen den Parteien nicht möglich ist, wiederum nur gerichtlich möglich.

Es müsste also beantragt werde, die bisherige gerichtliche Umgangsregelung abzuändern. Die Gründe hierfür sind in der Antragsschrift darzulegen. Es sollte insbesondere daraus hervorgehen, dass Ihr Kind unter der bisherigen Regelung leidet und sich eine andere Regelung wünscht und dies auch dem Kindeswohl entsprechen würde.

Hinsichtlich des Sorgerechts ist es nun so, dass auch dieses gerichtlich eingefordert werden kann. Die Mitsorge ist allerdings nur zuzusprechen, wenn dies dem Kindeswohl entspricht. Mindestvoraussetzungen sind hierfür eine Kommunikation zwischen den Parteien, die es möglich erscheinen läßt, dass man sich über die wichtige Belange des Kindes verständigen kann. Ist dies nicht gegeben und entsteht der Eindruck, dass das gemeinsame Sorgerecht nur zu weiteren Komplikationen führen würde, wird das Gericht den Antrag eher zurückweisen.

Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung: selbständiger Rechtsanwalt
Tobias Rösemeier und 5 weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrter Herr Rösemeier,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Bitte beantworten Sie mir noch weitere klärende Fragen.
Sind Ihnen Beispiele bekannt, bei denen Umgangsregelungen, welche das OLG getroffen hat, geändert werden konnten? Wo kann ich diese nachlesen?
Nach welcher Zeit gelebten Umgangs nach Urteilssprechung macht es Sinn, die Umgangsänderung einzuklagen?
Reichen meine Gründe aus, bzw. welche Gründe konkret haben Chancen die Umgangsregelung zu ändern? Klar eine Kindswohlgefährdung muss vorliegen, aber unter diesem Begriff finde ich soviel "Dehnbares", dass mir ganz schwindelig wird.

Ich habe große Sorge, dass, wenn der Vater meines Sohnes das hälftige Sorgerecht zugesprochen bekommt, er zur Auslebung seiner Erzeihung auch noch die Rechtsgrundlage dazu erhält. Sollte das passieren, kann ich wenigstens das Aufenthaltsbestimmungsrecht behalten? Mit welchen Argumentationen erreiche ich das? Ich muss beruflich flexibel bleiben und da können sich auch Umzüge ergeben, was ich natürlich nicht hoffe.
Sehen Sie Möglichkeiten das hälftige Sorgerecht zu minimieren?

Danke für Ihre Antworten!
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

jede Umgangsregelung ist abänderbar, wenn sich die maßgebliche Verhältnisse und Umstände verändert haben. Es ist hierbei völlig unerheblich, ob es sich um eine Regelung des OLG oder des AG handelt.

Die Änderung muss den Kindeswohl entsprechen. Unbestritten ist dies ein dehnbarer Begriff und es ist nun einmal Sache des Gerichts, die Umstände des Einzefalles zu würdigen.

Bemessen Sie dem gemeinsamen Sorgerecht nicht all zu große Bedeutung zu. Sie berechtigt lediglich dazu, bei wichtigen Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung mitentscheiden zu dürfen.

Wichtig sind nur wenige Dinge. Auf dieser Stufe stehen z.B. der Aufenthalt des Kindes, die religiöse Erziehung (Bestimmung des Religionsbekenntnisses), Gesundheitsfürsorge (z.B. die Entscheidung über eine riskante Heilbehandlung/Operation, wobei in Notfällen, wenn ein Elternteil nicht erreicht werden kann, selbstverständlich die Entscheidung eines Elternteils ausreicht), grundsätzliche Entscheidungen betreffend die Ausbildung (Wahl der Schulart und Schule, etc.) sowie Entscheidungen über das Vermögen des Kindes.

Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen müssen, so kann dies der Kindesvater dennoch nicht verhindern.



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