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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 17028
Erfahrung:  Fachanwältin für Familienrecht, Korrespondenzsprachen : deutsch und englisch, Ehescheidungen, Unterhalt, Güterrecht, Umgang, elterliche Sorge, seit 20 Jahren als Anwältin zugelassen
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin z.Z. ziemlich verunsichert.

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin z.Z. ziemlich verunsichert. Gestern hatten wir die Scheidung.Wir haben 3 Kinder. Da ich vor 15 Jahren einen Ehevertrag unterschrieben habe (ich war im 6.Monat schwanger) indem ich auf alles verzichtete, selbst auf den Versorgungsausgleich, hatte meine Anwältin den Versorgungsausgleich aus diesem Vertrag angeklagt. Es fand ein Vergleich statt und somit bekomme ich für die 15 Jahre 20.000 nachgezahlt, die ich in meine Rente einzahlen kann. Für den Zugewinnausgleich meinte sie würde es keine Möglichkeit geben, die sich lohnt, ich bekam aber 20 % für eine der Eigentumswohnungen meines Mannes, nach Verkauf zugestanden, allerdings durch die Aufmerksamkeit der Gegenanwältin. Da mir erst im Nachhinein bewußt wurde dass mein Exmann in unserer Ehe seine Praxis abbezahlen konnte, sich eine Ferienwohnung zulegte , hohe Rentenanwartschaften für sich einzahlte und ich ihm jetzt noch meine Haushälfte überschreibe, da ich es nicht finanzieren kann, fühle ich mich irgendwie über den Tisch gezogen. Oder soll ich einfach froh sein, dass ich obwohl ich diesen verkorksten Vertrag unterschrieben habe überhaupt etwas bekomme? Für eine Antwort bin ich Ihnen dankbar.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre familienrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Eheverträge waren noch bis vor ungefähr zehn Jahren eine sehr sichere Sache.

Es galt der Grundsatz, dass Verträge eingehalten werden müssen und an diesen hielt man sich.

Es kam meist vor dass einer der Ehegatten, nämlich der wirtschaftlich schwächere doch erheblich benachteiligt wurde und er konnte nichts dagegen unternehmen.



Erst durch die höchstrichterliche Rechtsprechung wurden sie dahingehend eingeschränkt das sie demjenigen der unterschreibt nicht unangemessen benachteiligen dürfen.


Es kann daher nicht mehr auf alles verzichtet werden.



Man unterscheidet hierbei verschiedene Bereiche, je nach Wichtigkeit

Der Betreuungsunterhalt und Versorgungsausgleich gehören zum Kernbereich, auf den nicht verzichtet werden kann.


Das hat Ihrer Anwältin gut gesehen, und für Sie noch Versorgungsanwartschaften eingeklagt


Was den Zugewinnausgleich anbetrifft, so gehört dieser leider nicht zum Kernbereich so dass darauf noch am ehesten verzichtet werden kann.


Die Richterin hatte daher recht, dass es unmöglich sein dürfte den Verzicht auf den Zugewinnausgleich anzufechten

.
Was die übrigen Punkte anbelangt nämlich den Versorgungsausgleich, so haben Sie hier offensichtlich einen Vergleich vor Gericht geschlossen.

Ein Vergleich ist ein bindender Vertrag und kann nur dann angefochten werden, wenn sich derjenige der den Vergleich geschlossen hat dabei (im Moment des Vergleichsschlusses) entweder über wesentliche Umstände geärgert hat, oder er getäuscht oder bedroht wurde.

Zugleich muss hinzu kommen, dass er wenn er über seinen willen hätte frei bestimmen können, er den Vergleich so nie geschlossen hätte.

Bei den Versorgungsanwartschaften ist es so, dass da zwo Jahr umfangreiche Einkünfte eingeholt werden und diese dem Gericht und dem Parteien vorliegen.

Es dürfte daher schwer sein hier einen Irrtum zu begründen.


Sie sollten die Sache noch einmal mit ihrer Anwältin bereden.


Ich bin aber der Auffassung, dass es sehr schwer sein dürfte hier noch etwas zu unternehmen, zumal Sie den Vergleich schon geschlossen haben.


ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte

Sehr gerne können Sie weitere Fragen stellen.


mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin



Wenn ich Ihre Frage beantwortet haben sollte bitte ich Sie höflich darum, meine Antwort zu akzeptieren
vielen Dank
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
sehr geehrter Fragesteller,


Wenn Sie noch etwas wissen möchten können Sie jederzeit sehr gerne nachfragen