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A. Stämmler
A. Stämmler, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 915
Erfahrung:  2. Staatsexamen Rechtsanwalt
54218743
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A. Stämmler ist jetzt online.

Welche finanzielle Unterstützung kann man als nicht verheiratete

Kundenfrage

Welche finanzielle Unterstützung kann man als nicht verheiratete Frau, alleinerziehend, Sohn 12 Jahre, selbständig, vom Kindsvater erwarten. Wir sind seit 2003 getrennt, er hat
bis vor zwei Monaten zuwenig Unterhalt für das Kind bezahlt, für mich noch nie irgendeine
erzieherische oder finazielle Stütze geleistet.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  A. Stämmler hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

Ihre Frage beantworte ich anhand der vorliegenden Informationen wie folgt:

1.
Sie können zunächst Kindesunterhalt verlangen. Barunterhalt muss für das minderjährige Kind der Elternteil zahlen bei dem das Kind NICHT lebt. Also hier sicherlich der Vater. Die Höhe des Unterhalts richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommen des Vaters. Maßgeblich ist hier die Düsseldorfer Tabelle. Sofern der Unterhalt in einem Titel festgestellt wurde besteht eine gute Chance den Differenzbetrag nachträglich zu fordern. Andernfalls kann Unterhalt nur für die Zukunft gefordert werden.

2.
Für die Ehefrau kommt nachehelicher Unterhalt in Betracht. Zwar muss nach der Scheidung im Grundsatz jeder Ehegatte für sich selbst sorgen, unter gewissen Ausnahmen besteht jedoch auch nach der Scheidung ein Anspruch gegen den Expartner. Dies sind z.B. Karnakheit, Betreuung für Kinder und Aufstockung
wenn das eigene Einkommen nicht ausreicht um die ehelichen Lebensverhältnisse aufrecht zu erhalten. Die Höhe des Unterhaltsanspruchs ist abhänig von den ehelichen Lebensverhältnissen und in gewissen Rahmen auch von der Dauer der Ehe.
Es gilt grob gesagt, je länger die Ehe, desto länger die Unterhaltszahlungen.

Der nacheheliche Unterhalt wird aus der Differenz der Einkommen berechnet:

3/7 von (Höheres Einkommen - niedriges Einkommen) = Unterhalt

Ein Unterhaltsanspruch kann aber ausgeschlossen oder beschränkt sein wenn die Ehe von kurzer Dauer gewesen ist. Bejaht wurde dies durch die Rspr. bei 2 Jahren.

Darüber hinaus besteht die ernsthafte Möglichkeit, dass der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt verwirkt ist. Verwirkung tritt ein, wenn ein Berechtigter einen ihm oder ihr zustehenden Anspruch für einen gewissen Zeitraum nicht geltend macht. Dies kann nach der Rspr. des BGH bereits eintreten wenn der Anspruch mehr als ein Jahr nicht geltend gemacht wurde. Die Chancen noch Ehegattenunterhalt zu bekommen halte ich im Ergebnis leider sehr gering.

Eine Verwirkung kann auch beim zurückliegenden Kindesunterhalt eingtreten sein.

Ich hoffe ihnen geholfen zu haben, auch wenn ich leider keine, aus ihrer Sicht, positive Antwort geben konnte.

Sollten Sie Nachfragen haben, stehe ich gerne zur Verfügung. Sofern keine Nachfragen bestehen akzeptieren Sie bitte die Antwort durch einen Klick auf den grünen Button.

Abschließend weise ich darauf hin, dass diese Plattform lediglich eine erste Einschätzung liefern kann und nicht geeignet ist eine ausführliche anwaltliche Beratung zu ersetzen. Die erstellte Antwort ist maßgeblich von den zur Verfügung gestelllten Informationen abhängig.

Mit freundlichen Grüßen

André Stämmler
Rechtsanwalt
Experte:  A. Stämmler hat geantwortet vor 5 Jahren.
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Experte:  A. Stämmler hat geantwortet vor 5 Jahren.
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