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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten morgen,kurze Frage zum Aufenthaltbestimmungsrecht

Kundenfrage

Guten morgen, kurze Frage zum Aufenthaltbestimmungsrecht. Meine Tochter 11 Jahre (bei der Mutter lebend) möchte zu mir. Wir haben geteiltes Sorgerecht. Der Verfahrensablauf wurde mir bereits klar gemacht, Jugendamt, Gericht, und abwarten auf eine Entsacheidung. Ich halte es aus mehreren Gründen für das Kind als unzumutbar diesen Weg so zu gehen da es viel zu lange dauert bis eine Gewissheit über den Verbleib des Kindes da ist. Ändert sich an den Verfahrensablauf etwas wenn das Kind 12 Jahre alt ist? Kann dann alles schneller und für das Kind erträglicher ablaufen? im vorraus vielen Dank (von Moderation entfernt)
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Der Verfahrensablauf ändert sich nicht, wenn die Kindesmutter nicht freiwillig dem Umzug des Kindes in Ihren Haushalt zustimmt. Es macht keinen qualitativen Unterschied, ob das Kind 11 Jahre oder 12 Jahre alt ist. Zwar ist der Kindeswille umso erheblicher umso älter das Kind ist, aber nicht alleinentscheidend.

Wenn die Zustände für das Kind im Haushalt der Mutter untragbar sind, sollten Sie ein Eilverfahren beim Familiengericht einleiten. Ohne mündliche Verhandlung allerdings wird das Familiengericht hier wohl auch nicht entscheiden.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Herr Rösemeier, was bezeichnet man im allgemeinen als "untragbare Zustände" für das Kind welche Vorraussetzungen bedrf es, ein solches Verfahren möglichst schnell und erfolgreich abzuschließen. MfG (von Moderation entfernt)
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

untragbar ist der Zustand dann für das Kind, wenn eine absolute Verweigerungshaltung gegenüber der Mutter besteht und ein weiteres Zusammenleben das Kindeswohl gefährden würde.

Ich hatte erst kürzlich einen Fall, in dem eine Tochter absolut nicht mehr bei der Mutter leben wollte und in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Aufenthalt dann ohne gerichtliches Verfahren innerhalb von Tagen zum Kindesvater verlegt wurde.

Im Prinzip muss die Situation so schwerwiegend sein, dass ein Zuwarten mit einer Entscheidung über den künftigen Aufenthalt dauerhafte "Schäden" hinterlässt. Ob das in Ihrem Fall gegeben ist, kann ich nicht sagen.

Sie sollten aber in jedem Fall einen Antrag beim Familiengericht zeitnah stellen, wenn keine einvernehmliche Lösung zustande kommt. Im Aufenthaltsbestimmungsverfahren kommt es oft auf das sog. Zeitmoment an. Wartet man zu, verändern sich unter Umständen die Umstände und dann ist der Antrag zu spät gestellt.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Herr Rösemeier, sorry, noch einmal möchte ich Sie bitten konkretere Angaben zu machen, was ist z.B. so schwerwiegend das es ein erfolgreiches Verfahren werden kann. Im vorliegenden Fall stellt sich meine Tochter gegen ihre Mutter, da diese sehr oft mit den Kindern(mein 9 jähriger Sohn lebt auch bei ihr) schreit. Dieses rumgeschreie war vor 6 Jahren z.B auch mit ein Trennungsgrund. Das schreien kann ich regelmäßig beim abholen der Kinder bis auf die Strasse hören, bei telefonaten mit den Kindern ist auch immer wieder zu hören wie es "zur Sache" geht... (in welchem Ton miteinander umgegangen wird) meine Tochter ruft mich mittlerweile heimlich an, da auf telefonate mit mir 3 Wochen Hausarrest stehen. Das von mir zur Verfügung gestellte Handy mit Vertrag/Flat wird ihr abgenommen damit Sie keinen Kontakt zu mir aufnehmen kann. Dunja kann das alles nicht verstehen. Jedes mal wenn Sie bei mir ist suchen wir nach Antworten auf derartige Fragen und es geht dem Kind immer besser wenn etwas erklärt ist und ihr verständlich geworden ist. Sie genießt hier bei uns(ich bin mittlerweile wieder verheiratet und wir wohnen in einem kleinen eigenen Haus in dem Zimmer für die Kinder vorhanden sind) die Ausgeglichenheit und Ruhe. Der Umgang miteinander ist ist geprägt von gegenseitigem Respekt. Bei den regelmäßigen gemeinsamen Mahlzeiten haben wir immer Zeit Problemchen und weiter Tagesabläufe zu besprechen und zu koordinieren, was allen spürbar gut tut und mit den Kindern dann auch (weitgehend) problemlos abgehandelt werden kann. Gerade die 11 jährige Dunja genießt es ernst genommen zu werden, sich einbringen zu können. Nicht immer geht alles was die Kids sich vorstellen, wenn es aber erklärt ist und die machbaren Ziele definiert sind sehen die Kinder das ein und können diese Ziele (teilweise mit uns gemeinsam) erreichen. Solche Dinge halte ich für sehr wichtig in der Weiterentwicklung der Kinder, wie sehen Jugendamt und Gerichte so etwas? MfG (von Moderation entfernt)
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne nehme ich nochmals zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung:

Der Umgang in der mütterlichen Familie stellt durchaus eine Kindeswohlgefährdung dar. Die dort verhängten Sanktionen sind keinesfalls angemessen und bringen Ihre Tochter in den Loyalitätskonflikt.

Die Zustände bei der Mutter prägen Ihre Tochter und damit sowohl ihren psychischen Zustand als auch die weitere Entwicklung. Die Mutter scheint hier eine deutliche und laute Kulisse von Macht und Sanktionen aufzustellen, die letztendlich dazu führen, dass das Leben Ihrer Tochter nur von Angst geprägt ist.

Wichtig in einem Verfahren ist, dass Ihre Tochter ihren Willen, künftig nicht mehr bei der Mutter leben zu wollen, klar und deutlich und auch unmissverständlich gegenüber den Beteiligten (Jugendamt/Gericht) zum Ausdruck bringt. Dann wird ihrem Wunsch auch erhebliche Bedeutung in dem Alter beigemessen.

Problematisch in Ihrem Fall wäre allerdings die Geschwisterbindung. Es ist eigentlich so, dass Gerichte sich ausgesprochen schwer damit tun, Geschwister in unterschiedlichen Haushalten unterzubringen. Unter Umständen wäre es dann daher ratsam für beide Kinder einen Aufenthaltsbestimmungsantrag zu stellen.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo Herr Rösemeier, vielen Dank , ihre präzisierte Antwort hat mir jetzt sehr weitergeholfen und ich kann weitere Schritte nun besser einschätzen. An mich stelle ich auch "nur" den Anspruch möglichste erfolgreich zu gunsten der Kinder eine Entscheidung herbei zu führen da die Kinder nach einleitung eines solchen Verfahrens bei der Mutter und der in der Nachbarschaft lebenden Großmutter wohl durch die "Hölle" müssen, ohne das ich helfen kann. Daher bin ich sehr bedacht darauf ein Verfahren möglichst kurz und erfolgreich durchzuziehen. Ihnen nochmals vielen herzlichen Dank zum akzeptzieren ihrer Antwort bitte kurze Rückantwort Mit freundlichen Grüßen (von Moderation entfernt)
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

ich kann Ihr Ansinnen auf ein kurzes Verfahren im Sinne der Kinder durchaus verstehen und nachvollziehen. Deswegen sollten Sie ein Eilverfahren einleiten, aber auch hier gilt der Grundsatz, dass das Gericht binnen 4 Wochen einen Verhandlungstermin einberufen soll.

Empfehlenswert ist in jedem Fall die Einschaltung eines Fachanwaltes für Familienrecht vor Ort, der Sie dann in dem Verfahren begleitet.

Vor den Repressalien der Mutter bei Einleitung eines Verfahrens können Sie die Kinder tatsächlich nur bedingt schützen. Aber die Mutter disqualifiziert sich durch derartiges Verhalten während des Verfahrens selbst, wenn die Kinder hiervon berichten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und danke für die Akzeptanz meiner Antwort.