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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Familienrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Hallo, ich bin seit kurzem nach 30ig jähriger Ehe und 37Jahren

Kundenfrage

Hallo,
ich bin seit kurzem nach 30ig jähriger Ehe und 37Jahren Zusammensein geschieden. Aus Gesundheitsgründen konnte ich mir kein berufliches Standbein aufbauen. Mein Mann verdient gut bis sehr gut. Da wir uns versuchen "gütlich" zu verhalten, haben wir uns von einer befreundeten Anwältin meinen Unterhalt ausrechnen lassen. Dadurch bleiben mir aber einige Restfragen.Deshalb wäre es gut, wenn ich sie auf diese Weise klären könnte, denn das Sich-einvernehmlich-trennen ist nicht immer ganz leicht, weil ich ja keinen eigenen Rechtsbeistand habe.
Meine heutige Fragen:
1)Darf ich zu meinem Unterhalt etwas dazu verdienen (z.B.Minijob), ohne dass es mir gleich wieder beim Unterhalt abgezogen wird?
2)Steht mir bei besonderen Belastungen rechtlich jenseits des errechneten Unterhalts eine finanzieller Unterstützung zu.?
3)Mein Exmann erhält 2,5 Jahre früher Rente als ich. Wie ist meine finanzielle Unterstützung in dieser Zeit geregelt?
Für die Beantwortung im voraus schon besten Dank
mit freundlichen Grüßen
Ellen H.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Fragen zur Thematik wie folgt:

zu 1)

Grundsätzlich führt eigenes Einkommen zur Reduzierung des Unterhaltsbedarf und damit des Unterhaltsanspruches, es sei denn es handelt sich um eine sogenannte überobligatorische Erwerbseinkommen.

Als überobligatorische Einkünfte werden im Unterhaltsrecht Einkünfte des Unterhaltsberechtigten bezeichnet, die dieser ohne Verpflichtung (insbesondere aufgrund der Betreuung von Kindern) erzielt. Ob und in welcher Höhe diese angerechnet werden, ist im Einzelfall einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen.

Generell sind bei der Anrechnung zuvor alle berufsbedingten Aufwendungen als auch ein Erwerbstätigenbonus in Abzug zu bringen, meist 10%.

zu 2) Ein etwaiger Mehrbedarf kann geltend gemacht werden, etwa bei krankheitbedingten oder trennungsbedingten Mehrkosten.

zu 3) Bereits vorhersehbare, unabwendbare Einkommensreduzierungen führen regelmäßig zu Veränderungen des Unterhaltsanspruches. mit Eintritt der Rente sinkt naturgemäß das Einkommen des Unterhaltspflichtigen und damit auch seine Leistungsfähigkeit.




Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung: selbständiger Rechtsanwalt
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Hallo, das mit den überobligatorischen Einkünften, verstehe ich nicht ganz....
Wenn ich z.B die Enkel versorgen würde und dafür eine Entlohnung von meiner Tochter bekäme - würde das nicht zu Abzügen führen?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Überobligatorisch meint, eine Tätigkeit aufzunehmen, obwohl man nicht muss bzw. keine Erwerbsverplichtung trifft.

Ob von Ihnen generell die Aufnahme einer Berufstätigkeit nachehelich gefordert werden kann, vermag ich aus der Ferne nicht einzuschätzen.

Grundsätzlich gilt allerdings nachehelich der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit.

Soweit von Ihnen also die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefordert werden kann, findet eine Anrechnung der Einkünfte statt.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Heißt das aber nicht im Klartext - entweder kann ich arbeiten, dann wird alles - und wenn es auch noch so wenig ist (wie z.B die 2100€ im Jahr für Aufwandsentschädigung beim sozialen Dienst ) abgezogen. Wenn ich aus gesundheitlichen nicht arbeiten kann, dann müsste ich dies u.U. durch ein Gutachten belegen - wobei mein Exmann natürlich logischerweise meine Situation kennt.
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründe die Aufnahme einer Erwerbsobliegenheit nicht trifft, wäre die Aufnahme einer kleinen Tätigkeit als überobligatorisch zu werten und Sie könnten dann die Tätikeit jederzeit wieder aus gesundheitlichen Gründen beenden. Hierzu müsste aber Einigkeit darüber bestehen, dass Sie keine Erwerbsobliegenheit trifft aufgrund Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen oder Sie müssten dies tatsächlich durch ein ärtzliches Gutachten nachweisen.

Im Rahmen einer einverständlichen Regelung kann man sich aber darauf verständigen, dass Sie keine Erwerbsobliegenheit trifft und insoweit ein kleines Einkommen sich nicht auf den Unterhalt auswirken soll. Dies müsste dann in der Vereinbarung festgehalten werden. Eine Aufwandsentschädigung erhalten Sie für Ihre Aufwendungen und ist daher nicht als Einkommen anzusehen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich danke Ihnen recht herzlich für Ihre hilfreichen Erläuterungen.

Nun noch eine Anfrage zu Ihrem Dienst. Ich wollte mich für die Flatrate anmelden - kann ich das auch noch zu einem späteren Zeitpunkt unabhägig von einer neuen aktuellen Frage, da mein paypal account gerade meine Eingaben nicht bearbeiten kann

mit freundlichen Grüßen
E.H.


Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Es freut mich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Wegen der Flatrate darf ich Sie bitten, sich an [email protected] zu wenden, dort wird man Ihnen weiterhelfen.

Bekannt aus:

 
 
 
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