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Claudia Schiessl
Claudia Schiessl, Rechtsanwältin und Fachanwältin
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung:  Fachanwältin für Familienrecht, Korrespondenzsprachen : deutsch und englisch, Ehescheidungen, Unterhalt, Güterrecht, Umgang, elterliche Sorge, seit 20 Jahren als Anwältin zugelassen
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Claudia Schiessl ist jetzt online.

Im August 2010 hat sich J. von seiner Partnerin K. getrennt

Kundenfrage

Im August 2010 hat sich J. von seiner Partnerin K. getrennt und ist ausgezogen. Eine Tochter ist vorhanden: Jos., geb. 28.09.2008.
Kurz danach machte ihn ein Freund darauf aufmerksam, dass er unmöglich der Vater von Jos. sein könnte. Er zeigte ihm ein Bild des Kindes und des mutmaßlichen Vaters:das Bild des Kindes als Handyfoto! Das des mutmaßlicher Vater in Facebook.
Darauf hin ließ J. einen Vaterschaftstest machen. Ergebnis: J. ist ganz eindeutig (100 %) nicht der biologische Vater.
K. hatte ihn aber kurz nach der Geburt von Jos. (* 28.09.2008) gedrängt, die Vaterschaft anzuerkennen, was dann auch geschah, da J. damals keine Zweifel hatte, der biologische Vater zu sein. Sie gestand ihm aber zu keiner Zeit, ein Sorgerecht zu.
Als J. wusste, dass er nicht Jos. biologischer Vater ist, stellte er die Unterhaltszahlungen für das Kind ein. – J. bestand zudem darauf, dass seine ehemalige Partnerin nach Osnabrück zu ihrem Bruder zog, weil er nicht länger in dieser Nähe zu ihr leben wollte. Er gab ihr den gesamten gemeinsamen Besitz mit.
Der Kreis Osnabrück übernahm die Unterhaltszahlungen für Jos.. K. arbeitet dort wieder - sie machte bis dahin eine Babypause. – Jetzt stellt der Landkreis seinerseits Zahlungsforderungen an J.. – J. hat die Anfechtung seiner Vaterschaftsanerkennung inzwischen durch seine Anwältin eingeleitet.
Dabei gibt es allerdings eine Frist, in der das rechtlich möglich ist: 2 Jahre vom Zeitpunkt ab, an dem Zweifel an der Vaterschaft entstanden sind.
K. ihrerseits behauptet nun, J. habe von Anfang an gewusst, dass Jos. nicht sein Kind ist – und dass sie in dieser Zeit mit anderen Männern Geschlechtsverkehr gehabt habe – außer ihm, so dass die Frist von zwei Jahren für einen Einspruch abgelaufen sei.
Das stimmt jedoch nicht. – (Sie gibt außerdem J. gegenüber nicht zu, dass sie mit dem mutmaßlichen Vater geschlafen habe, sondern nennt statt dessen seinen damaligen Chef.) Wenn J. von dieser Beziehung damals gewusst hätte, hätte er die Partnerschaft mit K. sofort beendet und wäre ausgezogen. Er ist in dieser Hinsicht sehr empfindlich, denn er hatte sieben Jahre lang um diese Beziehung gekämpft.
Der Kreis Osnabrück glaubt aber ihrer Aussage und verlangt von J. eine Verdienstbescheinigung zur Berechnung der Höhe der Unterhaltszahlung.
Die Rechtsanwältin von J. hat ihn nun gebeten, diese Verdienstbescheinigung vorzulegen und zugleich das Papier, aus dem hervorgeht, dass er die Vaterschaft anerkannt hat.
Fragen: Hat J. eine Chance, mit seiner Anfechtungsklage durchzukommen?
Könnte es etwas bringen, wenn sein Freund zu seinen Gunsten aussagt? Können wir – Eltern, Geschwister – als Zeugen zu seinen Gunsten aussagen?
Der mutmaßliche Vater, die Mutter und das Kind werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaum einen Antrag stellen, die Frage der Vaterschaft zu klären.

Mit freundlchem Gruß

Heinrich Mohn
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre familienrechtliche Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:



Die Wahrung der Zweijahresfrist ab dem Zeitpunkt an dem Zweifel an der Vaterschaft entstanden sind, ist in der Tat problematisch.

In den sog. Abstammungsverfahren gilt nach § 177 FamFG die sog. eingeschränkte Amtsermittlung.


Diese hat zum Inhalt, dass das Gericht die von den Parteien nicht vorgetragenen Tatsachen nur dann berücksichtigen muss, wenn sie geeignet sind, dem Fortbestand der Vaterschaft zu dienen oder wenn der Anfechtende der Berücksichtigung nicht widerspricht.



Das Gericht ist also in solchen Verfahren sogar gehalten, von sich aus Tatsachen zu ermitteln, die für den Fotbestand der Vaterschaft sprechen.


Nach § 177 IV FamFG hat jedoch in diesen Verfahren eine förmliche Beweisaufnahme stattzufinden.


Hier ist es nun möglich , Zeugen zu benennen dafür, dass die Kenntnis von der Vaterschaft eben doch später erfolgte.

Das können selbstverständlich auch Eltern , Geschwister und sonstige Verwandte sein, die dann vom Gericht über ihr Zeugnisverweigerungsrecht belehrt werden.Es ist zu beachten, dass eine Zeugenausssage um glaubhaft zu sein, möglichst detailreich sein muss, weshalb es anzuraten ist, dass die Zeugen sich vor der Verhandlung genau überlegen, was für Beobachtungen sie gemacht haben, wann dies war, warum sie sich so genau daran erinnern können etc.



In gleicher Weise können natürlich Freunde und Bekannte für ihn aussagen, sollten sich aber vorher genau überlegen, was sie vor Gericht aussagen.


Wichtig dürfte vor allem der Freund sein, der ihn darauf aufmerksam gemacht hat

beschreiben.




Ich denke , dass es so ausgehen wird, dass er Gewissheit erst mit dem Vaterschaftstest erlangte, denn wenn es ihm egal war, weil er laut Aussage Mutter ja wusste, dass er nicht der Vater war, wieso hätte er dann einen Vaterschaftstest machen sollen.



Die Anforderung der Verdienstbescheinigung würde ich nicht überbewerten.


Dies dient der Sicherung des Unterhalts des Kindes.





Solte die erste Instanz nicht der Vaterschaftsklage stattgeben, würde ich empfehlen, in Beschwerde zu gehen.




Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben. sehr gerne können Sie nachfragen.



Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Familienrecht



Wenn Ihre Frage beantwortet ist, darf ich höflichst um Akzeptierung bitten.

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Vielen Dank

























Claudia Schiessl und weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ? Sehr gerne.

Mit freundlichen Grüßen


Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin


Wenn Ihre Fragen beantwortet sind, bitte ich höflichst um Akzeptierung


Vielen Dank
Experte:  Claudia Schiessl hat geantwortet vor 6 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

tausend Dank für den großzügigen Bonus.


Ich wünsche dem Scheinvater alles Gute und bin überzeugt, dass das Verfahren für ihn positiv ausgeht.


Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
RA