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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung:  selbständiger Rechtsanwalt
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Familienrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten Tag, ich bin in der 38. Woche schwanger, heirate bermorgen

Kundenfrage

Guten Tag,

ich bin in der 38. Woche schwanger, heirate übermorgen und mein Mann möchte heute Abend einen Ehevertrag mit mir aufsetzen. Dieser soll Gütertrennung beinhalten. 500€ pro Monat Unterhalt für mich bis das jüngste Kind 14 Jahre ist und eventuell eine Rentenversicherung, in der er einzahlt, bis zur Scheidung. Ich weiss, dass nur ein notariell beglaubigter Ehevertrag zählt. Aber mich interessiert, ob der Vorschlag fair und haltbar ist. Oder gibt es Rechtsgrundlagen, die bereits bestimmte Dinge vorschreiben? Ich bin übrigens selbstständig als Einzelunternehmer im Vertrieb und werde füher oder später meinen jetzigen Beruf nicht mehr ausüben können. Ich habe kein Vermögen. Er hat ein größeres Unternehmen und bereits Vermögen aufgebaut. Danke XXXXX XXXXX Info!
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Um ehrlich zu sein, fällt das Ihrem künftigen Mann ja sehr früh ein, dass er einen Ehevertrag schließen möchte. Sie sollten sich hier keinefalls unter Druck setzen lassen. Aufgrund Ihrer Schilderung wäre der Ehevertrag so wie er nun vorgeschlagen wird, nicht ausgewogen. Die Unterhaltsregelung ist nicht angemessen, wenn Sie während der Ehe und auch künftig aufgrund der Lebensplanung und der Kindererziehung Ihren Beruf nicht mehr ausüben können.

Alles in allem sind die Vorschläge Ihres Ehemannes nicht ausgwogen und der Ehevertrag würde Sie zudem übermäßig benachteiligen, so dass eine Anfechtung desselben im Falle der Scheidung erfolgversprechend wäre. Von daher bringt es nichts, hier etwas über das Bein zu brechen. Ein Ehevertrag will schon etwas geplant und überdacht sein.

Hier käme z.B. die Modifizierung des Zugewinns in Betracht. So könnten einzelne Vermögenswerte aus dem Zugewinn herausgenommen werden, wie die Firma Ihres künftigen Mannes, als auch Ihr eigenes Unternehmen. Eine Altersvorsorge für Sie sollten Sie in jedem Fall zu Bedingung machen, die dann auch nicht, falls diese über eine Versicherung abgesichert werden soll.

Die Unterhaltsregelung kann auch anders vereinbart werden, indem man einfach feststellt, ab wann Sie welche Erwerbsobliegenheit trifft. Dies kann anhand des Alters der Kinder festgemacht werden.

An dem Vermögen des künftigen Mannes, das er bereits zum Zeitpunkt der Ehe hat, partizipieren Sie sowieso nicht im Zugewinnausgleich, weil dieses dem Anfangsvermögen zugerechnet wird.

Ein Ehevertrag wäre sowieso nur wirksam, wenn er notariell beurkundet wird. Wenn Ihr Partner also wünscht, dass Sie eine Vereinbarung unterzeichnen, die nicht notariell beurkundet wird, so können Sie dies tun, der Ehevertrag wäre unwirksam.

Wenn Sie zum Notartermin genötigt werden sollten, erbitten Sie sich Bedenkzeit und fordern Sie eine Prüfung des Vertrages durch einen von Ihnen beauftragten Anwalt.

Da die Zeit drängt, bliebe Ihrem künftigen nur die Möglichkeit, die Hochzeit platzen zu lassen, was wir nicht hoffen wollen.

Ich hoffe, ich konnte eine erste Orientierung verschaffen, bitte fragen Sie gerne nach, wenn etwas unklar geblieben sein sollte.
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung: selbständiger Rechtsanwalt
Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank, ich habe aber zwei Dinge, die mir nicht ganz verständlich sind:

 

1. Eine Altersvorsorge für Sie sollten Sie in jedem Fall zu Bedingung machen, die dann auch nicht,???? WAS??? falls diese über eine Versicherung abgesichert werden soll.

 

2. Die Unterhaltsregelung kann auch anders vereinbart werden, indem man einfach feststellt, ab wann Sie welche Erwerbsobliegenheit trifft. Dies kann anhand des Alters der Kinder festgemacht werden. was bedeutet das?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne gehe ich auf Ihre Nachfrage wie folgt ein. Wenn eine Altersvorsorge für Sie, die Sie zur Bedingung machen sollten, in Form einer Versicherung vereinbart wird, sollten Sie für diese Versicherung auch die Modifizierung des Zugewinnausgleichs und den Ausschluss des Versorgungsausgleich beanspruchen.

Beim Unterhalt kann man vereinbaren, dass der gesetzliche Unterhalt bis zum Alter des Kindes beispielsweise von 8 Jahren geschuldet ist. Danach soll Sie die Pflicht treffen, eine Erwerbstätigkeit in Teilzeit aufzunehmen, der Unterhalt wird dann reduziert. Mit 14 Jahren kann dann vereinbart werden, dass kein Unterhaltsanspruch mehr wegen der Betreuung der Kinder besteht. Auf pauschale 500 € Unterhalt sollten Sie sich keinesfalls aufgrund der Einkommensverhältnisse sich einlassen.

Bitte fragen Sie gerne weiter nach, wenn etwas unklar geblieben sein sollte.

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