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Danjel Newerla
Danjel Newerla, Dipom Jurist
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Rechtsanwalt
26039601
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Familienrecht hier ein
Danjel Newerla ist jetzt online.

hallo zusammen! meine frau ist fremdgegangen.sie ist nun der

Kundenfrage

hallo zusammen! meine frau ist fremdgegangen.sie ist nun der meinung,ich sollte aus unserem haus ausziehen,damit sie es verkaufen oder mit ihrem neuen freund einziehen kann.sie ist allein im grundbuch eingetragen,aber ihre eltern haben das haus bezahlt.am tag der hochzeit wahren noch wir beide eingetragen.nach der eheschließung habe ich meiner frau meinen anteil überschrieben.zwischenzeitlich haben wir ca.50.000 euro in das haus investiert.welche möglichkeiten habe ich,evtl.das haus zu behalten?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Familienrecht
Experte:  Danjel Newerla hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







Leider ist hier in der Tat das Problem, dass Ihre Frau nach ihrer Schilderung als Alleineigentümerin im Grundbuch eingetragen ist.

Nach dem gesetzlichen Leitbild (vgl. § 903 BGB) kann der Eigentümer einer Sache (hier also des Grundstücks mit darauf befindlichen Haus) grundsätzlich nach Belieben über die Sache entscheiden, also Dritte beispielsweise von jeglicher Einwirkung auf die Sache ausschließen.

Würde man diese Vorschrift für sich alleine betrachten könnte man in der Tat zu dem Schluss gelangen, dass Ihre Frau sie aus ihrem Grundstück verweisen darf.

Im Familienrecht, genauer gesagt in § 1361b Abs. 1 BGB gibt es aber eine Vorschrift, die diesen Fall betrifft.

Diese Vorschrift lautet wie folgt: "Leben die Ehegatten voneinander getrennt oder will einer von ihnen getrennt leben, so kann ein Ehegatte verlangen, dass ihm der andere die Ehewohnung oder einen Teil zur alleinigen Benutzung überlässt, soweit dies auch unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden."

Auf diese Vorschrift können sie sich berufen.

Hierfür genügt grundsätzlich, dass einer der Ehegatten die Absicht hat, sich zu trennen. Dieses liegt nach ihrer Schilderung offensichtlich vor.

In diesem Fall darf Ihre Frau Sie nicht einfach aus dem Haus werfen.

Würde sie ist dennoch tun, würde dieses eine so genannte verbotene Eigenmacht darstellen, die grundsätzlich rechtswidrig wäre.

In diesem Fall könnten siedie Einräumung des Besitzes an der Ehewohnung zum Zweck des Getrenntlebens innerhalb der Wohnung verlangen.

Der Begriff der Wohnung ist übrigens nicht wörtlich zu nehmen.

Hiermit ist nämlich jede Räumlichkeit gemeint, die während der hier beiden Ehegatten gemeinsam als Unterkunft gedient hat oder die zumindest nach den Umständen dafür bestimmt war.

Dieses ist nach ihrer Schilderung bei dem Haus der Fall.

Sollte Ihre Frau dennoch versuchen ihr Vorhaben umzusetzen, sollten Sie unbedingt einen Fachanwalt für Familienrecht vor Ort mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragen.

§ 1361b BGB
Ehewohnung bei Getrenntleben

(1) Leben die Ehegatten voneinander getrennt oder will einer von ihnen getrennt leben, so kann ein Ehegatte verlangen, dass ihm der andere die Ehewohnung oder einen Teil zur alleinigen Benutzung überlässt, soweit dies auch unter Berücksichtigung der Belange des anderen Ehegatten notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden. Eine unbillige Härte kann auch dann gegeben sein, wenn das Wohl von im Haushalt lebenden Kindern beeinträchtigt ist. Steht einem Ehegatten allein oder gemeinsam mit einem Dritten das Eigentum, das Erbbaurecht oder der Nießbrauch an dem Grundstück zu, auf dem sich die Ehewohnung befindet, so ist dies besonders zu berücksichtigen; Entsprechendes gilt für das Wohnungseigentum, das Dauerwohnrecht und das dingliche Wohnrecht.

(2) Hat der Ehegatte, gegen den sich der Antrag richtet, den anderen Ehegatten widerrechtlich und vorsätzlich am Körper, der Gesundheit oder der Freiheit verletzt oder mit einer solchen Verletzung oder der Verletzung des Lebens widerrechtlich gedroht, ist in der Regel die gesamte Wohnung zur alleinigen Benutzung zu überlassen. Der Anspruch auf Wohnungsüberlassung ist nur dann ausgeschlossen, wenn keine weiteren Verletzungen und widerrechtlichen Drohungen zu besorgen sind, es sei denn, dass dem verletzten Ehegatten das weitere Zusammenleben mit dem anderen wegen der Schwere der Tat nicht zuzumuten ist.

(3) Wurde einem Ehegatten die Ehewohnung ganz oder zum Teil überlassen, so hat der andere alles zu unterlassen, was geeignet ist, die Ausübung dieses Nutzungsrechts zu erschweren oder zu vereiteln. Er kann von dem nutzungsberechtigten Ehegatten eine Vergütung für die Nutzung verlangen, soweit dies der Billigkeit entspricht.

(4) Ist nach der Trennung der Ehegatten im Sinne des § 1567 Abs. 1 ein Ehegatte aus der Ehewohnung ausgezogen und hat er binnen sechs Monaten nach seinem Auszug eine ernstliche Rückkehrabsicht dem anderen Ehegatten gegenüber nicht bekundet, so wird unwiderleglich vermutet, dass er dem in der Ehewohnung verbliebenen Ehegatten das alleinige Nutzungsrecht überlassen hat.

§ 903 BGB
Befugnisse des Eigentümers

Der Eigentümer einer Sache kann, soweit nicht das Gesetz oder Rechte Dritter entgegenstehen, mit der Sache nach Belieben verfahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen. Der Eigentümer eines Tieres hat bei der Ausübung seiner Befugnisse die besonderen Vorschriften zum Schutz der Tiere zu beachten.







Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren. Zufriedenheit bedeutet , dass keine Verständnisfragen mehr bestehen und die Frage vollumfänglich beantwortet worden ist.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag!



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Stresemannstr. 46
27570 Bremerhaven
[email protected]
Fax.0471/140244




Danjel Newerla, Dipom Jurist
Kategorie: Familienrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung: Rechtsanwalt
Danjel Newerla und 2 weitere Experten für Familienrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

die Ausführungen des Kollegen erlaube ich mir zu präzisieren.

Entscheidend für die Zuweisung an einen Ehegatten ist, ob dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden (Abs 1 S 1 aE).

Dazu zählen Gewalttätigkeiten, Gefährdung des Kindeswohls,..

Weiterhin sind die Belange des anderen Ehegatten zu berücksichtigen.

In Ihrem Fall ist vor allem bei dieser Abwägung zu berücksichtigen sind die dinglichen Rechte eines Ehegatten an der Wohnung (OLG Köln FamRZ 1994, 632).

Im vorliegenden Falle wird eine Zuweisung der Ehewohnung daher schwierig werden. Zudem muss an die Ehefrau dann eine Nutzungsentschädigung gezahlt werden.


Mit freundlichen Grüßen


Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht

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