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Sandra100784
Sandra100784, staatlich anerkannte Erzieherin
Kategorie: Erziehung
Zufriedene Kunden: 6
Erfahrung:  Arbeit in einer U3 Gruppe, Fortbildung im Bereich Sprache, LES, Psychomotorik u. Erste Hilfe am Kind
59755210
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Sandra100784 ist jetzt online.

Hallo und Guten Abend, mein Sohn 5 Jahre h rt kaum mehr wenn

Kundenfrage

Hallo und Guten Abend,
mein Sohn 5 Jahre hört kaum mehr wenn man was zu Ihm sagt.Es wird dann nur die Zunge rausgestreckt oder man bekommt Ausdrücke an den Kopf geschmissen.Haben es schon mit Strafen probiert aber nichts hilft,Was kann Ich tun?
Gepostet: vor 6 Jahren.
Kategorie: Erziehung
Experte:  Sandra100784 hat geantwortet vor 6 Jahren.
Hallo,

Ihr Kind ist im Vorschulalter und sein Verhalten sind wahrscheinlich die Zeichen seiner Gefühlsaufruhr. Kinder in diesem Alter sind oft hin und her gerissen von ihren Gefühlen. In dem einen Moment ist er der große Junge, der schon alles kann und will und im anderen Moment möchte er wieder mit Mama kuscheln und ganz klein sein. Er löst sich immer mehr von Ihnen, möchte immer mehr selbständig handeln, was wiederum Verlustängste mit sich bringt.
Die Schule ist ein neuer Einschnitt im Leben eines Kindes. Die Kinder freuen sich darauf, haben aber gleichzeitig Angst vor dem Unbekannten.
Viele Kinder sind in dieser Lebensphase cool, flapsig und manchmal sogar richtig aggressiv. Manche werden in diesem Alter aber auch sehr introvertiert und sind voller Ängste.
Und zu diesem Ablösungsprozess gehört auch, dass sich Kinder im Vorschulalter manche absolut unpassende Frechheit ihren Eltern gegenüber herausnehmen – was selbst die geduldigste Mama und den entspanntesten Papa verärgert. Die Motivation: Seht her, was ich mich schon traue. Ich rebelliere gegen die wichtigsten Menschen in meinem Leben! Untersuchungen haben ergeben, dass Eltern in keiner Lebensphase ihre Kinder häufiger bestrafen. Aber damit können sie viel zerstören. Beim Kind kommt dabei nämlich vor allem die Botschaft an: Mama (oder Papa) mag mich nicht mehr, wenn ich groß sein will.

Sagen Sie Ihrem Sohn von Anfang an, dass Sie einen solchen Ton nicht wünschen. Aber nicht mit vielen Worten und großen Erklärungen, sondern kurz und knapp. Klare Regeln sind jetzt ganz wichtig. Und er sollte auch lernen, dass Unverschämtheiten nicht ohne Folgen bleiben, zum Beispiel, dass man sich hinterher entschuldigen muss.
Aber nehmen Sie seine Frechheiten auf keinen Fall persönlich und seien Sie auch nicht nachtragend.
Was Ihr Sohn jetzt braucht, sind Eltern, die Felsen in der Brandung sind und sich von Provokationen nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Das ist manchmal gar nicht so einfach. Gerade wenn Kinder sich schon recht gut ausdrücken können, klingen ihre Worte viel verletzender.
Trotzdem: Sie wissen noch nicht wirklich um die Wirkung ihrer Worte und wollen auch nicht verletzen.
Noch sind Papa und Mama für sie nämlich die Größten, der Rettungsanker und Heimathafen.

Bleiben Sie gelassen, lassen Sie sich nicht auf Machtkämpfe ein, machen Sie klare Ansagen und grenzen Sie sich ansonsten ab.
Später können Sie ihn in einem ruhigen Moment liebevoll akzeptierend fragen: ,Na, was war denn da los mit dir?‘
Und zum Trost: Es ist eine Phase, die vorübergeht.


Zum Thema Schimpfwörter:
Kinder probieren sich aus. Derbe Sprüche und Schimpfwörter sind ein wichtiger Versuchsballon für Kinder. Sie ahnen, dass mit diesen Wörtern irgendetwas nicht stimmt, und wollen wissen, wie Eltern in der Erziehung darauf reagieren.
Bleiben Sie ruhig und schimpfen Sie nicht sofort los, sondern klären Sie auf: Klären Sie zunächst, ob Ihr Kind überhaupt weiß, was es da redet. Oft schnappen Kinder Sprüche und Schimpfwörter von anderen Kindern auf und plappern sie nach, um cool zu wirken und in der Gruppe anerkannt zu sein. Manchmal gehen Schimpfwörter auch auf Kosten anderer. Sie können nicht immer einschätzen, wie verletztend Worte sein können. Den Sinn des bekannten Bibelspruchs „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“, wird auch Ihr Sohn schon verstehen.

Grenzen setzen: Sagen Sie ihrem Sohn einmal deutlich, dass Sie den Spruch nicht hören möchten. Aber lassen Sie sich von ihm nicht provozieren. Je weniger Beachtung es für die Wörter oder Sätze gibt, desto schneller werden sie langweilig.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Weitere Fragen beantworte ich gerne.

Ganz freundliche Grüße
Sandra