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diplompsychologe
diplompsychologe, Diplom
Kategorie: Erziehung
Zufriedene Kunden: 1254
Erfahrung:  Abschluss Pädagogische Psychologie
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diplompsychologe ist jetzt online.

Unser Sohn (3,5 Jahre) probt gerade (in den letzten Wochen

Kundenfrage

Unser Sohn (3,5 Jahre) probt gerade (in den letzten Wochen und Monaten) den Aufstand gegen mich, die Mutter. Er ist ein Einzelkind, mein Mann und ich sind 38 und 40 Jahre alt. Neben all den gutgemeinten Ratschlägen zu Konsequenz & Co. (die ich versuche, zu beherzigen), habe ich den Eindruck, die Sache läuft aus dem Ruder. Es äußerst sich bei unserem Sohn durch Schreianfälle und hysterisches, brüllendes Weinen, und er hält das locker eine halbe Stunde am Stück durch. Er wird knallrot und zittert am Ende am ganzen Leib, sagt auch, er kann nicht mehr, macht dann aber weiter. Er schreit sich sozusagen ein und findet alleine nicht mehr den Ausgang, bis ich (und immer ich, kein anderer wird akzeptiert - er hat diese Attacken aber auch nur in der Intensität mit mir) auf ihn zugehe und einen Kompromiss oder anderen Vorschlag bringe. Auslöser sind immer völlig nichtige Angelegenheiten, die von seinem "Plan" abweichen (z.B. habe ich die Zahnpasta auf die Bürste gemacht, nicht er. Oder ich habe meine Jacke vor ihm angezogen, aber er wollte erster sein,... etc.). Das ist dann der Startschuss für einen Anfall, der wie gesagt gern mal eine halbe Stunde oder länger dauert. ... Ist es vorbei (also habe ich ihn rausgeholt), schmiegt er sich an mich, sagt es tut ihm leid und er macht das nie wieder.
In den Situationen selbst reagiere ich zwischen anfänglichem Beschwichtigen und Beruhigen bis hin zu Schreien und Drohen am Ende (oder auch rausgehen, aber er läuft hinterher) - doch er hört eigentlich nichts davon, weil er einen ganz anderen Film laufen hat und nicht zugänglich ist.
Wenn alles vorbei ist, nehme ich ihn in den Arm und kuschel mit ihm und rede auch mit ihm darüber, entschuldige mich, sage, dass es so nicht geht und wir so nicht miteinander sein wollen. Vielleicht ist das zu viel für ihn (mental/verständnismäßig). Aber ich weiß nicht anders damit umzugehen.
Ich würde gern wissen, was das ist, was ihn so umtreibt, welches Thema er da mit mir hat und wie ich es 1. abstellen kann und 2. ihm helfen kann. Denn so kann es nicht weitergehen. Er fängt jetzt an, nach mir zu schlagen und alles wird immer schlimmer/häufiger. ... Was sollen wir tun?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erziehung
Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage.

Wie Ihnen geht es oft vielen Eltern und das gerade bei Einzelkindern, d.h. Sie machen erst Mal nichts grundsätzlich Falsch und stehen der ganzen Sache nicht machtlos gegenüber. Denn es geht um Macht und das Begrenzen von Macht was Eltern sehr häufig in arge Konflikte mit Ihren Kindern bringt. Oft ist es und hier geht es ja um die Frage des Verstehens, dass Kinder sich durch brüllen, schlagen oder rum bocken ect. eine Möglichkeit schaffen (sich erkämpfen) auf sich aufmerksam zu machen, aber auch aufmerksam auf Probleme die Sie als Kind mit der Lebensumwelt (Eltern) haben. Denn oft überfordern Eltern, die es auch oft zu gut meinen mit Ihre Kinder, nämlich in dem Sie Kindern keinen "Freiraum" geben sich selber ein Bild von der Welt und der Interaktion zu machen. Es reicht Kindern meist aus und oft lernen Sie viel mehr, wenn Sie mit gleichaltrigen Kindern spielen und in den Kindergarten gehen. Wir alle und Kinder auch sind soziale Wesen die es mit "aller Macht" darauf anlegen sich Ihren Platz in dem Lebensumfeld zu suchen. Stellen Sie möglichst Situationen her, auch mit der Herangehensweise Ihrer Person (des Ehemannes), dass Ihr Kind wählen kann und merkt, nicht durch brüllen und rum bocken bekomme ich was ich will, muss mich der "Begrenzung" erwehren, nein es lernt, ich entscheide und bin ein Teil der sozialen Umwelt, aber habe auch die Konsequenz dafür zu tragen (zu ertragen) und was ist bitte so schlimm daran auch mal auf die eine oder andere, sich wieder verlierende Marotte des Kindes NICHT zu reagieren, in dem man es dafür maßregelt "komm jetzt, das geht nicht immer nach deinem Kopf, das kannst und darfst du nicht" usw., das Kind wieder und wieder so in seinem eigenen Erlebnisdrang sich auszuprobieren behindert. Ich weiss aus eigener Erfahrung und bin selber Vater eines 5jährigen Einzelkindes, dass dies nicht immer so geht, aber keine Angst, durch Autonomieerleben, das Erleben ein "mündiger Teil" der Familie zu sein, der mit einbezogen wird und dem man nicht vorschreibt, weil man es ja besser weiss als Eltern, was richtig und was falsch ist oder was gut oder schlecht ist, gibt man den Weg zu einer eigenständigen Entwicklung frei und das Kind lernt Grenzen des Handelns nicht dadurch kennen, dass es begrenzt wird, sondern für sich selber die Erfahrung machen darf und kann. Stellen Sie einfach mal mit Ihrem Mann gemeinsam ein Liste zusammen, wo Sie nur die Dinge eines Tages aufschreiben, wo Sie Ihrem Kind wie auch immer etwas Vorschreiben, es begrenzen in seinem Handeln, nur weil Sie meinen es ist gut für das Kind. Fragen Sie sich ein mal selber, wissen wir es wirklich was Gut oder Schlecht ist für unser Kind, wir wissen also wie das Kind fühlt und denkt mit 3 1/2 Jahren, das wird zumindest ein sehr schwieriges Unterfangen.

Denken Sie immer daran Konsequenz ist zwar wichtig, aber nicht alles in der Erziehung. Wesentlicher ist es Räume zu schaffen in einem Rahmen der schon vorgegeben sein muss, aber der es ermöglicht, auch wenn es nur das Kinderzimmer ist. Zu lernen, vielleicht mal nicht mehr treten zu können und etwas zu suchen und selber danach zu fragen, ob die Mama mit aufräumen hilft, als darauf zu drängen, das ja alles nach dem Spielen jeden Tag ordentlich an seinem Platz ist und aufgeräumt wird.

Sollten jedoch die Schwierigkeiten mit Ihrem Sohn, auch nach meinem kleinen Hinweis Ihrem Kind mehr Freiräume zu geben, d.h. nicht er kann machen was er will, dann möchte ich Ihnen doch anraten einen Kinder- und Jugendpsychologen aufzusuchen, denn oft können und das will ich nicht vergessen zu schreiben, auch psychische tiefergehende Probleme bei einem solchen Verhalten dahinterstecken.

Aber warten Sie erst ein mal noch ab und entscheiden dann mit Ihrem Mann gemeinsam und fixieren Sie sich nicht zu sehr auf ihre Elternschaft (sehr häufig bei spätgebärdenden Müttern).

Ich hoffe, ich konnte mit meinen kurzen Ausführungen Ihnen zumindest ein Stück weiter helfen und wünsche Ihnen trotz der kleinen Turbulenzen mit Ihrem Kind alles Gute für die Zukunft.

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Die Ausführungen und Meinungen des Antwortgebers ersetzen weder eine fachlich ausreichende psychologische Diagnostik oder Therapie, sondern beinhalten nur punktuell Hilfestellungen, Vorschläge und Lösungsansätze bei unterschiedlichen Problemen sowie Konflikten.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ich habe keine weiteren Fragen. Und hatte schon auf den Button "Rückerstattung" gedrückt. Ich bitte um Bearbeitung. Danke.

Experte:  diplompsychologe hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Fragestellerin,

im Moment bin ich etwas überfragt, denn normal bedeutet "Rückerstattung" für mich als Auftragnehmer, dass Sie nicht bezahlen möchten und mit der Beantwortung unzufrieden waren, was mir sehr leid tun würde und was kann ich da noch bearbeiten. Wir als Antwortgeber können nichts weiter machen, als auf die Bezahlung zu warten und das Andere übernimmt komplett "just answer" für uns.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Mit freundlichem Gruß

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