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Dr. Holger Traub
Dr. Holger Traub, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 5826
Erfahrung:  Vertragsrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Immobilienrecht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht
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Dr. Holger Traub ist jetzt online.

Mein Bruder ist vor kurzem verstorben. Lebte in Spanien,

Beantwortete Frage:

Mein Bruder ist vor kurzem verstorben. Lebte in Spanien, Lanzarote. Seine Frau verstarb 3 Monate vorher. Keine Kinder. Ein Haus im Eigentum und ein Motorboot ist zu vererben. Bin der letzte direkte Verwandte, (Bruder). War letzte Woche auf Lanzarote und musste erfahren, das mein Bruder lt. Testament, meine Nichten und Neffen bestimmt hat. War aber noch keine Eröffnung des Testaments, das bei einem spanischen Notar aufliegt.
Gepostet: vor 2 Monaten.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Dr. Holger Traub hat geantwortet vor 2 Monaten.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Nutzung von JustAnswer. Gerne will ich Ihnen Ihre Frage auf Grundlage des geschilderten Sachverhalts beantworten und Ihnen bei Ihrem Anliegen weiterhelfen.

1.) Anwendbares Recht

Vorliegend ist davon auszugehen, dass, wenn im Testament nichts anderes geregelt, spanisches Erbrecht zur Anwendung kommt.

Bisher unterliegt nach deutschem Recht (Art 25 EGBGB) die „Rechtsnachfolge von Todes wegen“ dem Recht des Staates, dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes angehörte.

War der Erblasser Deutscher, galt also deutsches Erbrecht. Dies ändert sich durch die EU-Erbrechtsverordnung.

Ab dem 17. August 2015 unterliegt die gesamte Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, in dem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes

seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte (Art. 21 EU-ErbVO). Dies ist Spanien.

2.) Pflichtteilsanspruch

Das spanische Pflichtteilsrecht ist ein Noterbrecht, Art. 806 CC. Das bedeutet, dass der Erblasser über einen bestimmten Anteil am Vermögen (legítima) nicht verfügen darf. Hierdurch erhält der Pflichtteilsberechtigte, anders als im deutschen Recht, eine unmittelbare (auch dingliche) Teilhabe am Nachlass. Pflichtteilsberechtigte sind die Kinder im Verhältnis zu ihren Eltern und Voreltern, die Eltern und Voreltern gegenüber ihren Kindern und Abkömmlingen, außerdem auch der überlebende Ehegatte, Art. 807. Sind Kinder vorhanden, sind 2/3 des Nachlasses nicht mehr verfügbar, bei Eltern beträgt dieser Anteil 1/2, Art. 809 f. CC.

Geschwister sind wie im deutschen und österreichischen Recht prinzipiell einmal nicht pflichtteilsberechtigt.

Da in Ihrem Fall doch Vermögen vererbt wird, wäre die Prüfung der Rechtslage durch einen Rechtsanwalt angezeigt und zu empfehlen. Ggf. leidet das Testament an einem Mangel oder ist anfechtbar, wodurch Sie als gesetzlich Nächststehender wiederum begünstigt wären.

Daher sollten sämtliche Möglichkeiten durch einen fachkundigen Kollegen geprüft werden. Hierfür können Sie beispielsweise die im Link aufgeführte Kanzlei kontaktieren:

https://www.wf-frank.com/startseite.html

Ich hoffe, Ihre Frage hinreichend beantwortet zu haben. Für weitere Fragen stehe ich über den Button "Experten antworten" zur Verfügung.

Über eine positive Bewertung Ihrerseits (anklicken von 3 bis 5 Bewertungssternen) für meine Ausführungen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Traub

-Rechtsanwalt-

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