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rebuero24
rebuero24, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 3098
Erfahrung:  Tätigkeit als Rechtsanwalt und Mediator im Erbrecht
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Ich habe von einer Bekannten, um die ich mich gekümmert

Kundenfrage

ich habe von einer Bekannten, um die ich mich gekümmert habe, ein Fahrzeug gekauft zu einem sehr niedrigen Preis. Es existiert ein Kaufvertrag über dieses Fahrzeug. Wert ungefähr 5.000 Euro, Kaufpreis lag bei 200 Euro.
3 Monate später ist meine Bekannte leider verstorben, das Auto wurde umgemeldet. Ich habe für meine "Dienste" kein Geld bekommen.
Nun zweifelt der Nachlassverwalter diesen Kauf an und möchte von mir Geld für dieses Fahrzeug haben, da der Nachlass geringfügig verschuldet ist. Der Sohn hat das Erbe abgelehnt.
Wie verhalte ich mich?
Vielen Dank vorab.
LG ***
Gepostet: vor 10 Monaten.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 10 Monaten.

Sehr geehrter Fragesteller,

um welche Dienste handelte es sich hier und welchen Wert hatten diese Dienste?

Gerne antworte ich Ihnen weiter.

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Diese "Dienste" umfassten alles, was in die Versorgung meiner Bekannten und ihrem Mann fiel. Der Ehemann meiner Bekannten kam in ein Heim. Meine Bekannte war zu Hause mit ihrer Krebserkrankung. Ich habe für beide die Wäsche gewaschen ich habe für meine Bekannte eingekauft gekocht gewaschen. Unter anderem habe ich sie gebadet, im Krankenhaus betreut und sämtliche schriftlichen Aktivitäten übernommen., und das jeden Tag. Teilweise habe ich Urlaub genommen, um mit ihr zum Arzt fahren zu können. Den Wert mag ich nicht bestimmen, da ich es aus Fürsorge getan habe.
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 10 Monaten.

vielen Dank für die weiteren Informationen.

Sie könnten hier gegebenenfalls mit Forderungen des Nachlassverwalters die Aufrechnung erklären, sofern sich herausstellen sollte, dass ein höherer Wert tatsächlich des Fahrzeugs vorhanden gewesen ist. Insofern müsste man sich zwar auch den Kaufvertrag anschauen, ob hier gegebenenfalls diesen Leistungen mit im Kaufvertrag erwähnt sind, falls nicht, dürfte es sich die Differenz zum Kaufpreis hier einerseits als Abgeltung der von Ihnen ausgeübten Leistungen darstellen und andererseits auch das Fahrzeug benötigt worden sein, um diese Leistungen selbst auszuüben.

Auch dies sollten Sie dem Nachlassverwalter mitteilen und darstellen, dass das Fahrzeug nicht nur mit dem Kaufvertrag angegebenen Preis vergütet worden ist, sondern eben mit den von Ihnen durchgeführten Leistungen.

Wie geschrieben, sollten Sie mit diesem, grob wertmäßig bestimmten Leistungen, sodann die Aufrechnung erklären.

Ich hoffe, dass ich Ihnen zunächst hilfreich geantwortet habe und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Über eine anschließende positive Bewertung freue ich mich.

Viele Grüße

Christian Joachim

Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Das heisst, der Kaufvertrag ist in dieser Form nicht gültig?
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 10 Monaten.

Ja, dies kann durchaus sein, wenn man eine Sittenwidrigkeit nach § 138 BGB annehmen würde. Dies hat zum Beispiel das Oberlandesgericht Oldenburg (OLG Oldenburg, Urteil vom 2.10.2014 – 1 U 61/14) in einem Urteil so gesehen, in dem es um einen zu niedrigen Grundstückskaufpreis ging.

Daher müssten Sie darstellen, dass nicht der nur der Kaufpreis im Kaufvertrag hier Grundlage gewesen ist, sondern auch ihre Bemühungen und Dienstleistungen. Wird das nicht akzeptiert, müssten Sie diese sodann im Rahmen der Aufrechnung gegen mögliche Ansprüche des Nachlassverwalters geltend machen.

Kunde: hat geantwortet vor 10 Monaten.
Im Kaufvertrag ist nichts aufgerechnet. Dies war ein reiner Kaufvertrag für dass Fahrzeug. Da sie wollte, dass ich den Wagen bekomme, sie aber kein Testament aufsetzen wollte, haben wir dies über den Vertrag so geregelt.
Wie gehe ich nun am besten vor? Ich habe finanzielle Aufwendungen in diese Pflege gebracht, die ich allerdings auch nicht nachweisen kann.
LG ***
Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 10 Monaten.

es ist natürlich nicht gut, dass sie keine Nachweise haben. Allerdings wird sich sicherlich die Möglichkeit ergeben, dass Personen ihre Pflegemaßnahmen und weiteren Dienste bezeugen können. insofern sollten Sie diese Dienste zusammenfassen und kapitalisieren und den daraus zurechnen Betrag zur Aufrechnung bringen.

Sofern im Kaufvertrag keine weiteren Positionen als lediglich der geringe Kaufpreis zu sehen ist, wird Ihnen andererseits keine Wahl bleiben, als hier den Kaufvertrag als eine Art Gegenleistung anzusehen und diesen insofern auch mit ins Spiel zu bringen.

viele Grüße

Experte:  rebuero24 hat geantwortet vor 9 Monaten.

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