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ra.weichel
ra.weichel, Sonstiges
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 317
Erfahrung:  Rechtsanwalt
95252382
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ra.weichel ist jetzt online.

Guten Tag, ich wurde Vorerbe eines landwirtschaftlichen

Kundenfrage

Guten Tag,
ich wurde Vorerbe eines landwirtschaftlichen Betriebes, weil die Kinder des Erblassers zum Todeszeitpunkt noch minderjährig waren. Das älteste hofesfähige Kind wird zu einem bestimmten Zeitpunkt das (Nach-)Erbe antreten. Bis dahin liegen alle Pflichten bei mir. Von den Pachteinkünften muss ich den Betrieb in gutem Zustand erhalten, alle Rechnungen bezahlen und einen Teil für Versorgung und Ausbildung der Kinder verwenden. Über den "Rest" kann ich frei verfügen. Anderweitig habe ich keinerlei Verfügungsberechtigung, ich darf Grundstücke weder Verkaufen noch beleihen und alles für die Kinder erhalten.
Bin ich nun definitionsmäßig tatsächlich Erbe oder eher eine Art Verwalter mit kleinem Einkommen aus dem Betrieb?
Steuerrechtlich ist das insoweit relevant, als das der Erblasser lediglich mein Bruder war und somit auf mich eine hohe Steuerschuld zukäme/zukommt.
Danke!
Gepostet: vor 11 Monaten.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  ra.weichel hat geantwortet vor 11 Monaten.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen geschilderten Sachverhaltsmomente wie folgte beantworte:

Als sog. Vorerbe sind Sie nicht nur „Verwalter mit kleinem Einkommen aus dem Betrieb“. Vielmehr sind sie tatsächlich Erbe.

Der Vorerbe erhält mit dem Erbfall die volle und wahre Rechtsstellung eines Erben und wird für die Zeit der Vorerbschaft Inhaber aller zum Nachlass gehörenden Rechte.

Die Vorerbenberufung hat zur Folge, dass im Eintritt des Erbfalles die Erbmasse auf den Vorerben übergeht und – soweit nichts anderes bestimmt wurde - erst bei dessen Tod, das Erbe an die gesetzlichen Nacherben nach § 2106 BGB weitergereicht wird.

Ferner haben Sie nach § 2112 BGB das Recht über die zur Erbschaft gehörenden Gegenständen frei zu verfügen. Rechtlich sind Sie also Eigentümer des Nachlasses und damit grundsätzlich zur Verfügung der Nachlassgegenstände befugt.

Das Gesetz enthält in den §§ 2113 – 2115 BGB jedoch einige Verfügungsbeschränkungen. Diese Beschränkungen wollen sicherstellen, dass zum Zeitpunkt des Nacherbeneintritts die Erbmasse noch vorhanden ist. So sind insbesondere Verfügungen von Grundstücken verboten, sofern sie das Recht des Nacherben vereiteln oder beeinträchtigen würde. Jedoch haften Sie nach § 2132 BGB nicht für die gewöhnliche Abnutzung der Erbschaftsgegenstände. Damit wird noch einmal klargestellt, dass Sie zur ordnungsgemäßen Benutzung bis hin zum vollständigen Verbrauch der Gegenstände rechtlich befugt sind. Die Erträge dürfen Sie jedoch für sich behalten („das sog. Einkommen aus dem kleinen Betrieb“).

Ich hoffe Ihnen einen ersten verständlichen Überblick gegeben zu haben und bedanke ***** *****ür das entgegengebrachte Vertrauen.

Soweit noch Rückfragen bestehen, können Sie gerne die Rückfragefunktion nutzen. Andernfalls bitte ich Sie abschließend Ihre positive Bewertung für die anwaltliche Beratung abzugeben (klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne=3-5 Sterne).

Mit freundlichen Grüßen

Weichel
Rechtsanwalt

Experte:  ra.weichel hat geantwortet vor 11 Monaten.

Sehr geehrte Fragestellerin,

​ich bitte Sie abschließend Ihre positive Bewertung für die anwaltliche Beratung abzugeben (klicken Sie hierzu auf die Bewertungssterne = 3-5 Sterne).

Freundliche Grüße
Rechtsanwalt

Experte:  ra.weichel hat geantwortet vor 11 Monaten.

Sehr geehrte Fragestellerin,
Sie haben die in Anspruch genommene anwaltliche Beratung noch nicht bewertet. Bitte geben Sie abschließend Ihre positive Bewertung ab.

Freundliche Grüße
Rechtsanwalt

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