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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26026
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Meine 86jährige Mutter hat ein Haus mit Grundstück

Kundenfrage

Meine 86jährige Mutter hat ein Haus mit Grundstück. Wir sind 3 Kinder und seitdem ich (***) in Rente bin, kümmere ich mich besonders um meine Mutter. Anfallende Reparaturarbeiten am Haus, Arztbesuche, täglicher Einkauf, baden usw. werden durch mich und meinen Mann abgedeckt. Meine Mutter hat keine Pflegestufe und in ihrem Testament folgendes verfasst: "Da sich insbesondere in den letzten Jahren (seit 2011) meine jüngste Tochter Brigitte intensiv um mich kümmerte und mich pflegte, möchte ich, dass sie den Anspruch geltend macht, der ihr nach § 2057a BGB zusteht (Ausgleichszahlung)." Meine Frage ist, wo muss ich diesen Anspruch geltend machen und wie errechnet er sich. Steht mir die Ausgleichszahlung auch dann zu, wenn meine Mutter keine Pflegestufe hatte? (zur Erklärung: das Testament wurde nicht beim Notar hinterlegt; mein Name ist ***)

Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank ***** ***** Anfrage.
Darf ich Sie höflich fragen:
Wie ist denn die Erbfolge im Testament bestimmt?
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 2 Jahren.

Der Originaltext im Testament lautet:

Mein letzter Wille

Ich, ***, geboren am 05.12.1927 lege mit diesem Testament meinen letzten Willen fest.

Da sich insbesondere in den letzten Jahren (seit 2011) meine jüngste Tochter *** intensiv um mich kümmerte und mich pflegte, möchte ich, dass sie den Anspruch geltend macht, der ihr nach § 2057a BGB zusteht (Ausgleichszahlung).

Mein Haus mit Grundstück am *** erben meine 3 Kinder ***.

Die errechnete Ausgleichszahlung soll vom Erlös des Haus-/Grundstücks-verkaufs abgezogen und an Brigitte ausgezahlt werden. Des weiteren sollen vom Erlös des Haus-/Grundstückverkaufs ein Betrag von je xxxxx € an meine Urenkel *** und *** ausbezahlt werden.

Den verbleibenden Restbetrag sollen zu gleichen Teilen meine 3 Kinder *** erben.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
haben Sie vielen Dank ***** ***** Mühe.
In dem Testament Ihrer Mutter wird schon richtig beschrieben, wie der Ausgleichsanspruch abgewickelt wird.
Die Ausgleichung erfolgt vielmehr bei der Teilung des Nachlasses (§ 2057a Abs 4 BGB). Der Ausgleichungsbetrag wird von demjenigen Teil des Nachlasses, der den Abkömmlingen - sowohl den berechtigten als auch den verpflichteten Abkömmlingen - zukommt, abgezogen. Der verbleibende Betrag wird im Verhältnis der Anteile der Abkömmlinge geteilt.
Das bedeutet, der Ausgleichsbetrag wird vom Verkaufserlös vorweg abgezogen.
Der Rest wird dann nach Abzug der Vermächtnisse an die Urenkel zwischen den Erben gleichmäßig verteilt.
Was die Berechnung des Ausgleichungsanspruches selbst anbelangt, so hat der Gesetzgeber bewusst davon abgesehen, eine genaue Ermittlung der einzelnen Leistungen zu verlangen.
Bei der Berechnung zu berücksichtigen sind Dauer und Umfang der auszugleichenden Leistung, insbesondere also der Leistungszeitraum insgesamt, täglicher Aufwand, deren Wert für den Nachlass.
Darauf ob Ihre Mutter eine Pflegestufe hatte kommt es nicht an.
Sie sehen, die Berechnung des Ausgleichs ist stark von Billigkeitsüberlegungen abhängig.
Um einen ungefähren Wertansatz zu erhalten müssten Sie einmal bei den Dienstleistungen die aufgewendete Zeit bestimmen. Pro Stunde kann ein Wert von 10-15 EUR angesetzt werden.
Was die Reparaturmaßnahmen anbelangt so ist die damit verbundene Wertsteigerung einzubeziehen.
Letztlich kann nur ein Gericht im Streitfall den Wert Ihrer Leistungen verbindlich festlegen.
Für Sie und Ihre Geschwister wäre es daher sehr hilfreich wenn Ihre Mutter dieses Testament ergänzt und (vielleicht zusammen mit Ihnen ) den Wert der Ausgleichsforderung im Testament bereits niederlegt. Dies wäre dann für die Erben verbindlich.
Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.
Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 2 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,
habe ich Ihre Fragen beantwortet?
Wenn ja, dann würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.
Ansonsten fragen Sie gerne nach!
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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