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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16811
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten Abend Herr Rösemeier, ich habe eine Frage zum Erbrecht

Kundenfrage

Guten Abend Herr Rösemeier,
ich habe eine Frage zum Erbrecht und ich würde mich freuen wenn Sie mir weiterhelfen könnten.
Meine Mutter ist im Jahr 1999 gestorben und mein Vater hatte 2008 einen Schlaganfall und ist seitdem ein Pflegefall (Stufe 2). Er hatte vor dem Schlaganfall nichts erbschaftlich bzw. testamentlich geordnet.
Ich bin sein gesetzlicher Verteter in allen Angelegenheiten.
Nun ist es so, dass ich seit ca. 15 Jahren mein Elternhaus ausbaue und meinen Bruder bis heute, er ist jetzt 21, in dem Haus mit groß gezogen habe.
Da ich nun auch eine eigene Familie habe (2 Kinder), wollte ich Ordnung in die ungeklärten Verhältnisse haben.
Somit bin ich auf das Betreuungsgericht gegangen und habe mein Anliegen vorgebracht. Es wurde ein Ergänzungsbetreuer (Rechtsanwalt) bestellt, ein Verkehrswertegutachten über mein Elternhaus wurde erstellt und es wurde ein weiterer Gutachter (Psychologe) über das Gericht bestellt, welcher aussagt, dass mein Vater nicht mehr überblicken würde, wenn er das Grundstück mit Elternhaus mir schenken würde. (So die Kurzform des Gutachtens) Mir und der Ergänzungsbetreuerin hatte er gesagt, dass er seinen Teil mir schenken will.
Aufgrund des Gutachtens müsste ich meinen Vater und meinen Bruder auszahlen. Wie soll ich mich im Weiteren verhalten?
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 2 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Ihre Mutter Miteigentümerin des Hauses war und Sie und Ihr Bruder bereits Miteigentümer zu 1/8 der Immobilie sind.

Hier wäre im ersten Schritt erst einmal anzustreben, sich mit dem Bruder über das 1/8, welches sich in seinem Eigentum befindet zu verständigen.

Ein Verkehrswertgutachten wurde bereits erstellt, so dass der Wert des Hauses bereits feststeht und man hier den Miteigentumsanteil des Bruders genau berechnen kann.

Allerdings haben Ihre Investitionen natürlich unter Umständen dazu beigetragen, dass die Immobilie im Wert steigt. Dies wäre natürlich bei einer Auseinandersetzung des Miteigentums zu berücksichtigen.

Der Gutachter müsste also dahingehend befragt werden, welche Wertsteigerung durch Ihre konkreten Investitionen erfolgt ist, so dass man den tatsächlichen Verkehrswert ermitteln kann.

Rechtlich haben Sie sich hier leider nicht abgesichert, was Ihre Investitionen angeht. Dies ist in Familien leider oft so. Für dringend notwendige Erhaltungsmaßnahmen haben Sie eigentlich einen Erstattungsanspruch gegenüber Ihrem Vater und Ihrem Bruder entsprechend der Miteigentumsanteile.

Diese müssten sich also an den Investitionen eigentlich beteiligen.

Die anteilige Übernahme der Investitionskosten von Vater und Bruder könnten dann mit dem Auszahlungsbetrag verrechnet werden.

Wenn Sie nun aber den Miteigentumsanteil des Vaters übernehmen und hierfür einen Kaufpreis bezahlen, wird es unter Umständen so sein, dass der Kaufpreis vollständig in die Pflege des Vaters fließt und Ihnen und Ihrem Bruder später nicht wieder als Erbe zufließt.

Ihr Vater hat testamentarisch nicht vorgesorgt, so dass nach seinem Tod gesetzliche Erbfolge eintreten würden und Sie und Ihr Bruder jeweils zur Hälfte seinen Miteigentumsanteil erben würden.

Insoweit könnte in Absprache mit Ihrem Bruder vereinbart werden, dass dieser einen beschränkten Erb- und Pflichtteilsverzicht in die Immobilie erklärt. In diesem Fall würden Sie dann Alleinerbe der Immobilie nach dem Tod des Vaters werden.

Zwischen Ihnen und Ihrem Bruder könnte dann durch gesonderte Vereinbarung festgelegt werden, welchen Abstandsbetrag Sie ihm hierfür leisten.

Der Erb- und Pflichtteilsverzicht des Bruders wäre aber zwingend notariell zu beurkunden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen.

Gerne stehe ich bei weiterem Klärungsbedarf zur Verfügung.

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