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RASchroeter
RASchroeter, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 7691
Erfahrung:  Rechtsanwalt, Immobilienökonom, MBA, Bankkaufmann
33364821
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
RASchroeter ist jetzt online.

Sehr geehrte Rechtsanwälte, mein Opa (väterlicher Seits, bereits

Kundenfrage

Sehr geehrte Rechtsanwälte,
mein Opa (väterlicher Seits, bereits 8 Jahre Witwer) ist am 18.06.2014 plötzlich verstorben und hinterlässt 2 Schwestern und einen Sohn (mein Vater). Der Sohn hat nur die Vollmacht über die Konten, eine Schwester hat die Generalvollmacht über den Tod hinaus und zusätzlich ein eigenhändiges Schreiben von meinen Opa von 2011, wie das Erbe aufgeteilt werden soll. In diesem Schreiben bekommt die Schwester mit ihrem Kind und ihrem Enkel der Reihe nach die gesamten Ersparnisse ohne explizite Aufteilung (über 50.000 €), die Wohnungseinrichtung (Möbel und Wertgegenstände aus den 50iger Jahren), 2 Münzsammlungen. Mein Vater erhält laut Schreiben 2 Garagen mit einem 4 Jahre alten Auto (behindertengerecht umgebaut) und 1 Oldi-Motorrad (nicht fahrtüchtig). Dieses Schreiben ist nur von meinen Opa unterzeichnet, nicht notariell beglaubigt und es wurde offensichtlich von der Schwester vorgefasst, was er nur abgeschrieben hat (sind nicht seine Worte). Zu erwähnen sei noch, dass mein Vater beim Ableben seiner Mutter seinen Pflichtanteil nicht eingefordert hat.
Nun meine Frage: Wie beurteilen Sie unsere Lage? Ist das Schreiben (Testament)rechtens? Kann man das Schreiben anfechten? Kann mein Vater vom 'flüssigen Geld' überhaupt enterbt werden?

Vielen Dank ***** *****!
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchroeter hat geantwortet vor 2 Jahren.

RASchroeter :

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

Nach der gesetzlichen Erbfolge ist Ihr Vater Alleinerbe. Wenn das Schreiben handschriftlich von Ihrem Opa verfasst und unterschrieben wurde ist dies zunächts formell wirksam. Ob das Testament angefochten werden kann, wäre an dem Gesundheitszustand Ihres Opas zum Zeitpuntk der Abfassung des Testaments zu bestimmen.

Jedenfalls kann Ihr Vater aber seinen Pflichtteil geltend machen, was ihm einen Ansprüch gegen seine Tante gewährt. Danach muss die Hälfte des Erbteiles an Ihren Vater ausgezahlt werden. D.h. Ihr Vater kann aufgrund des Pflichtteilsrechtes die Hälfte des Nachlasswertes verlangen.

Soweit die Fahrzeuge keinen größeren Wert haben, bestünde der Anspruch Ihres Vaters darin von dem Barvermögen, der Einrichtung und der Wertgegenstände den hälftigen Wert in Geld herauszuverlangen. Dieser Anspruch muss gegen die Tante geltend gemacht werden.

Der Pflichtteilsanspruch aus dem Erbe der Mutter ist leider schon verjährt.

Zur weiteren Vorgehensweise ist daher wichtig, den Wert des Nachlasses zu bestimmen, damit eine Auszahlung an Ihren Vater durch die Tante erfolgen kann.

RASchroeter :

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Für eine positive Bewertung wäre ich dankbar (bitte einmal auf den entsprechenden Smiley unter meiner Antwort klicken).

Viele Grüße

JACUSTOMER-bhl92g8c- :

Ist der Stichtag der Feststellung des Vermögens aus den Nachlass der Tag des Todes oder erst der Zeitpunkt nachdem die Beerdigungskosten beglichen wurden? In der Generalvollmacht wird extra darauf hingewiesen, dass die Schwester meines Opas die Beerdigung ausrichtet, sowie die Grabpflege übernimmt (Schwester wohnt 2h Fahrtweg entfernt) Wie verhalten wir uns am Besten, wenn wir nach der Grabpflege gefragt werden?

JACUSTOMER-bhl92g8c- :

Wer trägt die Kosten von einem Schätzer? Wer ihn anfordert oder die alleinige Erbin?

RASchroeter :

Maßgeblicher Zeitpunkt ist der Todestag des Erblassers.

Für die Grabpflege sollte im voraus ein Betrag für die kommenden Jahre zur Verfügung gestellt werden, damit es hier keine Streitigkeiten gibt.

Die Kosten des Schätzers für den Wert des Nachlasses sind aus dem Nachlass zu entrichten.

Viele Grüße

Experte:  RASchroeter hat geantwortet vor 2 Jahren.
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