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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Erbfall: Ehemann gestorben. Es erben Ehefrau und fünf Kinder

Kundenfrage

Erbfall: Ehemann gestorben. Es erben Ehefrau und fünf Kinder gemäß gesetzlicher Erbfolge. Da ein Kind gestorben, erbt entsprechend das Enkelkind 10%. Zum Enkelkind besteht kein persönlicher Kontakt.
Das Enkelkind macht per Anwalt Ihre Ansprüche geltend.
Es gibt ein Grundstück mit Haus, ein Sparkonto und ein gemeinschaftliches Girokonto (Gesamtwert alles zusammen ca. 200.000 €)
Die Ehefrau/ Witwe bewohnt allein das Haus. Die vier Kinder wollen derzeit nicht erben (ohne das sich der Erbanteil der Enkelin erhöht), damit die Mutter/ Witwe im Haus wohnen bleiben kann. Ziel wäre, das Enkelkind anhand des Guthabens vom Sparkonto des Erblassers auszubezahlen.
Eine Bestandliste über den Nachlass ohne Wertangaben wurde von der Witwe an den Anwalt der Enkelin übergeben. Dieser antwortet nun darauf zurück und stellt folgende Forderungen:
1. Der Rechtsanwalt verlangt die Erstellung eines Verkehrswertgutachten des Hausgrundstücks, zu beauftragen durch die Witwe beim Gutachterausschuss. Ist das so richtig? Muss die Witwe das Gutachten in Auftrag geben und zunächst bezahlen? Ist nicht die Enkelin dafür verantwortlich?
2. Der Rechtsanwalt verlangt durch die Witwe eine Bewertung der Wohnungseinrichtung. Muss die Witwe dies tun? Wenn ja, wie geht man dabei vor?
3. Für ein seit November abgemeldeten PKW Baujahr 1999 setzt der Anwalt einen Wert von € 2.000,- an. Dieser liegt maximal bei € 1.000,-. Wen kann man mit einem Verkehrswertgutachten beauftragen? Auto ist ja abgemeldet und nicht fahrbereit.
4. Für weitere persönliche Nachlassgegenstände (Uhr, Fahrrad, Rasenmäher, etc.) soll meine Mutter den Wert angeben. Ist das so richtig? Wenn ja, wie kann man den Wert ermitteln?

Für alle Fälle gilt die Frage: Können die entstehenden Kosten aus dem Nachlass (gesperrtes Sparkonto) des Ehemannes bezahlt werden?
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 3 Jahren.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte.

1. Der Rechtsanwalt verlangt die Erstellung eines Verkehrswertgutachten des Hausgrundstücks, zu beauftragen durch die Witwe beim Gutachterausschuss. Ist das so richtig? Muss die Witwe das Gutachten in Auftrag geben und zunächst bezahlen? Ist nicht die Enkelin dafür verantwortlich?

Da die Enkelin hier Miterbin geworden ist, besteht für die Witwe keine Verpflichtung ein Wertermittlungsgutachten in Auftrag zu geben. Diese Verpflichtung hätte nur dann bestanden, wenn die Enkelin lediglich pflichtteilsberechtigt gewesen wäre. Die Witwe kann daher darauf verweisen, dass ein Gutachten entweder durch die gesamte Erbengemeinschaft in Auftrag gegeben wird oder aber lediglich von der Enkelin, die hier beansprucht, ausgezahlt zu werden.

Der Auftraggeber für das Gutachten haftet dann auch für die Kosten des Gutachtens. Die Witwe kann sich daher darauf berufen, dass sie nicht verpflichtet ist, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Anzuraten wäre hier allerdings, sich auf ein Kurzgutachten zu einigen, da dieses weniger Kosten verursacht. Die Witwe sollte aber signalisieren, dass Sie bereit ist, das Haus durch einen Begutachter schätzen zu lassen.


2. Der Rechtsanwalt verlangt durch die Witwe eine Bewertung der Wohnungseinrichtung. Muss die Witwe dies tun? Wenn ja, wie geht man dabei vor?

Nein, denn der Witwe steht nach § 1932 BGB der gesamte Hausrat als Vorausvermächtnis zu. Der Hausrat wird damit nicht Bestandteil des Nachlasses.

Der Begriff der Haushaltsgegenstände ist weit zu verstehen.

Darunter fallen alle Gegenstände, die die Aufrechterhaltung des bisherigen Hausstands ermöglichen. Der Voraus umfasst zunächst typische Haushaltsgegenstände, wie Möbel, Einrichtungsgegenstände, Geschirr, Teppiche, Bettwäsche, Küchengeräte, aber auch Bücher, Musik-CDs, Schallplatten, Radio- und Fernsehgeräte, wertvolle Bilder und einen gemeinschaftlich privat genutzten Pkw. Entscheidendes Kriterium ist die Funktion der Gegenstände, d.h. sie müssen nach der Verkehrssitte zum gemeinsamen Lebensbereich gehören, ohne Rücksicht darauf, ob sie von nur einem Ehegatten benutzt wurden.

3. Für ein seit November abgemeldeten PKW Baujahr 1999 setzt der Anwalt einen Wert von € 2.000,- an. Dieser liegt maximal bei € 1.000,-. Wen kann man mit einem Verkehrswertgutachten beauftragen? Auto ist ja abgemeldet und nicht fahrbereit.

Auch hier gilt § 1932 BGB, wonach das Fahrzeug der Witwe als Vorausvermächtnis zusteht. Hierauf sollte die Enkelin verwiesen werden.


4. Für weitere persönliche Nachlassgegenstände (Uhr, Fahrrad, Rasenmäher, etc.) soll meine Mutter den Wert angeben. Ist das so richtig? Wenn ja, wie kann man den Wert ermitteln?

Persönliche Gegenstände, wie von Ihnen beschrieben gehören allerdings zum Nachlass und müssen bewertet werden. Hier reicht eine Schätzung vollkommen aus. Anzugeben wäre das Kaufjahr und dann kann man hier eine vorsichtige Schätzung der aktuellen Werte vornehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Gerne stehe ich bei weiterem Klärungsbedarf zur Verfügung. Ansonsten bitte ich höflich um eine positive Bewertung für meine Beratung. Vielen Dank.