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RA_UJSCHWERIN
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
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Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, wir sind 3 Erbberechtigte

Kundenfrage

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr, wir sind 3 Erbberechtigte (Kinder) der Verstorbenen.
Ich habe 21 Jahre lang bei meiner Mutter unentgeltlich gewohnt, zunächst noch mit meinem jüngsten Sohn für den ich zu sorgen hatte. Dafür habe ich meine Mutter nach Bedarf, gepflegt, versorgt habe Termine mit ihr wahrgenommen usw. eben alles was anfiel mit und für sie erledigt. Zuletzt war sie vor ihrem Tod 6 Monate im Pflegeheim wo ich sie zu Beginn täglich danach jedoch jeden 2.Tag besuchte. Mein Bruder hat sie während der 6 Monate max. 3 mal besucht. Ich habe noch eine Schwester die 5 Jahre jünger ist als ich, die aber im Rollstuhl sitzt nach einem Schlaganfall. Für sie erledige ich noch verschiedene Dinge nebenher (Einkaufen etc.) Sie wohnt in einer behindertengerechten Wohnung unabhängig. Unser Bruder ist seit ca. 1 Jahr geschieden nach 20-jähriger Ehe. Er hat nun eine "NEUE" und anscheinend drängt es nun zu erben. Er möchte so schnell wie mgl. das elterliche Haus leeren und verkaufen, unabängig davon, daß ich ja noch da wohne. Am Liebsten wär ihm, daß alles was sich noch im Haus befindet in den Container geworfen wird und das heute noch um morgen das Haus zu verkaufen, damit er übermorgen erben kann. Nun hat er das Thema Miete angesprochen bei mir. Wieviel Miete müsste ich bezahlen? Muss ich für das gesamte Haus zahlen oder nur für mein Drittel? Wie lange habe ich Zeit mir eine adequate Wohnung zu suchen? Ich habe seit Jahren eine Bankvollmacht von meiner Mutter die über den Tod hinaus geht. Was nützt diese Vollmacht jetzt noch? Inwiefern kann mir mein Bruder jetzt schaden wenn er es darauf anlegt? Was sollte ich noch alles beachten? Meine Schwester ist übrigens konform mit mir.
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 3 Jahren.
Werte Fragestellerin,

zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:

Zunächst einmal können die Erben nur gemeinschaftlich entscheiden, wie mit der Immobilie weiter verfahren wird. Ihr Bruder kann also nicht einseitig den Verkauf und die Räumung der Immobilie veranlassen.

Da Ihr Bruder aber nicht beabsichtigt, das Haus ebenfalls zu bewohnen und im übrigen den Verkauf begehrt, so kann er von Ihnen keine Nutzungsentschädigung für das Wohnen in der Immobilie verlangen.

Grundsätzlich haben die Miterben dann einen Anspruch auf Nutzungsentschädigung, wenn die Erbengemeinschaft gemeinsam den Entschluss fasst, dass ein Miterbe das Haus weiterhin bewohnt. Diese Entscheidung ist in Ihrem Fall nicht getroffen, denn der Bruder möchte den Verkauf.

Sie können sich also bezüglich der Nutzungsentschädigung darauf berufen, dass kein Anspruch besteht, wenn er den Verkauf will. Sie können sich hier auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg vom 10.02.2006 zu Aktenzeichen 10 U 18/05 berufen.

Nur wenn die Erbengemeinschaft beschließen würde, dass das Haus künftig von Ihnen alleine genutzt wird, so würde dann ab diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf Nutzungsentschädigung entsprechend § 745 BGB bestehen. Ihr Bruder hätte hier natürlich nur einen Anspruch entsprechend seinem Erbteil von 1/3 der ortsüblichen Miete für das Haus.

Die Nutzungsentschädigung würde sich der Höhe nach nach der ortsüblichen Miete der Immobilie richten.

Ihr Bruder alleine kann Sie nicht des Hauses verweisen. Hier müsste schon Ihr Bruder und Ihre Schwester zusammenwirken, was vorliegend nicht der Fall ist. Sie können sich also in Ruhe eine neue Wohnung suchen.

Die Bankvollmacht über den Tod hinaus ist dafür gedacht, dass nach dem Tod des Bankinhabers vom Konto noch Abbuchungen vorgenommen werden können.

Für die Auseinandersetzung des Erbes hat die Vollmacht daher bezüglich der Immobilie keine Bedeutung.

Sie sollten sich alle 3 zusammen setzen und klären, wie Sie weiter verfahren wollen. Vielleicht ist es Ihnen ja auch möglich, den Anteil des Bruders an der Immobilie zu übernehmen, so dass das Haus weiterhin in Familienbesitz bleibt.

Nur wenn Sie sich nicht über die Auseinandersetzung des Erbes verständigen können, müssen Sie berücksichtigen, dass Ihr Bruder die Teilungsversteigerung im Wege der Zwangsversteigerung betreiben kann.

Dies wäre der einzige Schaden, der von Seiten des Bruders droht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Gerne bin ich bei weiteren Fragen für Sie da. Ansonsten bitte ich um eine positive Bewertung für meine Beratung. Klicken Sie hierzu bitte auf einen lachenden Smiley. Herzlichen Dank

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