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a.merkel
a.merkel, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2154
Erfahrung:  LL.M. Eur
35164805
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a.merkel ist jetzt online.

ich habe eine vollmacht über den tod hinaus bzw den erbschein

Kundenfrage

ich habe eine vollmacht über den tod hinaus bzw den erbschein meiner verstorbenen pflegeperson.den opa den ich gepflegt hatte änderte sein testament 2010 auf grund dessen weil er von mir gepflegt wurde als seine frau verstarb und er keine kinder hatte.2008 wurde aber von ihm und seiner ehefrau ein gemeinschaftliches testament schon mal errichtet,das mein sohn jetzt gegen mich anfechten will.beide testamente sind handschriftlich geschrieben wurden.nun meine frage.ist dieses 1 testament anfechbar darin steht wir frau...und herr..setzen uns gegenseitig als alleinerben ein.aleinerbe/schlusserbe soll herr...sein vermächtnisse:steht nichts da
2 testament hiermit widerrufe ich herr ....die erbeinsetzung und setze anstelle von herrn...frau kerstin dräger als schluss/alleinerbe ein.
Gepostet: vor 2 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  a.merkel hat geantwortet vor 2 Jahren.

a.merkel :

Sehr geehrte Ratsuchende,

a.merkel :

ich beantworte Ihre Frage aufgrund Ihrer Angaben folgendermaßen:

a.merkel :

Ein Verfügung in einem gemeinschaftlichen Testament kann nur zu Lebzeiten beider Eheleute widerrufen werden, vgl. § 2271 Abs.2 BGB.

a.merkel :

http://dejure.org/gesetze/BGB/2271.html

a.merkel :

Eine Ausnahme davon besteht, wenn im gemeinschaftlichen Testament eine entsprechende Klausel enthält, die es dem Überlebenden ermöglicht, die Schlusserbeneinsetzung zu ändern. Dann wäre das neue Testament des Opas wirksam.

a.merkel :

Prüfen Sie, ob das gemeinschaftliche Testament eine solche Regelung enthält.

a.merkel :

Positiv für Sie wäre, wenn sich die Eheleute im gemeinschaftlichen Testament nicht gegenseitig als Alleinerben eingesetzt hätten, sondern eine vor- und nacherbschaft verienbart hätten. Dann würde der als Nacherbe Benannte nur das Vermögen des Erstversterbenden erben und der Letztversterbende (Opa) könnte mit seinem Vermögen machen was er wöllte. Da im testament aber ausdrücklich "Alleinerbe" steht, kommt eine Vorerbschaft und damit eine Trennung der Vermögensmassen von Ehemann und Ehefrau leider nicht in Betracht.

a.merkel :

Weitere gesetzliche Gründe, wann eine wechselseitige Verfügung nach Tod des anderen Ehegatten aufgehoben werden kann, sind die Pflichtteilsentziehungsgründe, d.h. der Bedachte muss sich einer der Gründe aus § 2333 BGB schuldig gemacht haben. Diese Gründe sind:

a.merkel :
1. dem Erblasser, dem Ehegatten des Erblassers, einem anderen Abkömmling oder einer dem Erblasser ähnlich nahe stehenden Person nach dem Leben trachtet,
2. sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen eine der in Nummer 1 bezeichneten Personen schuldig macht,
3. die ihm dem Erblasser gegenüber gesetzlich obliegende Unterhaltspflicht böswillig verletzt oder
4. wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wird und die Teilhabe des Abkömmlings am Nachlass deshalb für den Erblasser unzumutbar ist. Gleiches gilt, wenn die Unterbringung des Abkömmlings in einem psychiatrischen Krankenhaus oder in einer Entziehungsanstalt wegen einer ähnlich schwerwiegenden vorsätzlichen Tat rechtskräftig angeordnet wird.
a.merkel :

http://dejure.org/gesetze/BGB/2333.html

a.merkel :

Ob ein solcher Grund vorliegt, kann nicht beurteilt werden, da Sie diesbezüglich keine Angaben gemacht haben.

a.merkel :

Es tut mir leid, IHnen keine positivere Auskunft geben zu können.

a.merkel :

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