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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 24916
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, folgende Situation bereitet

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
folgende Situation bereitet Kopfzerbrechen: Der Verstorbene war zum 2. Mal verheiratet.
Beide Ehen kinderlos. Eltern verstorben. Es sind Geschwister, Nichten und Neffen in der Familie. Nach der Scheidung der 1. Ehe hat der Verstorbene sein erstes Testament, in dem die 1.Ehefrau erben sollte, geändert zu Gunsten seiner Nichten und Neffen (1999) Die 2. Ehefrau (2009) wurde nie in einem weiteren Testament bedacht und möchte jetzt dieses Testament anfechten, mit der Begründung, das er nur vergessen hat, das Testament zu ihren Gunsten zu ändern. Der Verstorbene hatte seinen Bekannten und Freunden in den letzten 2 Jahren jedoch immer wieder geäußert, das er sich am liebsten Scheiden lassen würde und seiner Frau noch Geld geben würde, wenn sie wieder gehen würde. (Sie hat sich auch dementsprechend verhalten) Er hat ihr weder je eine Kontovollmacht gegeben noch hatte sie einen eigenen Haustürschlüssel. Leider kam es nicht mehr zur Trennung. Er hat auch immer wieder geäußert, das seine Nichten und Neffen etwas erben sollen. Kann es wirklich sein, das diese 2. Testament nicht gilt, weil anscheinend "vergessen" wurde, die 2. Ehefrau zu berücksichtigen. Der Verstorbenes war bis zuletzt im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten und wusste immer sehr genau was er wollte und was nicht. Wie ist hier die Rechtslage?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Gruß
L. Bosch
Gepostet: vor 3 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Darf ich Sie fragen: Gibt es denn Anhaltspunkte im Testament selbst dass die Frau bedacht hätte werden sollen?





Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Nein in dem geänderten Testament sollten nur Neffen und Nichten bedacht werden. Das war 1999. 2009 dann die 2. Ehe. Aber hat sich nie geäußert, das er das Testament nach der 2. Ehe wieder ändern wolle.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre freundliche Ergänzung.

Nein, das zweite Testament ist gültig.

Selbst wenn die Ehefrau tatsächlich vergessen worden sein sollte, dann hätte der Erblasser zumindest im Testament andeuten müssen, dass die 2. Ehefrau miterben sollte, § 2084 BGB

Steht allerding im 2. Testement überhaupt nichts auch nicht andeutungsweise, dass die Ehefrau erben sollte, so hat die Ehefrau keinen Erbanspruch ((BGH NJW 1981, 1737; BGHZ 80, 246, 248).

In diesem Falle scheidet ein Erbanspruch der Ehefrau aus. Die Ehefrau kann mit dieser Begründung das Testament auch nicht anfechten.

Die Ehefrau hat im vorliegenden Falle allerdings nach § 2303 BGB, da sie enterbt wurde, einen Pflichtteilsanspruch.



Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 3 Jahren.

Noch eine Nachfrage: Im 2. Testament kann ja auch noch gar nichts über die 2. Ehefrau stehen, da er diese erst 10 Jahre nach Erstellung dieses Testamentes geheiratet hat. Verstehe ich richtig, das er dieses 2. Testament dann zu Gunsten der 2. Ehefrau hätte ändern müssen, damit diese erbberechtigt ist und nicht nur einen Pflichtteilsanspruch hat?


Die Aussage, das die 2. Ehefrau vergessen wurde, und sie deshalb mehr als den Pflichtteil bekommt, kam übrigens vom Notar.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Jawohl das haben Sie genau richtig verstanden.

Er hätte in der Tat das Testament ändern müssen, also ein neues Testament aufsetzen müssen oder das alte zweite einfach nur zerreißen müssen.

Daran ändert auch nichts die Aussage vom Notar.

Wenn ein Testament existiert und der Erblasser heiratet, dann kann er selbstverständlich das alte Testament belassen. Nach Ihren Angaben hat er diese wohl auch ganz bewusst so gemacht.




Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

habe ich Ihre Fragen beantwortet?

Wenn ja, dann würde ich mich über eine positive Bewertung sehr freuen.


Ansonsten fragen Sie gerne nach!



Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 3 Jahren.
Haben Sie noch weitere Fragen?

Gerne helfe ich Ihnen!

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