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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26391
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Ich gehöre einer Erbengemeinschaft aus insgesamt 5 Patenkindern

Kundenfrage

Ich gehöre einer Erbengemeinschaft aus insgesamt 5 Patenkindern des Verstorbenen an. Es gibt keine Pflichterben mehr (Ehegatte zuvor verstorben, keine Kinder). Die Patenkinder wurden nach Tod des Ehegatten als Erben testamentarisch aufgenommen. Nun hat eines dieser Patenkinder die Generalvollmacht über den Tod hinaus und hat mir nun gesagt, ich soll das Erbe annehmen und auf einen Erbschein verzichten. Nun meine Fragen:
1. Welche Nachteile entstehen mir persönlich, wenn ich keinen Erbschein beantrage?
2. Wie kann ich ggf. dagegen angehen, wenn meiner Ansicht nach nicht alle Vermögenswerte angegeben wurden bzw. vor dem Tod des Vererbenden mit der Vollmacht unsachgemäß umgegangen wurde (Sprüche wie "Die verplempern mein Geld!" kamen mir leider häufiger zu Ohren)?

Vorab vielen Dank!
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Darf ich Sie fragen:

Handelt es sich um ein notarielles oder nur um ein handschriftliches Testament?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Es handelt sich um ein handschriftliches Testament, das dem Nachlassgericht unsererseits im Original vorgelegt wurde. Den 5 Erben wurde bereits zu Lebzeiten je eine Kopie ausgehändigt.

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre freundliche Ergänzung.

Zu Ihrer ersten Frage:

Wenngleich ein Erbschein grundsätzlich kein Muss ist, um sich als Erbe zu legitimieren, stellt er, da er als amtliches Zeugnis i.S.d. §§ 415 ff. ZPO, § 271 StGB über die Verfügungsberechtigung am Nachlass des Erblassers fungiert und über die Höhe des Erbteils Auskunft gibt (§ 2353 BGB) in der Praxis ein sicheres Beweismittel dafür dar, dass derjenige, der als Erbe auftritt, auch tatsächlich (Mit-)Erbe ist.

Sie sehen also der Erbschein ist ein Zeugnis um Sie als Erbe auszuweisen.

Sie benötigen ein solches Zeugnis in der Praxis gegenüber Banken und bei Änderungen im Grundbuch.

Wenn Sie keinen Erbschein beantragen entsteht Ihnen grundsätzlich keinerlei Nachteil. Sollten Bank oder Grundbuchamt von Ihnen einen Erbschein fordern, können Sie ihn jederzeit (zeitlich unbegrenzt) nachfordern.

Zu Ihrer zweiten Frage:

Die Generalvollmacht bevollmächtigt den Miterben nur dazu im Auftrag des Erblassers Verfügungen zu treffen, sie erlaubt ihm allerdings nicht sich ohne Einverständnis des Erblassers persönlich zu bereichern.

Aus diesem Grund haben Sie und Ihre Miterben, gegen den bevollmächtigten Miterben einen Auskunftsanspruch dahingehend Ihnen offenzulegen, welche Verfügungen er mit der Generalvollmacht getroffen hatte und soweit Verfügungen zu seinen Gunsten erfolgt sind diese von ihm zurückzufordern.



Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Aus diesem Grund haben Sie und Ihre Miterben, gegen den bevollmächtigten Miterben einen Auskunftsanspruch dahingehend Ihnen offenzulegen, welche Verfügungen er mit der Generalvollmacht getroffen hatte und soweit Verfügungen zu seinen Gunsten erfolgt sind diese von ihm zurückzufordern.


Sollte sich also herausstellen, dass das vermutete Restvermögen wesentlich geringer ist als vermutet, kann ich dies dem Nachlassgericht mit der Bitte um Prüfung und Offenlegung durch den generalbevollmächtigten Miterben mitteilen? Oder wie ist hier das Procedere?

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Nein, in diesem Falle müssten sich Sie und Ihre Miterben zunächst selbst an den generalbevollmächtigten Miterben wenden und diesen zur Auskunft und Belegvorlage auffordern.

Erst wenn dieser sich weigern sollte können Sie ihn vor dem Nachlassgericht auf Auskunft verklagen.



Wenn Sie weitere Fragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch weitere Fragen?

Wenn nein, so möchte ich Sie höflich bitten, mich positiv zu bewerten und dadurch meine Arbeit zu honorieren


Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt

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