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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26996
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Wir sind eine Erbengemeinschaft , 3 Erben zu je 1/4 , 2 Erben

Kundenfrage

Wir sind eine Erbengemeinschaft , 3 Erben zu je 1/4 , 2 Erben zu je 1/8 .
Im Testament ist Testamentsvollstreckung angeordnet . Testamentsvollstrecker sind die beiden Erben zu je 1/8 . Im Testament ist angeordnet , dass die Erbauseinandersetzung erst nach dem Verkauf sämtlicher Immobilien stattfinden darf . Der Verkauf der Immobilien wird im März 2013 vollzogen ( wg. Vorkaufsrechten ).
Die Testamentsvollstrecker haben bereits im Januar 2012 den Haushalt aufgelöst , und den grössten Teil nach Ihren Angaben entsorgt ( am Flohmarkt verkauft ??? ), einige Gegenstände ( z. B. Geschirrspülmaschine und andere Küchengeräte ) in Besitz genommen . Ich habe damals mehrmals schriftlich Einspruch erhoben und auf den Passus im Testament hingewiesen .
Sind die Testamentsvollstrecker dazu berechtigt ?
Ist das Veruntreuung oder Diebstahl ?
Welche rechtlichen Schritte soll und kann ich unternehmen ?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Darf ich Sie fragen:

Was ist den mit dem Flohmarkterlös geschehen?

Haben die beiden Vollstrecker für die Küchengeräte bezahlt?

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Im Gegensatz zur Vor- und Nacherbschaft ist der Testamentsvollstrecker nicht Eigentümer des Nachlasses, sondern nur Verwalter eines fremden hinterlassenen Vermögens, wobei ihm die tatsächliche Sachherrschaft obliegt.

Das bedeutet, die beiden Testamentsvollstrecker dürfen zwar über den Nachlass verfügen indem sie ihn (auch gegen den Willen der Erben) verkaufen. Der Erlöse die aus diesem Verkauf stammen, dürfen die Treuhänder jedoch nicht an sich nehmen, sondern müssen sie dem Nachlass zuführen.

Die beiden Vollstrecker sind insoweit Treuhänder des Nachlasses.

Wenn die beiden nun Gegenstände verschwinden lassen oder an sich nehmen, dann machen diese sich der Untreue nach § 266 StGB schuldig, da hier eine Vermögensbetreuungspflicht der Miterben verletzt wurden.

Weiterhin haben die Erben gegen die beiden Vollstrecker einen Anspruch auf Schadensersatz nach § 823 BGB hinsichtlich des möglicherweise verkauften Hausrats und der Haushaltsgeräte die die beiden an sich genommen haben. Die beiden Vollstrecker haben mit der von Ihnen beschriebenen Handlung gegen das Gebot der ordnungsgemäßen Verwaltung nach § 2216 I BGB verstoßen und sind daher schadensersatzpflichtig.

Sie sollten daher die beiden Testamentsvollstrecker auffordern, Rechenschaft über den Verbleib des gesamten Hausrats zu legen.

Stellt sich heraus, dass die Testamentsvollstrecker sich hier bereichert haben, sollten Sie Strafanzeige wegen Untreue erstatten und die Vollstrecker auf Schadensersatz in Anspruch nehmen.



Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt