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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Hallo, mein Freund und ich wollen nächstes Jahr heiraten,

Kundenfrage

Hallo,
mein Freund und ich wollen nächstes Jahr heiraten, er allerdings nur unter der Voraussetzung eines Ehevertrages, ich möchte keinen unterschreiben.
Diesen möchte er: weil er momentan Besitzer eines Grundstückes ist, das er quasi mit in die Ehe bringt und in den nächsten 5-10 Jahren ein Haus erben wird. Er möchte nicht, für den Fall der Scheidung, dass ich dann Anrecht habe, aus der Zugewinngemeinschaft Ehe von ihm meinen Anteil an dem ererbten Haus bzw. Grundstück zu verlangen!
Habe ich überhaupt Anrecht auf sein Erbe, das während der Ehe auf ihn übergeht?
Habe ich Anrecht auf Auszahlung meines Anteils des schon in die Ehe mitgebrachten Grundstücks, auch wenn ich nicht im Grundbuch stehe?
Möchte in jedem Fall einen Ehevertrag umgehen, da für mich negativ behaftet, und mit ihm gerne eine handschriftliche Übereinkunft festlegen, falls dies notwendig ist. Wird dies anerkannt?
Wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir in dieser Situation helfen können!
Viele GrüßeXXXXX XXXXX H.
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

Vermögenswerte, die in die Ehe eingebracht worden sind oder während der Ehe im Wege der Erbschaft erworben werden, unterliegen in der Tat nicht dem Zugewinnsausgleich.

Sie haben also in diese Vermögenswerte keinen Anspruch.

Diese Verögenswerte werden bei der Ermittlung eines etwaigen Zugewinns als Anfangsvermögen nach § 1374 BGB eingestellt.

Einzig mögliche Wertsteigerungen die die Vermögenswerte in der Ehezeit erlangen, sind dem Zugewinnsausgleich zugänglich.

Es besteht vorliegend also kein zwingendes Erfordernis einen Ehevertrag zu schließen.

Handschriftliche Vereinbarungen sind allerdings unwirksam.

Ich hoffe, Ihre Frage ist damit beantwortet.

Bitte fragen Sie nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.




§ 1374 Anfangsvermögen
(1) Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten beim Eintritt des Güterstands gehört.
(2) Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands von Todes wegen oder mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht, durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, wird nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist.
(3) Verbindlichkeiten sind über die Höhe des Vermögens hinaus abzuziehen.


Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Was müssen wir tun, um diese Wertsteigerung, die die Vermögenswerte während der Ehezeit erlangen, voll und ganz ihm zuzusprechen?


Sinn der Sache ist, dass bei einer Scheidung er nicht ein Teil dieser Wertsteigerung an mich ausbezahlen muss.


Was schlagen Sie mir vor, soll ich darauf eingehen? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen, dass nicht ich am Ende der Ehe mit leeren Händen dastehe?


Vielen Dank für Ihre Hilfe!


Viele Grüße

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Wenn Sie auf den Zugewinn bezüglich einer etwaigen Wertsteigerung tatsächlich verzichten wollen, dann geht dies leider nur über einen Ehevertrag.

Wichtig ist, dass vorliegend Ihrerseits nur auf Zugwinnsausgleichsansprüche hinsichtlich der bezeichneten Vermögenswerte verzichtet wird.

Vertraglich wird dies durch eine sogenannte Modifizierung des Güterstandes erreicht und zwar dergestalt, dass vereinbart wird, bestimmte Vermögenswerte im Fall der Scheidung bei der Berechnung unberücksichtigt zu lassen. Im Übrigen bliebe es dann beim gesetzlichen Güterstand und den gesetzlichen Folgen.

Wichtig ist, dass Sie sich auf keine grundsätzliche Änderung des Güterstandes einlassen, also die Gütertrennung. Diese sollten Sie zurückweisen.



Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Haben Sie noch eine Nachfrage oder besteht weiterer Klärungsbedarf ?

Gern helfe ich weiter.

Sollte Sie keine Nachfragen mehr haben, bitte ich noch um eine positive Bewertung, da ich erst hierdurch meine Vergütung für die Beratung erhalte.

Vielen Dank.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Letzte Frage noch dazu:


Wir haben uns überlegt, wenn ich auf die Wertsteigerung genannter Vermögenswerte verzichte, dass wir uns auf Kredit eine Wohnung kaufen, die wenn der Kredit von beiden Seiten abbezahlt ist, dass diese Wohnung dann voll in meinen Besitz gehen soll.


Muss ich dann im Grundbuch allein stehen oder wir beide?


Wird so etwas auch im Ehevertrag festgehalten?


Sollten wir uns scheiden lassen, bevor die Wohnung von uns beiden abbezahlt wird. Wer kommt dann für die gesamten Kosten auf? Bin ich das dann oder sind wir beide dies?


Wenn Sie mir dies noch beantworten haben Sie eine zukünftige Ehefrau glücklich gemacht und natürlich meine Fragen zu meiner Zufriedenheit beantwortet

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

es wäre sinnvoll, wenn die Wohnung dann bereits auf Ihren Namen allein gekauft wird, also Sie im Grundbuch stehen.

Das kann auch bereits im Ehevertrag aufgenommen werden und zwar mit der Vereinbarung, dass dann auch bezüglich dieses Vermögensgegenstandes keine Ausgleichsansprüche Ihres Mannes bestehen sollen.

Im Falle der Scheidung sind beide für den Kredit verantwortlich, wenn dieser dann noch nicht abbezahlt ist. Ihr Mann muss dann also weiter mitzahlen, da es eine gemeinsame Verbindlichkeit ist.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Im Falle einer Scheidung sind aber nur beide für den Kredit verantwortlich, wenn beide einen gemeinsamen Kredit aufgenommen haben? Oder auch, wenn ich bei meiner Bank einen Kredit für die Wohnung aufgenommen habe und er bei seiner Bank?


Vielen Dank!

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nur wenn ein gemeinsamer Kredit aufgenommen worden ist, sind auch beide verpflichtet, diesen weiterhin abzuzahlen.

Wenn Sie allein einen Kredit aufnehmen, dann müsste vertraglich vereinbart werden, dass Ihr Mann als Ausgleich diesen im Falle der Trennung und Scheidung weiter bedient.



Tobias Rösemeier und 3 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Hallo,


ich weiss nicht, ob meine letzte Frage bei Ihnen eingetroffen ist, deshalb nochmals:


Wenn wir nächstes Jahr in das Haus einziehen, das mein zukünftiger Gatte in 5-10 Jahren erben wird.


Wie nehmen wir am besten die Investitionen in Inventar, Reparatur, Zeit,... wahr bzw. wie sollten wir dies am besten festhalten, damit bei einer evtl. Scheidung dies ohne Probleme beziffert werden kann?


Ist es sinnvoll, dass er die kompletten Investitionen übernehmen muss für das Haus oder kann man auch gemeinschaftlich einzahlen? Wiederum, muss dies im Ehevertrag festgehalten werden?


Vielen Dank

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

etwaige Investitionen sollte Ihr Mann allein tätigen.

Im Ehevertrag sollte geregelt werden, dass die Dalehensschuld ebenso beim Zugewinn nicht berücksichtigt wird, als auch nicht vom Endvermögen Ihres Mannes in Abzuge gebracht wird.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

habe ich Sie hier richtig verstanden:


die Darlehensschuld (quasi sein Kredit oder Barvermögen für Investition) nicht vom Zugewinn als auch Endvermögen vom Manne zu berücksichtigen, da sich dies sonst negativ auf mich auswirkt?


Wenn ja, wie?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ja genau. Sie haben mich richtig verstanden.