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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 27004
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Hallo, habe eine Frage zum Erbrecht. Mein Mann ist vor 11

Kundenfrage

Hallo,
habe eine Frage zum Erbrecht. Mein Mann ist vor 11 Jahren verstorben am 30.04.2001. Unser Sohn ist inzwischen 21 . Die Eltern meines Mannes, also die Großeltern meines Sohnes haben noch einen Sohn,den Bruder meines verstorbenen Mannes, den Onkel meines Sohnes.
Im Juli 2011 ist der Großvater meines Sohnes verstorben. Zurück blieb die Großmutter. Neben Barvermögen, das wir nicht kennen, existiert noch ein Anwesen (Haus und Grundstück), in dem der o.g. Bruder meines verstorbenen Mannes mit seiner Frau und seiner Tochetr (21) lebt. Mit Schreiben des AG Fürth vom Dez. 2011 erhielt mein Sohn die Nachricht, dass er von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen wurde, weil die beiden Großeltern sich am 31.01.2007 gegenseitig als Erben eingesetzt hatten. Dagegen spricht zunächst gar nichts. Von seinem Onkel erfuhr mein Sohn allerdings zufällig, dass das Anwesen inzwischen allein auf ihn überschrieben wurde. Der Großvater habe aber mündlich verfügt, dass Sparverträge, die 2012 fällig werden zu gleichen Teilen auf meinen Sohn (den Rechtsnachfolger seines Vaters) und auf seine Cousine( die Tochter seines Onkels) verteilt werden würden. Allerdings hat mein Schwager nun beschlossen, mein Sohn bekomme derzeit dieses Geld nicht, weil er für das ihm überschriebene Haus einen neuen Kanal finanziernen muss und dazu das Geld benötige. Wenn er denn irgenwann das Haus verkaufen würde, bekäme er schon seinen Anteil.

Welche Rechet hat eigentlich mein Sohn und wie kann er sie geltend machen.Unabhängig von der menschlichen Seite, man will die Großmutter, die vom Onkel betreut wird, nicht verklagen, aber ist mein Sohn irgendwann, wenn keiner mehr bezahlen kann, seiner Oma gegenüber unterhaltspflichtig und müsste er für diesen Fall nicht sein Pflichteil vorsorglich einklagen ? Derzeit ist er noch Student ohne eigene Einkünfte, aber wie siehts aus wenn er selbst verdient ?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wissen Sie vielleicht wann das Anwesen auf den Onkel überschrieben wurde und ob es hier zu einer Gegenleistung (Kaufpreiszahlung) kam?


Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Leider nein, wir wissen aber bis dato auch nicht, von wem ( welcher Behörde) mein Sohn diese Auskunft bekommen könnte. Fakt ist ,mit Notarurkunde vom 31.07.2007 haben die Großeltern sich gegenseitg als alleinige und ausschließliche Erben eingesetzt. Der Großvater ist am 27.07.2011 verstorben. Mit Schreiben des AG Fürth i.Bayern vom 14.12.2011 hat mein Sohn von diesem gemeinschaftlichen Testament und damit vom Ausschluss der gesetzlichen Erbfolge erfahren.Ich gehe davon aus ( weiß es aber nicht sicher), dass am 31.01.2007 das Anwesen (MehrfamileienHaus mit Grundstück) noch nicht auf den Onkel überschrieben war. Die Erklärung meines Schwagers ist, das Haus sei aus steuerlichen Gründen überschrieben worden. Aufgrund menschlicher Differenzen ( ich war enttäuscht, dass man den Enkel, dessen Vaters Tod auf der einen Seite so viel Trauer auslöste, auf der anderen Seite jetzt so über den Tisch zieht, indem man ihm keinerlei Informationen zukommen lässt), habe ich keine Informationen darüber, wann die Überschreibung stattfand. Hat mein Sohn nicht ein Recht zu erfahren , wann das Anwesen auf seinen Onkel übergegangen ist ? Als Laie sage ich,er ist der Rechtsnachfloger seines Vaters, ist das so korrekt ? Ich muus allerdings dazu sagen, dass die Versorgung der beiden Großeltern ausschließlich von meinem Schwager und dessen Frau getätigt wurden. Das wird von uns auch ohne wenn und aber anerkannt. Allerdings wurde für die dort lebende Enkeltochter eine komplette Wohnung ausgebaut und z.B. ein Auto finanziert.


 


Ich habe meinem Sohn durch eigene Arbeitsleistung und der Unterstüzung meiner Eltern ein finanzeill sorgenfreies Leben ermöglichen können, das einzige was ich möchte ist, dass er trotzdem zu seinem "Recht" kommt und nicht am Ende seines sehr aufwändigen Studiums als Medizintechniker bezahlen muss, nur weil er seine ihm zustehenden Rechte nicht frühzeitig angemeldet hat.


 


Für Ihre Bemühungen besten Dank !


 


 

Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Ihr Sohn ist nach § 2303 BGB pflichtteilsberechtigt. Das bedeutet, er hat gegen den Onkel einen Anspruch auf seinen Pflichtteil sofern Onkel und Sohn die einzigen Abkömmlinge des Großvaters sind beträgt der Pflichtteil die Hälfte des gesetzlichen Erbteils von 1/2, also 1/4.

Sofern dem Onkel das Haus nach 2007 geschenkt wurde, hat Ihr Sohn einen Pflichtteilsergänzungsanspruch nach § 2325 BGB.

Das bedeutet, die Schenkung wird dem Onkel zumindest Anteilig zum Nachlass hinzugerechnet und aus diesem erhöhten Nachlass hat Ihr Sohn dann den Pflichtteilsanspruch.

Ihr Sohn hat auch einen Auskunftsanspruch betreffend den Nachlass gegen den Onkel.

Das bedeutet, der Onkel muss IhremSohn ein Verzeichnis über alle Nachlassgegenstände erstellen und dem Sohn auch mitteilen, wann er das Grundstück geschenkt erhalten hat.

Aber Vorsicht:

Pflichtteilsansprüche verjähren nach 3 Jahren, nach Eintritt der Verjährung kann Ihr Sohn seine Ansprüche nicht mehr gegen den Onkel durchsetzen.

Aus diesem Grund hat der Onkel Ihren Sohn wohl auch auf später vertröstet.

Ihr Sohn sollte seine Ansprüche daher unverzüglich durchsetzen.



Wenn Sie Rückfragen haben, dann fragen Sie gerne nach.

Ansonsten bitte ich Sie höflich meine Antwort positiv zu bewerten und damit das ausgelobte Honorar freizugeben.




Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt