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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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RAScholz ist jetzt online.

Guten Abend, folgender Sachverhalt: Meine Ex-Frau und ich

Kundenfrage

Guten Abend,
folgender Sachverhalt:
Meine Ex-Frau und ich besitzen eine Eigentumswohnung (vermietet). Die Wohnung wurde noch als Eheleute erworben. Nach der Scheidung würde eine mündlich vereinbarte Gbr gegründet. Nach der Scheidung wurde das Darlehen gemeinsam verlängert. Das Darlehen übersteigt z. Zt. den eigentlichen Wert der Wohnung. Nun ist meine Ex-Frau verstorben, Die Kinder als Erben schlagen dieses aus.
Nun meine Frage:
Wie kann ich verhindern, dass ich auf dem Anteil meiner Ex-Frau sitzen bleibe, und in diesem Fall ggf. zum Sozialfall werde. Meine verstorbene Exfrau hatte noch eine weitere Eigentumswohnung. Kann ich eine Vermögensaufstellung verlangen, um ggf. Ansprüche stellen zu können?
Vielen Dank XXXXX XXXXX Aufmerksamkeit und baldige Antwort.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die das Darlehen mit unterschrieben haben, haften Sie auch dem Tode der Frau für die Darlehenssumme. Es wäre hier die Frage, wer als Erbe eintritt. Wenn die Kinder ausschlagen, kämen noch die Geschwister der Frau in Betracht, wenn deren Eltern beide nicht mehr leben. Jedenfalls würde der Erbe der Frau in das Gesamtschuldverhältnis eintreten, am Ende wäre dies, so sich keine anderen gesetzlichen Erben fänden, der Landesfiskus, von dem Sie dann im Wege des Gesamtschuldausgleiches den Teil der Darlehenstilgung verlangen können, der eigentlich auf die Frau entfiele, den Sie aber nach dem Tode vorgestreckt haben. Der Fiskus kann wie jeder andere Erbe auch seine Haftung auf den Wert des Nachlasses beschränken. Wenn im Nachlass aber noch eine Wohnung ist, mögen Ihre Ausgleichsansprüche gedeckt sein.

Eine Vermögensaufstellung können Sie nicht verlangen, denn erbrechtliche Ansprüche haben Sie nach der Scheidung gegen die Frau nicht mehr. Sie sollten sich aber beim Nachlassgericht als Gläubiger der Ehefrau melden, so dass dort schon einmal bekant ist, dass Forderungen gegen den Nachlass bestehen. Sie sollten gleich angeben, dass und in welcher Höhe der Gesamtschuldanspruch gegen Ihre Exfrau besteht, dass machen Sie grob so, dass Sie die bisherige Tilgung der Frau darlegen.

Desweiteren sollten Sie einen Antrag auf Nachlasspflegschaft stellen, dass können Sie machen, weil Sie als Miteigentümer der Wohnung ein rechtliches Interesse daran haben, dass die laufenden Geschäfte über den Nachlass besorgt werden. Das Antragsrecht steht Ihnen nach § 1961 BGB zu. Den Antrag machen Sie schriftlich und begründen ihn gleich damit, dass die Verstorbene Miteigentümerin ist und laufende Kosten zu tilgen sind. Das Gericht kann dann einen Nachlasspfleger bestellen, mit diesem wäre dann auch klärbar, was mit der Wohnung im Weiteren geschehen kann, etwa Verkauf.

Bei Unklarheiten fragen Sie nach.
RAScholz und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Vielen Dank für die prompte Antwort. Nach den Kindern sind keine weiteren Erben vorhanden, sodass dann wohl der Landesfiskus zuständig wäre. Ansonsten werde ich Ihren Vorschlägen folgen in der Hoffnung eine Privatinsolvenz zu vermeiden. Angenehmes WE noch wünscht der Fragesteller.

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank, XXXXX XXXXX
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Guten Abend,


noch eine Frage. Wen der Landesfiskus erbt, erscheint dieser auch im Grundbuch. Wer wird an Stelle der verstorbenen Ex-Frau in das Grundbuch eingetragen. Vorerst werde ich wohl die vollständigen Tilgungen auf das Darlehen vornehmen.


Danke für die Aufmerksamkeit.

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
An die Stelle der Exfrau treten die Erben. Das wäre dann der Landesfiskus. Der würde dann im Grundbuch erscheinen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Und wenn keine Masse vorhanden ist. Bezahle ich alles und der Fiskus freut sich??

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Der Fiskus wird seine Haftung auf den Wert des Nachlasses beschränken. Für den Fall würde dann aber auch zu fragen sein, wie die Immobilie, um die es hier geht, zu verwerten ist. Die Verwertung müssten stattfinden, bevor sich der Fiskus auf mangelnde Masse berufen könnte.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Dann fahr ich die Immobilie doch gleich gegen die Wand. Danke für Ihre letztendlich dann doch unbefriediegenden Antworten.

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Das Problem in Ihrem Falle ist nicht die Immobilie, sondern das Darlehen, für das Sie gesamtschuldnerisch haften. Hier haben Sie einen Anspruch gegen den Fiskus auf dessen Anteil an der Tilgung. Dafür haftet Ihnen der Erbe, also der Fiskus, wenn keine anderen Erben vorhanden sind.

Damit Ihre laufenden Forderungen gegen den Nachlass möglichst bald beglichen werden, sollten Sie wie gesagt den Antrag auf Nachlasspflegschaft stellen. Dann kümmert sich der Nachlasspfleger um die laufenden Geschäfte über den Nachlass, bis feststeht, wer nun Erbe wird.