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RA_UJSCHWERIN
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
61158677
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RA_UJSCHWERIN ist jetzt online.

Folgende Sachlage: Ich bin ein uneheliches Kind, Jahrgang

Kundenfrage

Folgende Sachlage:

Ich bin ein uneheliches Kind, Jahrgang 1948
Ich habe meinen Vater vor 12 Jahren kennengelernt
Er ist verheiratet, hat keine weiteren Kinder
Seine Frau hat 4 Nichten und Neffen, die alle von meiner Existenz erst vor drei Jahren erfahren haben.
Güterstand der Ehe weiß ich nicht, aber ich nehme an, dass das in den fünfziger Jahren Übliche auch für sie zutrifft.
Es gibt ein Testament zu Hause im Schrank, das von beiden verfasst wurde, in dem wohl auch ich zum Teil mitberücksichtigt worden bin. Ich nehme jedoch an, dass beide nicht wissen, dass ich als seine Tochter erbberechtigt bin. Sie glauben vermutlich, dass immer noch die frühere Regel gilt, dass uneheliche Kinder, die vor dem 01.07.1949 geboren sind, nicht erbberechtigt sind.
Es gibt auch ein zweites Testament für den Partner, wenn einer von beiden stirbt. Ich nehme an, dass sie sich gegenseitig als Alleinerben eingesetzt haben. Wenn ich das richtig interpretiere, handelt es sich hierbei um ein Berliner Testament.
Mögliches Erbe sind ca. 100.000,-- Euro, diverser Schmuck, Wohnungseinrichtung, evtl. Festgelder, Wertpapiere.

Variante 1:
Was geschieht, wenn ER vor ihr stirbt. Dann erbt SIE zunächst alles. Was steht mir dann zu?
Muss ich dann den Pflichtteil einklagen?
Was ist, wenn sie danach stirbt. Geht dann alles an ihre Nichten und Neffen, und ich erbe gar nichts mehr?
Sie sagen, ich sei in dem zweiten Testament auch bedacht. Aber ich denke, dass dies weit unter dem normalen Erbe liegt, das ich von meinem Vater geerbt hätte und auch unter dem Pflichtteil.

Gesetzt den Fall, ich würde die Hälfte erben und bis zu ihrem Tod auf die Auszahlung verzichten, damit sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommt, könnten sich die Nichten und Neffen dann gegen mich stellen und die Auszahlung verweigern? Müsste so eine Vereinbarung notariell festgehalten werden? Müsste ich dann Erbschaftssteuer zahlen?

Variante 2:
Was geschieht, wenn SIE vor ihm stirbt? Dann erbt ER zunächst alles. Und wenn er dann stirbt, würde normalerweise ich alles erben, aber da ein Testament vorhanden ist, das die Nichten und Neffen mit einbezieht, wäre meine Erbschaft sehr reduziert. Hätte ich hierbei nicht einen Anspruch auf einen Pflichtteil von 50% des mir eigentlich zustehenden Erbes?

Beide haben mir im Jahr 2008 zu meinem 60. Geburtstag 15.000,-- Euro geschenkt. Später dann noch zwei Gold-Ringe, eine goldene Halskette und ein Goldarmband. Wird mir das bei meinem möglichen Erbe angerechnet?

Wir haben keinen Überblick über das Gesamtvermögen der beiden. Sie geben uns hier leider keinen Einblick. Wir vermuten, dass neben dem Bargeld auch Wertpapiere vorhanden sind. Könnte es sein, dass hier einige Vermögensanteile „unterschlagen“ werden, von denen vielleicht eine Nichte oder ein Neffe weiß oder prüft das Nachlassgericht die Angaben nach?

Im Falle dass ich meinen Pflichtteil geltend machen muss, woher weiß ich, dass das gesamte Vermögen angegeben worden ist? Oder woher weiß ich, ob jemand zwischenzeitlich Geldzuwendungen erhalten hat, um das Vermögen zu schmälern? Wer prüft so etwas nach?

Was ist, wenn ich als Tochter bei der Beantragung eines Erbscheines gar nicht angegeben werde?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

vielen Dank XXXXX XXXXX Nutzung von Justanswer. Zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:


Variante 1:
Was geschieht, wenn ER vor ihr stirbt. Dann erbt SIE zunächst alles. Was steht mir dann zu?

Wenn Ihr Vater mit seiner Ehefrau ein Berliner Testament verfasst hat, indem sich beide zu Alleinerben eingesetzt haben, so wären Sie aufgrund des Testamentes auf Ihren Pflichtteil gesetzt.

Der Pflichtteil ist die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der gesetzliche Erbteil beträgt neben der Ehefrau 1/2, so dass Sie dann einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von 1/4 hätten.


Muss ich dann den Pflichtteil einklagen?

Sie müssen in diesem Fall, sollte ein Berliner Testament vorliegen, Ihren Pflichtteil gegenüber der Witwe Ihres Vaters geltend machen. Beachten Sie dabei, dass der Pflichtteilsanspruch der kurzen 3jährigen Verjährung unterliegt.

Was ist, wenn sie danach stirbt. Geht dann alles an ihre Nichten und Neffen, und ich erbe gar nichts mehr?

Dies hängt von den testamentarischen Verfügungen ab. Wenn Sie von beiden als Schlusserbin benannt worden sind im Testament, würden Sie auch nach dem Tod der Ehefrau erben. Ein gesetzliches Erbrecht besteht hingegen nicht. Wenn also das Testament Sie nicht als Schlusserbin nach der Ehefrau ausweist, dann müssten Sie nach dem Tod des Vaters unbedingt Ihren Pflichtteil geltend machen, da Sie ansonsten gar nichts erben würden.

Sie sagen, ich sei in dem zweiten Testament auch bedacht. Aber ich denke, dass dies weit unter dem normalen Erbe liegt, das ich von meinem Vater geerbt hätte und auch unter dem Pflichtteil.

Ich halte ein 2. Testament für problematisch. Wenn Ihr Vater mit seiner Ehefrau ein Berliner Testament errichtet hat, so ist dieses nach dem Tod des ersten Ehegatten bindend und kann nur dann von überlebenden Ehegatten geändert werden, wenn dies ausdrücklich im gemeinschaftlichen Testament so verfügt worden ist. Grundsätzlich entfaltet das letzte Testament Wirkung. Hier sollten Sie nochmals nachfragen, warum denn 2 Testamente erstellt worden sind.


Gesetzt den Fall, ich würde die Hälfte erben und bis zu ihrem Tod auf die Auszahlung verzichten, damit sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommt, könnten sich die Nichten und Neffen dann gegen mich stellen und die Auszahlung verweigern? Müsste so eine Vereinbarung notariell festgehalten werden? Müsste ich dann Erbschaftssteuer zahlen?

Wenn Sie durch das Testament Erbin werden, dann bilden Sie zusammen mit der Ehefrau eine Erbengemeinschaft. Die Erbengemeinschaft ist durch einen Erbauseinandersetzungsvertrag aufzuheben. Da hier eine Immobilie betroffen ist, müssen Sie die Erbauseinandersetzung notariell vornehmen. Erbschaftsteuer fällt in Ihrem Fall erst an, wenn der Nachlass mehr als 400.000 € wert hat, davon ist aufgrund Ihrer Angaben nicht auszugehen. Der Erbauseinandersetzungsvertrag ist für die Erben nach der Ehefrau dann auch bindend, wenn Sie eine Stundung vereinbaren sollten.

Variante 2:
Was geschieht, wenn SIE vor ihm stirbt? Dann erbt ER zunächst alles. Und wenn er dann stirbt, würde normalerweise ich alles erben, aber da ein Testament vorhanden ist, das die Nichten und Neffen mit einbezieht, wäre meine Erbschaft sehr reduziert. Hätte ich hierbei nicht einen Anspruch auf einen Pflichtteil von 50% des mir eigentlich zustehenden Erbes?

Wenn die Ehefrau vor Ihrem Vater stirbt, hängt es wiederum davon ab, was die beiden testamentarisch verfügt haben, wer dann Erbe wird. Beim gemeinschaftlichen Testament ist davon auszugehen, dass Ihr Vater dann Alleinerbe nach seiner Ehefrau wird.

Nach der gesetzlichen Erbfolge würden Sie nach Ihrem Vater Alleinerbe werden. Wenn das Testament aber eine Schlusserbenstellung vorsieht, kann es sein, dass neben Ihnen auch die Nichten und Neffen der Ehefrau zu Erben berufen werden. Wenn Ihr Pflichtteil von 50 % durch das Testament unterschritten wird, so haben Sie dann gegenüber den Nichten und Neffen einen Pflichtteilsergänzungsanspruch bis zur Höhe von 1/2 des Nachlasses.

Beide haben mir im Jahr 2008 zu meinem 60. Geburtstag 15.000,-- Euro geschenkt. Später dann noch zwei Gold-Ringe, eine goldene Halskette und ein Goldarmband. Wird mir das bei meinem möglichen Erbe angerechnet?

Eine Schenkung wird nur dann auf das Erbe angerechnet, wenn zum Zeitpunkt der Schenkung der spätere Erblasser angeordnet hat, dass die Schenkung auf das Erbe anzurechnen ist. Da Sie hier keine Angaben machen, gehe ich davon aus, dass entsprechende Anordnungen nicht getroffen wurden, so dass die Schenkungen nicht anzurechnen sind.

Wir haben keinen Überblick über das Gesamtvermögen der beiden. Sie geben uns hier leider keinen Einblick. Wir vermuten, dass neben dem Bargeld auch Wertpapiere vorhanden sind. Könnte es sein, dass hier einige Vermögensanteile „unterschlagen“ werden, von denen vielleicht eine Nichte oder ein Neffe weiß oder prüft das Nachlassgericht die Angaben nach?

Im Erbrecht kann nie ganz ausgeschlossen werden, dass Vermögen "unterschlagen" wird. Wenn Sie Erbin werden, erhalten Sie einen Erbschein. Mit diesem können Sie dann Auskünfte bei Banken etc. einholen und auch den Nachlass in Form von Unterlagen bei der Ehefrau des Vaters sichten.
Wenn Sie Pflichtteilsberechtigte werden, dann haben Sie nur einen Auskunftsanspruch über den Bestand des Nachlasses gegenüber dem Erben und kein eigenständiges Einsichtsrecht gegenüber Banken und Behörden.

Das Nachlassgericht prüft die Angaben der Erben nicht nach.

Im Falle dass ich meinen Pflichtteil geltend machen muss, woher weiß ich, dass das gesamte Vermögen angegeben worden ist? Oder woher weiß ich, ob jemand zwischenzeitlich Geldzuwendungen erhalten hat, um das Vermögen zu schmälern? Wer prüft so etwas nach?

Als Pflichtteilsberechtigte haben Sie, wie oben ausgeführt einen Anspruch auf Auskunft über den Nachlassbestand gegenüber dem Erben. Es ist hier immer empfehlenswert ein notarielles Nachlassverzeichnis vom Erben zu verlangen. Dieser Anspruch besteht nach § 2314 BGB. Der Erbe muss dann zusammen mit einem Notar das Nachlassverzeichnis fertigen. Nur so ist eine gewisse Kontrollfunktion gewährleistet.

Was ist, wenn ich als Tochter bei der Beantragung eines Erbscheines gar nicht angegeben werde?

Ich gehe davon aus, da ein Kontakt zum Vater besteht, dass Sie über sein Ableben informiert werden. Sie sollten sich dann zeitnah mit dem Nachlassgericht in Verbindung setzen, so dass dieses Kenntnis von Ihrer Existenz hat.

Bitte fragen Sie gerne nach, wenn noch Unklarheiten bestehen. Ich freue mich über eine positive Bewertung von Ihnen, wenn ich Ihre Frage bereits abschließend beantwortet habe.

RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung: Rechtsanwältin
RA_UJSCHWERIN und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

Sie haben meine Antwort inzwischen gelesen. Konnte ich Ihnen weiterhelfen? Gerne stehe ich für Rückfragen zur Verfügung.

Wenn ich Ihre Anfrage bereits abschließend beantwortet habe, möchte ich Sie bitten, eine positive Bewertung durch Anklicken eines Smileys abzugeben. Vielen Dank!
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,

vielen Dank für die ausführliche Antwort, die mir sehr geholfen hat. Momentan habe ich keine weiteren Fragen.

Falls mir noch etwas einfällt, wie lange könnte ich Sie noch befragen?

 

Mit freundlichen GrüßenSmile

XXX

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

Sie können jederzeit wieder zu Ihrer Frage zurückkehren, wenn Sie sich auf Justanswer.de einloggen und weitere Nachfragen stellen.

Es freut mich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Wären Sie bitte noch so freundlich, eine positive Bewertung für meine Antwort abzugeben. Sie können auch hiernach weitere Fragen stellen. Herzlichen Dank.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

ich hatte schon bei der Bewertung auf den Button "bezahlen" gedrückt.


der Button erscheint aber immer wieder und fordert mich zum Bezahlen auf. Ist da etwas schief gelaufen oder ist das nun alles OK oder was muss ich noch drücken?


 


Grüße


R.H.

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

es ist alles in Ordnung herzlichen Dank. Sie müssen nicht nochmals drücken.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,

ich habe noch eine Frage:

gibt es außer dem Berlinder Testament noch eine andere testamentarische Form der Vorsorge für den verbleibenden Partner, die dann nicht zur Folge hätte, dass ich quasi enterbt bin und nur den Pflichtteil beanspruchen könnte?

Die Frau meines Vaters hatte davon gesprochen, dass in einem zweiten Schriftstück (also kein 2. Testament) für den Verbleibenden gesorgt sei.

Was für ein Schriftstück könnte das sein?

 

Vielen Dank und

freundliche Grüße

XXX

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

ja außer dem Testament gibt es noch andere Vorsorgeformen.

Die am meisten verbreitete ist die Einrichtung einer Vor- und Nacherbschaft. Der überlebende Ehegatte wird Vorerbe und das Kind Nacherbe. Der Vorerbe muss aber den Bestand des Nachlasses für den Nacherben erhalten. Der Vorerbe kann aber von dieser Beschränkung im Testament freigestellt werden, dann kann er über das ererbte Vermögen auch verfügen.

Ich kann mir leider absolut keine Vorstellung machen, was hier in dem 2. Schriftstück stehen soll. Hier müssten Sie noch ein wenig geschickter hinterfragen. Melden Sie sich gerne wieder, ich bin ebenfalls gespannt.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,

ich habe nochmals mit meinem Vater und seiner Frau gesprochen. Sie haben tatsächlich 2 Testamente gemacht. Eines, in dem sie sich beim Tod des anderen zu gegenseitigen Alleinerben eingesetzt haben und eines, das nach dem Tod des Überlebenden gültig sein soll, mit der Aufteilung des Vermögens.

Nach ihren Aussagen haben sie diese Testamente ohne rechtlichen Beistand vor ca. 20 Jahren gemacht. Auf meine Frage hin, ob sie wüssten, dass sie mich damit enterbt hätten, da ich ja zwischenzeitlich durch die geänderte Rechtslage als Tochter meines Vaters voll erbberechtigt sei, sagten sie, dass sie mich nachträglich berücksichtigt hätten. Wie und in welcher Form, darüber wurde nichts gesagt.

Ich habe den Eindruck, dass beide sich nicht darüber im Klaren sind (er ist 93, sie 88), dass ich einen Pflichtteil beanspruchen kann. Sie meinen wahrscheinlich in ihrer naiven Unwissenheit, dass ich damit gut bedient sei, wenn ich gemeinsam mit ihren Nichten und Neffen zu gleichen Teilen erbe, oder vielleicht sogar darunter (wie sie sagten, hätten sie mir einen Teppich zugedacht).

Sollte tatsächlich er vor ihr sterben, müsste ich doch Einblick in das endgültige Testament bekommen können, um entscheiden zu können, ob ich dieses akzeptiere oder lieber den mir zustehenden Pflichtteil beanspruche.

Gibt es irgendeine Möglichkeit, sie dazu zu bewegen, dass sie das Ganze noch mal mit einem Rechtsanwalt oder Notar besprechen, da ich den Eindruck habe, dass sie in ihrer Unwissenheit Fehler machen.

Von einer Nichte ist mir bereits zugetragen worden, dass ich von Seiten eines angeheirateten Neffen Schwierigkeiten zu erwarten habe. Wie könnten die aussehen?

 

Vielen Dank und

Freundliche Grüße

XXX

 

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

vielen Dank XXXXX XXXXX Mitteilung.

Das 2. Testament unterliegt dann der Auslegung des Nachlassgerichtes und würde unter Umständen eine Ergänzung des 1. Testaments darstellen. Dies kann man aber abschließend erst dann beurteilen, wenn die Testamente eröffnet worden sind.

Sollte Ihr Vater zuerst versterben, erhalten Sie vom Nachlassgericht als enterbte gesetzliche Erbin eine Abschrift des Testamentes. Hiernach können Sie entscheiden, ob Sie Ihren Pflichtteil geltend machen wollen.

Es wäre beim Nachlassgericht darauf hinzuweisen, dass es ein weiteres Testament gibt, sollte nur das 1. Testament zur Eröffnung gelangen, so dass das Nachlassgericht dann die Testamente auslegen kann.

In dem Alter Ihres Vaters ist es sehr schwer, diese dazu zu bewegen, sich nochmals im Hinblick auf die errichteten Testamente beraten zu lassen. Sie können ihnen nur vermitteln, dass es bei 2 Testamenten ein Problem im Erbfall geben kann und es deswegen ratsam wäre, dass man nochmals eine Beratung in Anspruch nimmt und ggf. ein neues Testament erstellt.

Welche Schwierigkeiten Ihnen hier ein angeheirateter Neffe machen will, kann ich derzeit nicht abschätzen. Ihr Pflichtteilsanspruch ist gesetzlich normiert und da kommt der angeheiratete Neffe auch nicht drum herum.

Ich hoffe,ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,


ganz herzlichen Dank für Ihre ausführlichen, kompetenten und prompten Antworten. Für meine Begriffe ist diese schriftliche Kommunikation für einen Ratsuchenden weitaus hilfreicher, als eine telefonische Auskunft wie bei Ihren Mitbewerbern.

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Nur noch eine Frage: wie lange kann ich Sie für die 49,-- Euro noch befragten? Ist das jetzt nach einer Woche beendet? Muss man dann wieder 49,-- Euro bezahlen? Oder reicht eine Zuzahlung? Oder wie läuft das?


 


Danke und


freundliche Grüße


Roswitha Hanewinckel

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

herzlichen Dank für Ihr Lob.

Sie können 90 Tage zu Ihrer Anfrage zurückkehren und Nachfragen stellen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
,
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
, ,
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

leider zeigt mir das System nur "Kommas" an.
Hatten Sie noch eine Frage?

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,


 


ich hatte Sie noch gefragt, ob ich das mit Ihren Bedingungen falsch verstanden habe. Ich hatte ursprünglich geglaubt, dass ich bei Ihnen 7 Tage lang kostenlos Fragen zum Erbrecht stellen kann und dann eine Flatrate von 49,-- Euro monatlich abschließen kann. Die 49,-- Euro (sind bei mir schon abgebucht) bezahle ich Ihnen einmalig für Ihre Auskünfte gerne, möchte aber KEINE monatliche Flatrate abschließen. Gelten die 90 Tage dann trotzdem?


 


Besten Dank


R.H.

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragesteller,

ich darf Ihnen in diesem Fall empfehlen, zu unserem Kundendienst Kontakt aufzunehmen, denn mit der Bezahlung haben wir Experten nichts zu tun.

Sie erreichen den Kundendienst entweder per Email unter [email protected] oder Sie können die kostenlose Hotline unter der Rufnummer 0800 1899302 nutzen.

Dort hilft man Ihnen wegen der Bezahlung gerne weiter.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,


 


ich habe festgestellt, dass es unterschiedliche Auffassungen über den Begriff „Nachlass“ gibt.


Die einen meinen, unter Nachlass versteht man immer das Gesamtvermögen beider Ehepartner, nur beim Güterstand der Gütertrennung wird hier unterschieden. Ich jedoch meine, dass nur das, was der Verstorbene hinterlässt, also seinen Anteil am Gesamtvermögen, als Nachlass bezeichnet wird.


 


Beispiel:


Güterstand: Zugewinngemeinschaft


Fiktives Gesamtvermögen beider Ehepartner: 100.000,-- Euro


Ich meine, wenn er stirbt, hinterlässt er von diesem Gesamtvermögen 50.000,-- Euro, denn die andere Hälfte gehört doch ihr.


Von diesem Nachlass erhält die Witwe die Hälfte, also 25.000,-- Euro und das Kind (Kinder) die andere Hälfte, also auch 25.000,-- Euro.


Das bedeutet, dass 75% des Gesamtvermögens bei ihr bleiben.


Ist das Kind auf den Pflichtteil gesetzt, würde es in diesem Fall 12.500,-- Euro erhalten, der Witwe blieben dann insgesamt 87.500,-- Euro.


 


Ist das richtig oder irre ich mich?


Was wäre denn im Güterstand der Gütergemeinschaft?


 


Vielen Dank und


freundliche Grüße


R.H.

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Das haben Sie vollkommen richtig erfasst.

Der Güterstand der Gütergemeinschaft ist ausgesprochen selten und bedarf eines notariellen Ehevertrages. Diese Form des Güterstandes ist aber eigentlich nur in der Landwirtschaft verbreitet und wird sonst nicht gewählt.

Ihre Eltern werden daher im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben.

Gemeines Vermögen der Eheleute, also beispielsweise Geld auf einem Konto, was auf beide Eheleute läuft, wird dann bei der Bewertung des Nachlasses mit 50 % zum Nachlass gezählt.

Geld, was aber nur auf dem Konto eines Ehegatten vorhanden ist, wäre vollständig in den Nachlass einzustellen. Wenn also Ihr Vater über ein Konto verfügt, welches nur auf seinen Namen läuft, wird der Gesamtbestand des Kontos dem Nachlass hinzugerechnet.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Frau Schwerin,


 


ich muss Sie leider nochmals bemühen, da ich den Eindruck habe, dass die beiden alten Herrschaften die erbrechtliche Lage nicht so ganz durchschauen. Sie sind der Meinung, dass es richtig ist, wenn sie sich gegenseitig zum Alleinerben einsetzen, da im schlussendlichen Testament ja alle bedacht sind (Nichten, Neffen und ich).


Ich möchte versuchen, den beiden das noch einmal zu erklären, da es im jeweiligen Vorsterbefall zu unterschiedlichen Rechtslagen kommt und bitte Sie, meine nachfolgenden Ausführungen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen bzw. zu ergänzen:


 


Sachlage


ER ist mein leiblicher Vater, sonst hat er keine Kinder


SIE hat keine Kinder, nur 3 Nichten und 1 Neffen


 


Fiktives Gesamtvermögen: 100.000,-- Euro


Güterstand: Zugewinngemeinschaft


 


Variante 1: ER stirbt vor ihr


Sein Nachlass = 50.000,-- Euro


Dieser Nachlass wird aufgeteilt zwischen ihr und mir zu je 50% = 25.000,-- /pro Person


Das bedeutet, dass ¾ des Gesamtvermögens bei IHR bleiben und ¼ bekomme ich.


 


Durch das Berliner Testament werde ich jedoch enterbt und müsste schlimmstenfalls mein Pflichterbe von 12.500,-- Euro geltend machen, da ich ihr gegenüber zuletzt ja nicht erbberechtigt bin.


 


Jetzt sagen mir beide, ich sei ja am Ende im Testament – neben ihren Nichten und Neffen - auch bedacht. Das mag sein, aber ich weiß ja nicht, in welcher Höhe sie mich bedacht haben, ob in der Höhe meines Vollerbes oder zumindest meines Pflichtteils.


Müsste ich dann nicht Einblick in das Schluss-Testament bekommen, um selbst entscheiden zu können, ob ich dem zustimme oder lieber auf meinen Pflichtteil zurückkomme?


Könnte ich dann nicht auch Einblick verlangen in das gesamte Vermögen?


Und wie sieht es dann mit der Erbschaftssteuer aus? Wenn ich von meinem Vater erbe, habe ich einen Freibetrag bis 400.000,-- Euro. Da ich ihr gegenüber jedoch keinen Erbanspruch habe, wäre mein Erbe aus diesem gemeinschaftlichen Schluss-Testament evtl. teilweise steuerpflichtig?


 


Variante 2: SIE stirbt vor ihm


Da sie keine Kinder hat, geht ihr Erbe zu 100% auf ihn über, also 100.000,-- Euro


Wenn er dann stirbt, bin ich Alleinerbin, es sei denn, im Testament sind auch die Nichten und Neffen bedacht.


Müsste bei der Aufteilung nicht von vorn herein darauf geachtet werden, dass mein Pflichtteil von 50% nicht unterschritten wird?


Oder müsste ich dann gegenüber den Nichten und Neffen einen Pflichtteilergänzungsanspruch stellen?


 


Diese rechtlichen Schritte möchte ich gerne im Voraus so gut es geht ausschließen.


 


Zu was für einer Testamentsform würde Sie raten, um beide Varianten zu berücksichtigen, damit es hier nicht zu unnötigen Querelen kommt?


Oder müssten es zwei Testamente sein?


 


Für mich selbst lege ich eigentlich nur Wert darauf, dass ich in


Variante 1 zu meinem gesetzlichen Vollerbe komme und in


Variante 2 zu mindestens 50%.


 


Vielen Dank für Ihre Rückantwort.


Mit freundlichen Grüßen

Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 4 Jahren.
Werte Fragestellerin,

gerne nehme ich nochmals zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Aus steuerrechtlicher Sicht hätten Sie beim Vorversterbens Ihres Vaters keinen Nachteil, denn auch die Stiefkinder haben einen Steuerfreibetrag von 400.000 €.

Generell wäre zu empfehlen, dass die Eheleute ein Testament errichten. Hier können sie sich ja gegenseitig zunächst als Alleinerben einsetzen und dann aber in diesem Testament bereits eine Verfügung treffen, wer letztendlich Schlusserbe sein soll. So haben Sie Kenntnis über die weitere Verfügung.

Sollten die Eheleute das Testament nicht abändern, müssten Sie im Falle des Todes Ihres Vaters das Nachlassgericht umgehend über das weitere gemeinschaftliche Testament unterrichten, welches dann ebenfalls bereits nach dem Tod des Vaters zu eröffnen wäre. So erhalten Sie Kenntnis darüber, welche Verfügung die Eheleute für den Tod des überlebenden Ehegatten getroffen haben.

Dadurch sind Sie in der Lage abzuschätzen, ob Sie Ihren Pflichtteil geltend machen oder die Schlusserbschaft annehmen.

Wenn die Stiefmutter zuerst verstirbt, wird Ihr Vater Alleinerbe. Hier kommt dann wieder das komische 2. Testament ins Spiel mit der unbekannten Schlusserbenstellung. Werden hier Nichten und Neffen ebenfalls bedacht und Sie erhalten nicht den Pflichtteil nach dem Vater bei dieser Variante beträgt der Pflichtteil 50 %, dann haben Sie Pflichtteilsergänzungsansprüche, die dann gegenüber den weiteren Erben geltend gemacht werden müssen.

Alles in Allem sehr kompliziert und ohne Kenntnis des Inhaltes des 2. Testaments, kann ich Ihnen hier derzeit keine konkreten Hinweise geben.

Sie können hier den Eheleute nur mitteilen, dass unter Umständen ein Testament keine Wirkung hat, weil hier 2 Testamente existieren.

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