So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten. Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an Tobias Rösemeier.
Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Hallo, hätte mal eine Frage. Meine Mutter pflegte ihren Vater

Kundenfrage

Hallo, hätte mal eine Frage. Meine Mutter pflegte ihren Vater 13 Jahre lang in ihrem Haushalt. Er hatte im Krieg ein Bein verloren und mit dem Alter kamen andere diverse Krankheiten dazu, die ihn schließlich an den Rollstuhl fesselten.
Vor allem in den letzten 2 Jahren war er stark pflegebedürftig ( wurde gewindelt, gewaschen, am Schluss auch gefüttert. Seit ca. 1,5 Jahren litt er auch an Demenz.
Meine Eltern nahmen ihn bei sich auf, meine Mutter war damals 56. Sie waren seitdem nie mehr in Urlaub,konnten nicht weggehen oder größere Fahrten machen. Ihr Leben vor allem die letzten beiden Jahre war voll auf meinen Opa ausgerichtet.
Nun starb er im Juli mit 92 Jahren.
Und nun kommt das Problem. Meine Mutter hat noch eine Schwester, die auch im selben Ort wohnt, sich aber nie um ihren Vater gekümmert hat. Sie wollte ihn damals ins Heim geben.mein Opa wollte aber nicht ins Heim . Diese Schwester hat sich jetzt einen Anwalt genommen, weil sie die Hälfte vom Geld meines Opas haben will.
Ich weiß aber von dem Erbschaftsgesetz von 2010, dass den Pflegenden einen Ausgleich zugesteht. Als meine Eltern nun den Erbschein holen wollten, erfuhren sie vom gericht, dass das Gesetz halbe, halbe vorsieht. Von dem neuen Gesetz wollten die nichts wissen.
Das hat mich empört. Wieso liest man überall im Internet von diesem Gesetz was ich übrigens gut finde, wenn es aber dann im Notfall nicht gilt?
Wie soll sich meine Mutter jetzt verhalten ?
Hoffe auf Antwort und bedanke XXXXX XXXXX Voraus.
Liebe Grüße XXXXX XXXXX
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank XXXXX XXXXX Nutzung von Justanswer. Ihre Anfrage beantworte ich gerne wie folgt.

Ich möchte Ihnen aber erst einmal mein aufrichtiges Beileid zum Tode Ihres Großvaters aussprechen.

Es ist einmal richtig, dass das Nachlassgericht einen Erbschein ausgestellt hat, der jeweils zur Hälfte auf Ihre Mutter und Ihre Tante lautet.

Ihre Mutter hat aber einen Anspruch auf Ausgleich der Pflegeleistungen, die Sie in den vergangenen Jahren erbracht hat und zwar gegenüber der Tante.

Der Anspruch richtet sich nach 2057 a BGB. Die Höhe der Pflegeleistung ist schwer zu bemessen. Wenn Ihre Mutter keine Vergütung vom Großvater z.B. aus einem gezahlten Pflegegeld erhalten hat, so richtet sich die Höhe des Anspruches Ihrer Mutter danach, welche Kosten für einen Pflegedienst aufgewendet worden wären. Zumindest in den letzten Jahren der schweren Pflege würde Ihrer Mutter mindestens ein Betrag von 1.000 € monatlich zur Seite stehen.

Begrenzt wird aber dieser Ausgleich dadurch, dass Ihrer Tante mindestens das Erbe in Höhe des Pflichtteils verbleiben muss. Also mindestens 25 % des Nachlasses muss Ihre Tante trotz der Pflegeleistung erhalten.

Wenn Ihre Tante bereits einen Anwalt eingeschaltet hat, sollte Ihre Mutter diesem Anwalt einen Brief schreiben und mitteilen, dass Sie Ansprüche nach § 2057 a BGB in den Nachlass geltend macht. Diese Ansprüche werden nämlich vorab vom Nachlass abgezogen und erst dann erfolgt eine Verteilung.

Wegen der Höhe hängt es jetzt maßgeblich davon ab, welches Vermögen der Großvater hinterlässt. Ihre Mutter muss in dem Brief darlegen, welche Pflegeleistung sie erbracht hat und welche Kosten entstanden wären, wenn hier ein Pflegedienst in Anspruch genommen wurde. Hierzu sollten Sie sich aus dem Ort in dem Sie leben, einen Kostenvoranschlag machen lassen.

Wenn sich Ihre Mutter die selbständige Berechnung des Pflegeanspruches nicht zutraut, wäre ihr dann ebenfalls anzuraten, einen Anwalt zu beauftragen, der dann die Ansprüche für Ihre Mutter durchsetzt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Gerne können Sie Nachfragen stellen. Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich sehr freuen.
Tobias Rösemeier und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.


Hallo herr Rösemeier, danke für ihre schnelle Hilfe.


Schön das ich jetzt etwas in den Händen habe.


Habe meine Mutter gleich angerufen, wir werden es machen, wie sie uns geraten haben. Vielen dank!


 


Habe ihre Arbeit mit " Toller Service " bewertet. Weiß aber nicht ob alles geklappt hat, wegen den Bezahlen.


 


liebe Grüße Iris kaufmann

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

es freut mich sehr, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte.

Mit der Bewertung und Bezahlung hat alles wunderbar funktioniert. Herzlichen Dank !