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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 1982
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
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Guten Tag, meine Eltern haben 2 Kinder, meinen Bruder und

Kundenfrage

Guten Tag,
meine Eltern haben 2 Kinder, meinen Bruder und mich. Es ist ein 2 Familienhaus vorhanden, welches meine Mutter und mein Bruder bewohnen. Jetzt stellt sich raus, das meine Mutter meinem Bruder das komplette Haus überschrieben hat und ich soll lehr ausgehen. Geht das so einfach?=
Barbara Strothmann
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

solange die Eltern noch nicht verstorben sind, können diese mit deren Eigentum verfahren wie sie möchten. Von daher war die Übertragung auch wirksam möglich.

Im Erbrecht gilt aber auch, dass Schenkungen der Erblasser zu deren Lebzeiten anteilig auszugleichen sind, wenn seit der Schenkung bis zum Erbfall noch nicht zehn Jahre vergangen sind, § 2325 Abs. 1 u. 3 BGB. Wenn also bei Ihnen seit der Übertragung - und hier müsste es sich um eine Schenkung gehandelt haben oder zumindest um eine Übertragung ohne angemessenen Gegenwert durch den Bruder - bis zum Erbfall weniger als zehn Jahre vergehen, können noch Rechte aus der Übertragung geltend machen. Diese Rechte würden sich dann gegen den Bruder als Zahlungsanspruch richten.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Steht mir als Tochter kein Pfichteil zu? Die Überschreibung ist schon mehr als 10 Jahre her
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Verehrte Fragestellerin,

doch, als Tochter haben Sie einen Pflichtteilsanspruch und die Anwendung des § 2325 BGB würden dazu führen, dass sich Ihr Pflichtteilsanspruch aus dem Wert errechnen würde, den das Vermögen der Erblasser ohne Verschenken des Grundstücks gehabt hätte.

Da allerdings die Überschreibung nun länger als zehn Jahre her ist, werden Sie aus diesem § nichts mehr für sich herleiten können.

Möglicherweise wäre die Übertragung aber als Ausstattung gemäß § 2050 BGB zu werten, also als Zuwendung zur Erlangung einer selbstständigen Lebensstellung zu werten. Dann müsste der Bruder sich den Wert des Grundstücks zum Zeitpunkt der Übertragung auf seinen Erbteil anrechnen lassen. Das gilt aber nur dann, wenn die Eltern die Übertragung nicht mit einer anderen Zweckbestimmung versehen haben. Dass kann sich entweder aus einem Testament oder aber einem andern Vertrag über die Übertragung ergeben. Hier würde der Bruder Ihnen Auskunft über den Zweck der Zuwendung schulden, § 2057 BGB, so dass Sie dann weitere rechtliche Schritte erwägen könnten.

Bei Unklarheiten fragen Sie nach.