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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Ich habe gerade gestern das gemeinsame Testament von meiner

Kundenfrage

Ich habe gerade gestern das gemeinsame Testament von meiner verstorbenen Mutter und ihrem zweiten Ehemann erhalten. Meine Mutter sagte mir immer, dass ich nach ihrem Tod das vorhandene Haus zur Hälfte erbe. Nun steht im Testament (von ihm aufgesetzt) aber:
"Wir setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein. Nach dem Ableben des Längstlebenden soll der verbleibende Nachlas zu je 1/4 an seinen Sohn, 1/4 an seine Tochter und 1/2 an mich fallen".
Nun meine Frage. Gemäß diesem Testament kann er doch noch zu Lebzeiten alles seinen Kindern vermachen (evtl. auch Hypothek auf das Haus aufnehmen) und seinen Kindern zukommen lassen und für mich wäre dann halt nichts mehr übrig. Meine Mutter wird erst am Montag beerdigt. Wie soll ich mich verhalten ?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderung wie folgt beantworte:

Ihre Mutter und deren zweiter Ehemann haben sich aufgrund gemeinschaftlichem Testament je zu Alleinerben eingesetzt und zu den Schlusserben die Kinder des Ehemannes zu je 1/4 und Sie zu 1/2 gemacht.

Dies entspricht grundsätzlich der Aussage Ihrer Mutter, wobei diese wohl leider davon ausging die Letztversterbende zu sein.

Die Regelung der Eltern ist in der Tat nicht besonders gut, da in der Tat nicht sichergestellt ist, dass der Witwer nicht über das Vermögen verfügt und am Ende nicht mehr viel bleibt. Besser wäre hier wohl die Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft gewesen. Hier war man offensichtlich nicht gut beraten.

Nichtsdestotrotz ist die Schlusserbenbestimmung bindend, d.h. der Witwer kann nicht anderweitig testieren.

Ich kann Sie aber auch insofern beruhigen, dass der Witwer vorliegend das Vermögen nicht folgenlos an seine Kinder übertragen oder verschenken kann, denn dies löst zu Ihren Gunsten Ausgleichsansprüche gegen die Halbgeschwister aus.

Eine Belastung des Hauses mit einer Hypothek ist zwar grundsätzlich möglich, trifft dann aber alle Erben, würde also keinen Sinn machen.

Unabhängig davon kann der Witwer aber sein Vermögen verbrauchen. Dies ist nicht verhinderbar.

Es kann daher unter Umständen ratsam sein, jetzt nach dem Tod Ihrer Mutter den Pflichtteil geltend zu machen.

Damit wäre gewährleistet, dass Sie wenigstens diesen ungeschmälert erhalten.

Ist im Testament auch keine Strafklausel vorhanden, die Sie im Falle der Geltendmachung im Falle des Todes des Letztversterbenden auf den Pflichtteil setzt, dann haben Sie sogar noch ein "Plus".

Fragen Sie bitte nach, wenn weiterer Klärungsbedarf besteht.

Bewerten Sie meine Antwort bitte erst dann, wenn alle Nachfragen geklärt sind. Bewerten Sie bitte die Qualität der Antwort und nicht, ob diese für Sie günstig oder ungünstig ist, denn dies ist nicht vom Beantworter abhängig, sondern von der Rechtslage.

Vielen Dank.


Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16814
Erfahrung: Fachanwalt f. Familienrecht
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Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Es steht noch drin: "Sollte einer der benannten Nacherben seinen Pflichteil verlangen, soll er von der weiteren Erbfolge ausgeschlossen sein".
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die weitere Information:

Aufgrund der Formulierung ist wohl dann doch davon auszugehen, dass Vor- und Nacherbschaft angeordnet ist.

Dies bedeutet, dass der Witwer lediglich Vorerbe in den Nachlass Ihrer Mutter geworden ist und er damit nicht befugt ist hierüber zu verfügen. Er ist also verpflichtet, den Nachlass der Mutter für die Nacherben, also auch für Sie, zu erhalten.

In dieser Hinsicht brauchen Sie also gar keine Befürchtungen zu haben.

Es ist dann auch nicht ratsam den Pflichtteil geltend zu machen, da Sie dann das Nacherbe ausschlagen müssten und in der Tat nach dem Letztversterbenden nichts bekommen würden.

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