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RA_UJSCHWERIN
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
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RA_UJSCHWERIN ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, meine Eltern haben vermutlich

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Eltern haben vermutlich vor Jahren ein Gemeinschaftstestament geschrieben. Meine Vater verstarb Ende Januar dieses Jahres. Meine Mutter, in deren Finanzgeschäfte ich keinen Einblick habe, hat gestern meine Schwester und mich gebeten, Montag zu ihr zu kommen, um einen Verzicht auf unser jeweiliges Pflichtteil zu unterschreiben. Ich kenne die Vermögensverhältnisse meiner Eltern nicht. Es könnten auch Schulden sein. Meine Fragen dazu:
1. Tritt bei einem Gemeinschaftstestament die Erbfolge nicht erst dann ein, wenn beide Eltern verstorben sind? Und wieso spricht meine Mutter jetzt von Pflichtteil??
2. Falls ich auf das (mir nicht bekannte) Pflichtteil verzichte, geht dies dann auf meinen leiblichen Sohn über?
3. Muss für einen solchen Verzicht ein Notar anwesend sein?

Vielen Dank XXXXX XXXXX Rat. Mit freundlichen Grüßen - Jürgen Langer
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

zu Ihrem Anliegen möchte ich gern wie folgt ausführen:

Wenn Ihre Eltern ein gemeinschaftliches Testament hatten, dann haben sie sich wahrscheinlich zunächst gegenseitig zu Alleinerben eingesetzt. Damit sind die Kinder enterbt und hätten nur einen Pflichtteilsanspruch in den Nachlass des Vaters. Der Pflichtteilsanspruch ist der Höhe nach die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dieser beträgt für Sie 1/8 des Vermögens Ihres Vaters.

Wenn Ihre Mutter nunmehr einen Pflichtteilsverzicht wünscht, ist davon auszugehen, dass der Nachlass nicht überschuldet ist, denn dann würde auch kein Pflichtteilsanspruch bestehen.

Sie können auch keinen Pflichtteilsverzicht nach Ihrem Vater erklären, weil Ihr Vater schon verstorben ist. Sie können nur auf die Geltendmachung des Pflichtteilsanspruches gegenüber der Mutter verzichten, denn der Pflichtteilsanspruch ist ja bereits durch den Tod des Vaters entstanden.

Der Verzicht auf die Geltendmachung des Pflichtteilsanspruchs bedarf nicht der notariellen Beurkundung. Dieser Verzicht kann sogar mündlich abgegeben werden.

Der von Ihnen erklärte Verzicht würde sich auch auf Ihren Sohn auswirken.

Bevor Sie eine derartige Erklärung abgeben, sollten Sie sich zunächst das Testament Ihrer Eltern vorlegen lassen, um zu prüfen, ob Sie nach dem Tod der Mutter dann als Erbe eingesetzt sind oder ob Ihre Mutter hier frei verfügen kann, wer nach ihrem Tod Erbe werden soll.

Sie sollten keinesfalls leichtsinnig den Verzicht erklären. Sie haben 3 Jahre Zeit, um Ihren Pflichtteilsanspruch geltend zu machen. Ihre Mutter als Erbin nach Ihrem Vater ist Ihnen auch zur Auskunft über den Bestand des Vermögens verpflichtet.
RA_UJSCHWERIN und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Frau Schwerin, danke für Ihre wertvollen Hinweise. Offensichtlich hat meine Mutter Post vom Finanzamt bekommen und drängt in diesem Zusammenhang auf den Pflichtteilsverzicht. Oder gibt es da keinen Zusammenhang? Mit freundlichen Grüßen - Jürgen Langer
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

nein hier gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Post vom Finanzamt und einem Verzicht auf Ihren Pflichtteilsanspruch.
Schulden beim Finanzamt wären Nachlassverbindlichkeiten und würden automatisch Ihren Pflichtteilsanspruch mindern.
Zu klären wäre hier aber vorrangig, ob Ihre Mutter das gemeinschaftliche Testament durch das Nachlassgericht hat eröffnen lassen.
Ansonsten wären Sie nämlich Erbe nach Ihrem Vater geworden.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr gehrte Frau Schwerin, danke für die schnelle Reaktion. Ohne Ihre Hilfe hätte ich wahrscheinlich vorschnell reagiert. Oh je, das riecht nach Zoff. Herzlichen Gruß und alles Gute - Jürgen Langer
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

bewahren Sie die Ruhe. Ihre Mutter kann Sie nicht zwingen eine derartige Erklärung abzugeben. Verschaffen Sie sich erst einmal einen Überblick über alles. Die Vorgesehensweise Ihrer Mutter ist aber auch nicht vertrauenswürdig. Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem dennoch einen schönen Sonntag.