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Tobias Rösemeier
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16816
Erfahrung:  Fachanwalt f. Familienrecht
37896974
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Tobias Rösemeier ist jetzt online.

Guten Tag, Mein Sohn ist der Haupterbe, nachdem sein Vater

Kundenfrage

Guten Tag,

Mein Sohn ist der Haupterbe, nachdem sein Vater gestorben ist. Er hat 3 Halbgeschwister, die nur Anspruch auf das Pflichtteil haben. Eines der 3 Kinder ist schon vor dem Tod des Vaters gestorben. Die Kinder dieser verstorbenen Tochter erheben nun Anspruch auf das Pflichtteil. Ist das gesetzlich ? Kann man es anfechten, da weder die Mutter diese beiden Töchter sehen durfte, weder der verstorbene Grossvater ?

Danke XXXXX XXXXX wertvollen Rat.

Mfg
G. Aichele
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderung wie folgt:

Aufgrund des offensichtlich vorliegenden Testaments ist nur der Sohn Erbe geworden und zwar Alleinerbe.

Sind durch diese Verfügung andere gesetzliche Erben enterbt, haben diese Anspruch auf den Pflichtteil, soweit sie zu den Pflichtteilsberechtigten gehören.

Alle Abkömmlinge sind grundsätzlich nach § 2303 BGB pflichtteilsberechtigt.

Ist ein Abkömmling bereits vor dem Erbfall verstorben, treten erbrechtlich an seine Stelle dessen Nachkommen, also die Enkel.

Vorliegend ist dieses Recht nicht anfechtbar.

Tobias Rösemeier und 2 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Herr Roesemeier,

 

Im Zusammenhang mit der Erblassgeschichte stellt sich nun folgende Frage :

Kann ich die Auszahlung aufgrund meines finanziellen Engpasses hinausschieben ?

Es ist so, dass ich das Erbe noch nicht flüssig machen konnte _ es steht noch ein Verkauf in der Türkei an, was sehr langwierig ist. Ausserdem lebe ich im Ausland und

erziehe meinen Sohn allein, und bin auf Arbeitssuche. Kann ich aufgrund dieser Situation die Zahlung hinauszögern, ohne sie infrage zu stellen. Die Antragsteller haben mir erst diese Woche geschrieben, 1 Jahr nach dem Todesfall.

 

Mfg

G Aichele

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Dies ist im Rahmen einer Stundungsvereinbarung möglich.

In einer solchen Vereinbarung wird der Pflichtteilsanspruch dem Grunde nach anerkannt, jedoch der Zahlungsanspruch für eine bestimmt Dauer gestundet.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wie lange darf die Stundung dauern ? Sind 6 Monate möglich ?
Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die Dauer ist frei vereinbar. 6 Monate sind daher mindestens möglich.



Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

 

Vielen Dank; das beruhigt mich.

 

Jetzt beschäftigt mich noch die Hôhe des Pflichtteils :

 

Wie hoch ist der Anteil für die 3 anderen Kinder _ ich war der Meinung es ist 1/4 vom

Erbe insgesamt, d.h. in unserem Falle kämen 15000€ auf jedes Adoptivkind, während

die beiden Enkelinnen sich 15000€ (den Anteil ihrer Mutter) unter sich aufteilen müssten. Gehe ich da richtig ?

 

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des gesetzlichen Erbanspruches.

Die Enkel haben nur Anspruch auf den Teil, den deren Mutter bekommen hätte.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

 

Danke, dass Sie mir dies bestätigt haben.

 

Jetzt gibt es noch einen Haken und zwar ist es so, dass ein Teil des Erbes wie schon erwähnt in der Türkei ist, eine Ferienwohnung im Wert von ca. 30000 Euros.

 

Nun steht im Erbschein : "Der Erbschein erstreckt sich nicht auf in der Türkei belegenes unbewegliches Vermögen".

 

Wie ist dieser Satz zu verstehen. Der Verstorbene hatte mir erklärt, dass diese Wohnung überhaupt nicht aufgeführt werden müsste, da sie nicht dem deutschen Steuergesetz unterliegt. Haben die Pflichtteilsberechtigten überhaupt Anspruch auf diesen Teil des Erbes, das der Vater ausdrücklich seinem leiblichen Sohn vermachen wollte. Damit sollte er auch die anderen ausbezahlen ...

 

Ich wäre Ihnen aeusserst dankbar, wenn Sie mir dies noch erläeutern könnten.

 

 

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Der deutsche Erbschein kann nur für das in Deutschland belegene Vermögen ausgestellt werden.

Für in der Türkei belegenes Grundvermögen greift türkisches Erbrecht.

Ob hier ein Pflichtteilsanspruch besteht, richtet sich nach diesem Recht. Diesbezüglich kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

 

Danke, ich werde mich dann also mit dem türkischen Makler in Verbindung setzen.

 

Darf ich nochmal zurückkommen auf das Schreiben der Rechtsanwältin, die den Pflichtteil der Enkelinnen beantragt : Sie schreibt, dass diese jeweils in Höhe von 1/16 pflichtteilsberechtigt sind. Sie haben mir aber bestätigt, dass die 3 Kinder 1/4 des Erbvermögens zusammen erhalten, d.h. 45000 / 3 = 15000. 15000 käme auf die beiden Enkelinnen. Sie fordert jedoch je 1/16 des Betrages (180000 €) ,d.h. 11 225 Euros. Könnten Sie dies nochmal nachprüfen, wie sie darauf kommt.

 

Ausserdem hatte ich viele Auslagen, da ich mich um eine Wohnung in München kümmern musste, ausraeumen, Administratives erledigen, usw, was aus der Distanz sehr erschwerlich war. Ich habe dafür viel von meinen Ersparnissen investiert. Kann ich für 8 Paris/München Fahrten + Verpflegung und Unterkunft die Unkosten von der Erbsumme absetzen ? idem Unkosten für die Wohnung, die solange weitergelaufen sind ? sowie Unterhaltskosten, die weiterhin abgezogen worden sind, da ich sonst finanziell in eine schwierige Lage gekommen wäre ?

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich habe Ihnen nicht bestätigt, dass der Erbanspruch 1/4 beträgt, sondern ich habe Ihnen mitgeteilt, dass der Pflichtteilsanspruch die Hälfte des gesetzlichen Anspruches ist.

Anhand Ihrer Schilderung ist für mich leider nicht klar, ob hier der Sohn tatsächlich der Alleinerbe ist und wie hoch der Nachlass tatsächlich ist.

Der gesetzliche Erbanspruch der 4 Kinder hätte je ein 1/4 betragen. Durch die Enterbung besteht nur Pflichtteilsanspruch. Dieser besteht dann in je 1/8 je enterbtes Kind, bedeutet je 1/16 für die beiden Enkel.

Die des Pflichtteilsanspruch bemisst sich nach dem Wert des Nachlasses zum Zeitpunkt des Todes.

Die von Ihnen angeführten Kosten zur Abwicklung des Nachlasses können eher nicht abgesetzt werden. Dies sollte ggf. ein Anwalt vor Ort dezidiert anhand von Unterlagen abprüfen. Dies würde den Rahmen einer Onlineberatung sprengen.

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

 

 

Sie haben mir schon sehr weitergeholfen.

 

Ich werde es für heute dabei belassen und danke Ihnen vielmals.

 

Freundlichen Gruss,

G. Aichele

 

Experte:  Tobias Rösemeier hat geantwortet vor 5 Jahren.
Gern geschehen.

Alles Gute.