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Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites StaatsexamenDiplom Jurist
26039601
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Guten Tag, ich habe eine Frage. Meine Mutter ist voriges Jahrverstorben.

Kundenfrage

Guten Tag,
ich habe eine Frage. Meine Mutter ist voriges Jahrverstorben. Es liegt ein Teatament vor (beim Amtsgericht), dass besagt, dass ich alleinerbin bin. Der Erbschein wurde bereits beantragt. Jetzt behauptet der Bruder meiner Mutter, ich würde ein aktuellen Teatament zurück halten oder vernichtet haben, was aber nicht an dem ist. Nun verzögert er alles wegen dem Erbschein. Was für möglichkeiten bestehen für ihn, wenn er das Testament anfechtet? Bstehn für mich in dem Moment risiken?

Mit ffreundlichen Grüßen
Peggy Dankwardt
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrte Frau Dankwardt

vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:


Zunächst einmal möchte ich Ihnen mein aufrichtiges und ausdrückliches Beileid zu diesem Vorfall ausdrücken.


Das Testament kann er grundsätzlich nur dann anfechten, wenn es unwirksam ist (zum Beispiel wenn Formfehler vorliegen),wofür ich nach ihrer Schilderung aber keine Anhaltspunkte habe.

 

Richtig ist grundsätzlich, dass das neuste Testament immer das gültige ist, also ein älteres Testament unwirksam werden lässt.

 

Der Vorwurf ihres Bruders schwer. Sollte dieses der Fall sein, wären sie von Rechts wegen nicht nur verpflichtet, das Testament schnellstmöglich beim zuständigen Nachlassgericht (= Amtsgericht in dessen Bezirk ihrer Mutter ihren letzten Wohnsitz gehabt hat) abzugeben, sondern sie würden sich sowohl bei einem Zurückhalten als auch bei einer Vernichtung strafbar machen.

 

Nach ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass die Vorwürfe ihres Bruders nicht gerechtfertigt sind.

 

Im Streitfall müsste ihr Bruder übrigens die Vorwürfe auch beweisen können, was wohl dann nicht der Fall sein wird.

 

Sollte es nicht beweisen können, wird er das Verfahren nicht aufhalten können.

 

Im Gegenteil: Sie hätten dann Unterlassungsansprüche im Hinblick auf diese Behauptungen gegenüber ihrem Bruder aus § 1004 BGB und könnten ihrem Bruder sogar wegen Verleumdung beziehungsweise falsche Vergleichdeckung strafrechtlich belangen.

 

Sofern die Vorwürfe also nicht stimmen und nicht nachweisbar sind brauchen Sie sich keine Gedanken machen.

 

Sollte die Angelegenheit weiter gehen, sollten sie gegebenenfalls überlegen, einen im Erbrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der direkten Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen gegenüber ihrem Bruder zu beauftragen.

 

 



Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.

Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Dienstagnachmittag!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt




Advopro und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Ein weiteres Testament leigt mir nicht vor und mir ist auch nicht bekannt, dass es ein solches gibt.

Ich habe sogar eine eidesstaatliche Versicherung abgegeben. Wenn ich da nicht die Wahrheit sage, dann würde ich mir selber schaden.

Der Bruder meiner Mutter kann nichts beweisen.

Was versteht man denn unter Formfehler? Meine Mutter ist urplötzlich, von heute auf morgen verstorben. Das Testament wurde damals mit meinem Vater gemacht und wurde 2005 bereits schon mal eröffnet.

 

MfG

Peggy Dankwardt

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank für den Nachtrag.

In diesem Fall haben sie sich wirklich nichts vorzuweisen und können die Angelegenheit
gelassen sehen.

Ein Formfehler wurde beispielsweise dann vorliegen, wenn die Mutter das Testament nicht eigenhändig geschrieben hätte beziehungsweise nicht selber unterschrieben hätte.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Das Testament wurde damals von meiner Mutter und meinem Vater handschriftlich verfasst und unterschrieben.

Der Bruder meiner Mutter behauptet noch, dass meine Mutter angebl mehreren Leuten erzählt hat, sie würde ein Neues Testament machen wollen. Er hat aber nichts in den Händen. Mein Verdacht ist, dass er seine Freunde anstiftet, dahingehend was auszusagen.

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, handelt es sich um ein gegenseitiges Testament (wahrscheinlich Berliner Testament).

Sollte dieses der Fall sein, reicht es, wenn einer der beiden das Testament handschriftlich geschrieben hat und beide unterschrieben haben.

Auch meiner Ansicht nach hat ihr Bruder hier nicht viel in den Händen.


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Also spilet es in diesem Fall auch keine große rolle, wenn er behauptet, dass meine Mutter ein neues Testament machen wollte, was aber nicht der Fall ist.

 

Wenn er seine Freunde "anstiftet" aus zu sagen, dass sie ein anderes Testament gemacht hat und ich das aber eben zurück halte oder vernichtet hätte, was passiert dann?

 

Ich bin mir sicher, dass er das ganze ganze vor Gericht bringen wird. Welche Möglichkeiten habe ich denn da?

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Nein, solange es kein neues Testament gibt spielt dieses keine Rolle.

Sofern er seine Freunde zu einer Falschaussage angestiftet, würde sowohl er als auch seine Freunde sich strafbar machen.

Sollte er diese Angelegenheit wirklich vor Gericht bringen, sollten sie Strafanzeige erstatten und einen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragen.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Aslo praktisch eine Strafanzeige wegen Verleumdung und Unterlassungsansprüche?

 

Ich habe zwar einen Anwalt, aber dieser ist nicht gerade spezialisiert was Erbrecht angeht, deshalb wende ich mich an Sie, damit ich auch was in den Händen habe und "mitreden" kann, notfalls auch vor Gericht.

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ja, das ist genau richtig.

Hier kommt es weniger auf das Erbrecht an, als auf allgemeine Zivilprozessuale Grundsätze.

Ihr Bruder möchte ihre Erbenstellung angreifen.

Der allgemeine zivilprozessuale Grundsatz daran ist,dass er als Anspruchssteller dieses auch beweisen muss (und nicht etwa sie das Gegenteil).

Dieses nach ihrer Schilderung nicht der Fall.

Problematisch wird es natürlich, wenn ich hier tatsächlich zeugen zu Falschaussagen anstiftet. Dann bestünde das gewisse Restrisiko, dass das Gericht diese Zeugenaussagen annimmt (auch Richter machen Fehler).

Daher wäre es sinnvoll gegebenenfalls Gegenbeweise zubringen falls es soweit kommt.

Zurzeit sehe ich aber bis auf eine eventuelle Strafanzeige keinen Handlungsbedarf.
Gut ist insbesondere, dass sie bereits anwaltlich vertreten sind.




Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.

Kann man eventuell einen Lügendedektortest beim Anwalt anfordern?

 

Selbst wenn die das aussagen würden, dann müsste doch aber was schriftliches trotzdem vorzuweisen sein und das kann er eben nicht.

 

Gegenbeweise kann ich so leider nicht bringen, da ich leider nichts weiter in den Händen hätte.

Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sofern ihr Bruder dieses freiwillig machen würde (was ich mir nicht vorstellen kann) wäre dieses möglich.

Zwingen können Sie jetzt aber nicht, da das deutsche Prozessrecht diese Möglichkeit nicht kennt.

Ich gebe Ihnen recht. Eigentlich kann ihr Bruder nur dann Erfolg haben, wenn er ein anderes teures Testament vorlegen kann oder nachweisen kann (was ja nicht der Fall sein wird) dass sie ein neueres Testament in ihrem Besitz gehabt haben.

Ihr Bruder hat eine sehr schlechte Beweissituation.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt