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ClaudiaMarieSchiessl
ClaudiaMarieSchiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 15716
Erfahrung:  Seit 20 Jahren als Rechtsanwältin zugelassen, Korrespondenzsprachen: deutsch und englisch, umfangreiche und langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Erbrechts, zwei Fachanwaltstitel
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Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
ClaudiaMarieSchiessl ist jetzt online.

Die Mutter (deutsch) vererbt ihr Haus (in Deutschland) an Ihren

Kundenfrage

Die Mutter (deutsch) vererbt ihr Haus (in Deutschland) an Ihren Sohn und Ihre Tochter(beide deutsch). Der Sohn hat seit 20 Jahren zwei Wohnsitze: einen im Haus der Mutter, einen in Frankreich (dort arbeitet und bezahlt er Ek-Steuer). In Deutschland fällt das Haus im Erbfall unter den Steuerfreibetrag, in Frankreich nicht. Frage: muss der Sohn Erbschaftssteuer in Frankreich bezahlen?
MfG
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage.


Zunächst einmal ist fraglich ob in Ihrem Fall die unbeschränkte oder die beschränkte Erbschaftssteuerpflicht gegeben ist.


Unbeschränkt steuerpflichtig sind Erwerbe aus dem Nachlass eines deutschen Erblassers, auch wenn der Erwerber kein Inländer ist.

Inländer sind alle natürlichen Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Inland, oder aber Staatsangehörige, die sich nicht länger als 5 Jahre im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben.



Nach Ihren eigenen Angaben der Sohn im Inland einen Wohnsitz.

Der Sohn ist also unbeschränkt im Inland steuerpflichtig

Es wird hier ein Freibetrag von 400.000 Euro gewährt, wobei grundsätzlich der gesamte Vermögenserwerb im In und Ausland zu besteuern ist.



Was die Erbschaftssteuer in Frankrich betrifft , so gibt es hier ein Doppelbesteuerungsabkommen, das auf alle Erbfälle nach dem 02.04. 09 anzuwenden ist.



Es gilt hier die Belegenheit der Vermögensteile.

Daher werden für die in Deutschland belegenen Vermögensteile Erbschaftssteuier nach deutschem Recht , für die in Frankreich belegenenen Vermögensteile Erbschafssteuer nach französischem Recht bezahlt.



Da das Grundstück in Ihrem Fall in Deutschland belegen ist richtet sich die Erbschaftssteuer nach deutschem Recht.




Ich hoffe, Ihre Frage beantwortet zu haben

Bei Unklarheiten können Sie sehr gerne nachfragen.



Mit freundlichen Grüßen


Claudia Schiessl
Rechtsanwältin


wenn ich Ihre Frage beantwortet haben bitte ich um Akzeptierung

danke
ClaudiaMarieSchiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 15716
Erfahrung: Seit 20 Jahren als Rechtsanwältin zugelassen, Korrespondenzsprachen: deutsch und englisch, umfangreiche und langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Erbrechts, zwei Fachanwaltstitel
ClaudiaMarieSchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Wiegesagt: ich (der Sohn) wohne überwiegend in Frankreich, wo ich auch arbeite + EkSteuer bezahle. Der Wohnsitz im Haus meiner Mutter existiert, wird aber nur gelegentlich benutzt. Wenn ich Sie richtig verstehe bin ich also unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig, was das Erbrecht betrifft. Soweit OK.

 

Sie schreiben das Haus ist "in Deutschland belegen" und die Erbschaftssteuer richtet sich somit nach deutschem Recht - wenn ich Sie richtig verstehe sind also in Frankreich keine Erbschaftssteuern auf dieses Haus in Deutschland zu bezahlen! Das ist interessant, weil mir bislang gesagt wurde, das ich keine Erbschaftssteuer in Deutschland bezahlen müsste (wg. Freibetrag von 400t€), aber sehr wohl in Frankreich (Freibetrag wesentlich niedriger), da ich EkSt-steuerlich in Frankreich erfasst bin.

 

Wer hat Recht? Ich hoffe Sie ;-)

MfG

Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,


die Besteuerung knüpft an das Domicile an.

War der Erblasser Deutscher und ist die Immobilie in Deutschland belegen und hat der Erbe seinen Wohnsitz in Deutschland fällt nur deutsche Erbschaftssteuer an.


Sie müssen auf den Wohnsitz in Deutschland den Schwerpunkt legen .



Bonne chance

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.

Sehr geehrte Expertin,

genau das ist der Knackpunkt: da ich in Frankreich arbeite und steuerlich erfasst bin, ist mein Lebensmittelpunkt eindeutig in Frankreich. Somit unterliegt eine Erbschaft (selbstwenn Sie einen Erblasser und Grundbesitz in Deutschland betrifft) eben vielleicht doch dem Erbschaftssteuerrecht von Frankreich.... ???

MdG

Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


die Argumentation über den Wohnsitz ist Ihre Chance:




Hierzu näheres:





in Wohnsitz i.S.v. § 2 ErbStG, § 9 Abgabenordnung (AO) hat jemand dort, wo er „eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird“.

Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes setzt ein Wohnsitz i.S. von § 8 AO neben zum dauerhaften Wohnen geeigneten Räumlichkeiten das Innehaben der Wohnung in dem Sinne voraus, dass der Steuerpflichtige tatsächlich über sie verfügen kann und sie als Bleibe entweder ständig benutzt oder sie doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit, wenn auch in größeren Zeitabständen, aufsucht.




Das Innehaben der Wohnung muss unter Umständen erfolgen, die darauf schließen lassen, dass die Person die Wohnung beibehalten und benutzen wird.




Die gesetzliche Regelung geht dahin, aus äußeren objektiven Tatsachen Schlüsse auf das zukünftige tatsächliche Verhalten einer Person zu ziehen (vgl. BFH-Urteil vom 17. Mai 1995 I R 8/94, BStBl II 1996, 2 ). Es handelt sich deshalb um eine Prognoseentscheidung (Urteil des BFH in BStBl II 2001, 294). Melderechtliche Normen sowie bürgerlich-rechtliche Vorschriften zur Begründung, Beibehaltung und Aufgabe eines Wohnsitzes sind unmaßgeblich (BFH-Urteile vom 23. November 2000 VI R 107/99, BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294 und vom 23. November 1988 II R 139/87, BFHE 155, 29, BStBl II 1989, 182).

Nicht erforderlich ist, dass sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen am Ort der Wohnung befindet (Urteil des BFH vom 19. März 1997 I R 69/96, BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447).

Ein nur gelegentliches Verweilen während unregelmäßig aufeinander folgender kurzer Zeiträume zu Erholungszwecken reicht nicht aus ( BFH-Urteile vom 23.11.1988 II R 139/87, BStBl II 1989, 182 , m.w.N., und vom 22.04.1994 III R 22/92, BStBl II 1994, 887).

Hingegen hat der BFH in dem Urteil vom 23.11.1988 II R 139 / 87, BStBl. II 1989, 182 entschieden, dass es für die Begründung eines steuerlichen Wohnsitzes genügt, wenn Personen regelmäßig ein in Ihrem Eigentum stehende eingerichtete Doppelhaushälfte mehrere Wochen im Jahr für Jagdzwecke nutzen. Verfügt der Steuerpflichtige über eine gemietete Wohnung in der Bundesrepublik, die er während seiner langjährigen Auslandstätigkeit unverändert in einem ständig nutzbereiten Zustand beibehalten und zudem mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf die Dauer von zwischen drei bis acht Wochen im Jahr genutzt hat, so hat er einen steuerlichen Wohnsitz (vgl. Urteil des BFH, abgedruckt in: BFHE 182, 296, BStBl II 1997, 447).


Ich hoffe,Ihnen hier eine Grundlage zur Argumentation gegeben zu haben




Viel Glück


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