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raschwerin
raschwerin, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16757
Erfahrung:  Rechtsanwalt
27582713
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
raschwerin ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren; mein leiblicher Vater ist gestorben,

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren; mein leiblicher Vater ist gestorben, zu dem ich seit dem 5. Lebensjahr keinerlei Kontakt habe, er ist für mich eine fremde Person! NEr hat 3 Brüder und sein Vater lebt noch, dieser möchte jetzt eine Vollmacht von mir, um alle Formalitäten regeln zu können (Beerdigung etc.), Ich möchte aber mit dem Ganzen nichts zu tun haben und das Erbe ausschlagen, ausserdem bin ich nicht bereit für die Beerdigungskosten aufzukommen, da ich dafür auch nicht die finanziellen Mittel habe. Wie muss ich jetzt handeln und muss ich erstmal abwarten, das ich vom Nachlassgericht schriftlich über Alles informiert werde, da ich auch mit den Angehörigen des Verstorbenen nichts zu tun haben möchte?
Gepostet: vor 4 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nutzung von Justanswer.

Gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Wenn Sie ausschlagen wollen, beginnt jetzt mit der Kenntnis vom Eintritt des Erbfalls schon die sechswöchige Frist zu laufen.

Sie müssen beim Nachlassgericht - Amtsgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen - die Ausschlagung des Erbes erklären.

Die Beerdigungskosten sind aus der Erbmasse zu zahlen. Die anderen Erben müssten dies dann besorgen.

Ist das Erbe aber insgesamt überschuldet und kann die Beerdigungskosten nicht decken, dann wird das Sozialamt einspringen.

Dieses wird dann aber bei Ihnen Regress nehmen wollen.

Im Detail richtet sich nach dem Bestattungsgesetz Ihres Bundeslandes.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ich bin der einzige Abkömmling des Verstorbenen, somit wären ja dann meine Kinder die nächsten Erben, wenn ich das Erbe ausschlage, oder? Was müssen wir in diesem Fall tun oder beachten?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Gesetzliche Erben wären neben Ihren Kindern aber auch die Eltern des Verstorbenen.

Lediglich die 3 Brüder würden nicht erben.

Am besten wäre es, wenn Sie sich mit dem Vater des Verstorbenen in Verbindung setzen und umgehend klären, ob es nicht vielleicht sogar ein Testament gibt.
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ein Testament ist nicht vorhanden. Müssen wir für unsere Kinder das Erbe ausschlagen, sie sind erst 11 und 4 jahre alt oder wie verhält es sich damit?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Die Kinder könnten das Erbe noch gar nicht bekommen, wenn dieses auch Schulden enthält.

Daher muss von Ihnen die Ausschlagung dann auch für die Kinder erklärt werden.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Muss ich , im Zuge der Ausschlagung des Erbes, gleich mitteilen, dass ich nicht bereit und nicht in der Lage bin die Beerdigungskosten zu übernehmen? Oder reicht es darauf einzugehen, wenn Regressansprüche an mich gestellt werden?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Nein, das müssen Sie nicht. Erst wenn sich diesbezüglich jemand bei Ihnen meldet, teilen Sie dies ausdrücklich mit.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Kann ich auch beim für meinen Wohnort zuständigem Amtsgericht die Ausschlagung des Erbes veranlassen? Der Verstorbene wohnt 300 km entfernt von meinem Wohnort und ich habe, aus Berufstätigkeitsgründen zur Zeit keine Möglichkeit dort hinzureisen. Mir wurde nur telefonisch der Sachverhalt mitgeteilt.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Sie können das Erbe schriftlich ausschlagen, schicken also ein Einschreiben an das andere Gericht.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Welche Informationen muss diese Schreiben beinhalten, muss ich Papiere beifügen, wie zum Beispiel Geburtsurkunde o.ä.?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ja, eine Kopie der Geburtsurkunde als Nachweis, dass Sie sein Kind sind, reicht aus.

Dann teilen Sie nur mit, dass Sie das Erbe ausschlagen.



An das Amtsgericht (zuständig ist das Gericht am letzten Wohnort des Erblassers)

- Nachlassgericht -





Nachlass der/des am (Datum) verstorbenen (Name, Geb.Datum und letzter Wohnort)

Ich bin alleiniger/testamentarischer/gesetzlicher Erbe/Miterbe des/der Verstorbenen

Hier: Erbschaftsausschlagung

Sehr geehrte Damen und Herren,



am ....... habe ich von der Erbschaft des Herrn/Frau (meines Vaters, meiner Mutter, meines Onkels, meiner Tante, meines Bruders, meiner Schwester usw.) (Name des/der Verstorbenen) erfahren, diese Erbschaft schlage ich hiermit aus.



Ort, Datum

Unterschrift
Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Reicht es eigentlich aus, dass ich telefonisch von der Familie über den Tot meines Vaters informiert wurde oder müsste ich von offizieller Seite ( Behörde, Gericht) darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass ich Erbe bin? Kann ich die Ausschlagung in dem Schreiben, gleich für meine Kinder mit angeben?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Ja, das ist ausreichend.

Ja, für die Kinder sollten Sie dies gleich miterledigen.

Kunde: hat geantwortet vor 4 Jahren.
Müsste ich mich, nachdem ich das Schreiben ans Gericht versandt habe, noch um andere Dinge kümmern (z.B. bezüglich der Beerdigung )? Oder sollte ich dann abwarten, ob und was oder wer noch auf mich zukommt?
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 4 Jahren.
Im Grunde genommen müssten Sie sich dann um gar nichts weiter kümmern und können abwarten.

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