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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26742
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Sehr geehrte Damen und Herren, ersetzt eine Generalvollmacht

Kundenfrage

Sehr geehrte Damen und Herren,

ersetzt eine Generalvollmacht ein Testament?
Meine Schwester ist von unserer gemeinsamen Tante (die Tante ist die Schwester unserer verstorbenen Mutter) 2003 mit einer Generalvollmacht ausgestattet worden. Meine Schwester hatte von da an Zugang zu allen Konten (mit Stand 2006 nachweisbares Gesamtvermögen ca. 180.000 € plus). Jetzt ist die Tante im Alter von 92 Jahren verstorben. Obwohl die Verstorbene regelmäßige höhere Einkünfte durch mehrere Rentenansprüche hatte und seit Ausstellung der Vollmacht nur noch selten ihre Wohnung verlassen hat, erhielt ich von meiner Schwester die Auskunft, dass erstens nach Abzug der Kosten für die Bestattung kaum noch Vermögen übrig sei und zweitens sie durch die Klausel in der Generalvollmacht "Diese Vollmacht soll durch meinen Tod nicht erlöschen..." alleinige Erbin sei???
Es wäre sehr freundlich, wenn Sie mir mitteilen, ob ich trotzdem Erbanspruch anmelden kann und welche Schritte ich einleiten müsste. Weitere Erben außer meiner Schwester und mir gibt es nicht.
Mit freundlichen Grüßen

Günter Stephan
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Nein, in keinem Fall.

Der Tod Ihrer Tante führt zwar nicht zum Erlöschen der Vollmacht (Palandt/Heinrichs, § 168 BGB Rdnr. 4).

Die gesetzliche Erbenstellung wird aber durch die Vollmacht nicht ersetzt. Sie und Ihre Schwester sind nach wie vor Erben der zweiten Ordnung nach § 1925 BGB.

Zwar besteht die von der Tante erteilte Vollmacht über den Tod hinaus, jedoch beeinflusst diese Vollmachtserteilung die Erbenstellung in keiner Weise.

Sie als Erbe können die Vollmacht über den Tod hinaus sofort und wirksam widerufen.

Sofern die Schwester mittels dieser Vollmacht Verfügungen getroffen hat (Abhebungen getätigt,..) ist sie Ihnen gegenüber zur Auskunft verpflichtet.

Sofern die Schwester aufgrund der Vollmacht Gelder abgehoben hat, so muss Sie Ihnen darlegen welchen Grund diese Abhebungen jeweils gehabt haben.




Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren. Sie akzeptieren in dem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren und angemessen zu vergüten. Beachten Sie bitte, dass eine kostenlose Rechtsberatung in der Bundesrepublik Deutschland nicht gestattet ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt



Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
RASchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
zu welchen Schritten raten Sie mir:
- beim Nachlassgericht Detmold (letzter Wohnsitz der Verstorbenen)vorsprechen, obwohl meine Schwester schon dort war
- einen Erbschein beantragen, obwohl meine Schwester bereits einen beantragt hat, den sie mir aber nicht geben wird
- wie kann ich meinen Erbanspruch anmelden, nachdem meine Schwester mitgeteilt hat, dass sie die einzige Erbberechtigte ist?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich finde keine Antwort auf die nachgestellten Fragen?!
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachricht:

Bitte entschuldigen Sie die verspätete Rückmeldung.

Ja, ein Erbscheinsantrag ist zwar nicht unbedingt erforderlich, in Ihrem Falle jedoch sinnvoll, wenn Sie von den Banken Auskunft benötigen oder die Vollmacht widerrufen wollen.

Im Regelfall werden Banken nur bei Vorlage eines Erbscheins tätig.

Den Erbanspruch lassen Sie durch den Erbscheinsantrag feststellen.

Das Nachlassgericht prüft in Ihrem Falle (aber auch beim Antrag der Schwester) wer aufgrund welcher Tatsachen (gesetzliche Erbfolge, Testament) Erbe geworden ist.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl Rechtsanwalt