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ClaudiaMarieSchiessl
ClaudiaMarieSchiessl, Rechtsanwältin
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 16564
Erfahrung:  Seit 20 Jahren als Rechtsanwältin zugelassen, Korrespondenzsprachen: deutsch und englisch, umfangreiche und langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Erbrechts, zwei Fachanwaltstitel
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ClaudiaMarieSchiessl ist jetzt online.

In einem Erbfall wurden folgende nichtverwandte Personen bedacht: Person

Kundenfrage

In einem Erbfall wurden folgende nichtverwandte Personen bedacht:

Person A: 50% des Gesamtvermögens (Alleinerbe)
Personen B, C, D, E: restliche 50% des Vermögens (Begünstigte nach §1939 BGB)

Das Vermögen besteht aus Barmittel, Fondanteilen und einer Immobilie.

1) Person E verstarb vor Antritt. Gilt die Anwachsung nach §2158 BGB nur für die verbliebenen B, C und D oder ist anteilig auch A zu bedenken. B, C und D sind nicht Vermächtnisnehmer eines klar umrissenen Gegnstandes wie beispielsweise eine Immobilie oder ein Kunstwerk etc.

2) Person A muss die Begünstigtenanteile auszahlen. Der Erblasser verstarb Apr. 2011. B und C bekamen je 50 TEuro unmittelbar als Abschlag überwiesen. Person D konnte erst Nov. 2011 ermittelt werden. Deshalb verzögerte sich die finale Abwicklung des Erbes. Die Immobilie wurde im Dez. 2011 verkauft; der Kaufpreis wurde Jan. 2012 entrichtet.

Frage: haben die Begünstigten B, C und D Anspruch auf den Verkaufserlös (200 TEuro) oder ist der Wert der Immobilie zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers heranzuziehen (Gutachten liegt vor: 142 TEuro).

Gehe ich fehl in der Annahme, dass der Alleinerbe A das Gesamtvermögen zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers hätte bewerten und spätestens 6-8 Wochen nach der Testamentseröffnung den Anteil von 50% des Gesamtvermögens an die Begünstigten auszahlen müssen? Fällt der Mehrwert zwischen Gutachten und Verkaufserlös der Immobilie dem Alleinerben zu oder muss er ihn mit den Begünstigten teilen?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Ich gehe zunächst davon aus, dass B, C, D E nach Ihren Angaben nicht Erben, sondern Vermächtnisnehmer sind

Ein Vermächtnis ist dann gegeben, wenn der Bedachte nur einen Anspruch gegen den Erben auf übertragung erhält, und nicht in die Rechtsstellung des Erben eintritt.



§ 2158 BGB sagt zwar ganz klar, dass wenn mehreren derselbe Gegenstand vermacht ist, bei Wegfall des einen der Anteil dann den anderen anwächst, erstreckt diese Rechtsfolge aber auch auf den Fall, dass der Erblasser die Anteile der Bedachten bestimmt hat.

Gegenstand meint aber nicht eine Sache, die nach § 90 BGB als körperlicher Gegenstand im bürgerlichen Recht definiert ist , sondern vielmehr das Vermächtnis als solches.


Der Anteil am Vermächtnis wächst also an und zwar allen, auch dem A, da der Erbalsser ja bestimmt hat, dass das Erbe aufgeteilt werden soll.

Bei Immmobilien nimmt man stets den Verkaufserlös, da das Gutachten, das ja nur eine Prognose darstellt, durch diesen überholt ist.

Zudem können einzelne Gutachter zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen gelangen.

Den Mehrwert hat er mit den Begünstigten zu teilen, da der Erblasser ganz klar wollte, dass das gesamte Erbe aufgeteilt wurde.

Eine bestimmte Frist innerhalb derer ein Erbe ausbezahlt werden mus gibt es nicht.


Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantworten konnte. Sehr gerne können Sie weitere Fragen an mich stellen.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin


Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich um Akzeptierung

Danke







Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


haben Sie noch Fragen ? Sehr gerne


Wenn nicht bitte ich um Akzeptierung

Danke
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Folgefrage, sehr geehrte Frau Schiessl:

Wenn Person A (Alleinerbe) die Immobilie nicht verkaufen, sondern selbst nutzen möchte, auf Basis welchen Wertes soll sie die Begünstigten auszahlen? Muss nicht eine juristisch belastbare Lösung gesucht werden?
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


wird die Immobilie selbst genutzt und nicht verkauft kann nur der durch das Gutachten bestimmte Wert zugrunde gelegt werden.

Einen Verkaufsrlös gibt es dann ja nicht.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin


Wenn ich Ihre Frage beantwortet habe bitte ich um Akzeptierung.




ClaudiaMarieSchiessl und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Frau Schiessl, hier die Antwort einer Richterin am OLG Münster:

Vermächtniswert zum Zeitpunkt des Todes. Der Verkaufserlös der Immobilie ist nicht relevant, denn ein verbindlicher, notarieller Immobilienkaufvertrag war nicht Bestandteil des Vermächtnisses. Es kann lediglich das Wertgutachten angezweifelt werden.

Die Anwachsung kann, je nach Verständnis des Erblasserwillens, unter den verblieben Begünstigten aufgeteilt, als auch mit dem Erben geteilt oder nur dem Erben zufallen. Wichtig ist ob das Gericht den Willen des Erblassers bezüglich der Quotierung der Anteile unmissverständlich erkennt. 50% durch 4 Personen = 1/4 = 12,5% pro Person. Da jeder das bekommt, was ihm zusteht, darf er auch nicht mehr erhalten als 12,5%.

Sie haben recht, dass die Auszahlung des Vermächtnisses keiner strengen Zeitspanne unterliegt. Juristisch korrekt ist nach geltendem Recht sogar der Todestag auch der Auszahlungstag, resp. sobald das Testament eröffnet wird.

Besten Gruß

Pan Pavlakoudis
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,


wir machen es immer so, dass wir als Wert das zugrunde legen, was beim Verkauf erzielt wurde.

Schließlich ist eine Immobilie immer nur so viel wert wie man auf dem Markt für sie erhalten kann.

Von daher ist ein Gutachten stets eine Prognose und wird beim Verkauf von der Realität überholt.



Mit freundlichen Grüßen




Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht
Fachanwältin für Familienrecht


Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Und ist die Immobilie nicht verkäuflich, verzichten die Vermächtnisnehmer auf den ihnen zustehenden Anteil? Ein Gutachten zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers scheint nicht nur juristisch vernünftig. Immerhin ist den Vermächtnisnehmern nicht zuzumuten ewig auf die Auszahlung ihres Anteiles zu warten, ganausowenig wie das Finanzamt auf die Erbschafts-, resp. Schenkungssteuer.
Wie will der Fiskus bewerten, wenn nicht über ein Gutachten!? Und was für ihn gilt, kann nicht anderen vorenthalten werden.

Danke für Ihre Mühe und Gute Nacht

BG, P. Pavlakoudis
Experte:  ClaudiaMarieSchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Wenn sie nicht verkäuflich ist greift ja wieder das Gutachten.ES ist vom Ergebnis her aber auch seltsam, wenn ein Mehrerlös erzielt wird,der entgegen dem Willen des Erblassers nicht verteilt, sondern von einem alleine einbehalten wird.

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