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RASchiessl
RASchiessl, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 26578
Erfahrung:  Langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Zivilrechts
32916861
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RASchiessl ist jetzt online.

Der im Testament angeführte Testamentsvollstrecker ist verstorben.

Kundenfrage

Der im Testament angeführte Testamentsvollstrecker ist verstorben. Das Nachlassgericht hat einen Testamentsvollstrecker benannt, den die Erben ablehnen. Die Erben sind sich untereinander 100 prozentig über die Verteilung des Erbes einig. Sie möchten aber einen anderen Testamentsvollstrecker haben. Müssen wir uns an das Landgericht wenden?

Wolfgang Werner
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Sache nehme ich Stellung wie folgt:

Das Amtsgericht ist nach § 2200 BGB befugt den Testamentsvollstrecker zu ernennen.

Zwar liegt kein Ersuchen des Erblassers gem. § 2200 BGB vor, jedoch ist die Rspr hierbei relativ großzügig und nimmt einen dahingehenden Erblasserwillen bei einem Wegfall des Testamentsvollstreckers, etwa durch Kündigung, Nichtannahme des Amtes oder Tod des Amtsinhabers ohne Ersatztestamentsvollstrecker bereits dann an, wenn der Erblasser - hätte er die Veränderung vorhergesehen - vermutlich die Ernennung durch das Nachlassgericht gewünscht hätte.

Das Gericht hat bei der Ernennung ein sogenanntes pflichtgemäßes Ermessen. Das bedeutet, es muss prüfen ob unter Berücksichtigung der Lage des Nachlasses, der Interessen der Beteiligten und vor allem des mit der Testamentsvollstreckung vom Erblasser verfolgten Zwecks ein Testamentsvollstrecker zu ernennen ist (BayObLGZ 2003, 306).

Wichtig dabei ist, dass bei der Ernennung
das Gericht an die Weisungen des Erblassers, nicht aber an die Vorschläge und Wünsche der anderen Beteiligten gebunden (KG OLGE 40,132; OLG Hamm Rpfleger 1959,53; NK/Weidlich Rn 6), mögen sich auch die Erben auf einen ihnen genehmen Testamentsvollstrecker verständigt haben (KK-Erbrecht/Rott Rn 8).

Also, Sie haben mit einer Beschwerde dann erfolg, wenn das Gericht bei seiner Entscheidung nicht den mutmaßlichen Willen des Erblassers berücksichtigt hat. Also, wenn es jemanden ernannt hat, den der Erblasser nicht gewollt hätte. Die Tatsache dass Sie den Vollstrecker ablehnen kann das Gericht dagegen leider nicht berücksichtigen.

Eine andere Frage wäre, ob sich die Ernennung des Testamentsvollstreckers nicht bereits erledigt hat, wenn Sie sich über die Verteilung bereits einig sind, auch in diesem Falle müsste das Gericht die Ernennung aufheben, soweit sich die Vollstreckung auf die Verteilung beziehen sollte.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft zu haben und bitte meine Antwort zu akzeptieren.

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Falls Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Ich bin auch gerne bereit, Ihnen in anderen Angelegenheiten zur Seite zu stehen.

Beachten Sie bitte, dass das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen zu einer völlig anderen Beurteilung des Sachverhalts führen kann. Die Frage wurde beantwortet unter der Maßgabe, dass Sie die AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) gelesen haben und bereit sind, meine Antwort nach den gesetzlichen Vorgaben zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt
Experte:  RASchiessl hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Georg Schiessl
Rechtsanwalt