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Mikael Varol
Mikael Varol, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 313
Erfahrung:  Rechtsanwalt
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Mikael Varol ist jetzt online.

Ich lebe seit 19 Jahren bei meinem Lebensgefährten (Österreicher)

Kundenfrage

Ich lebe seit 19 Jahren bei meinem Lebensgefährten (Österreicher) in Österreich. Da wir zu gleichen Teilen (lt. Grundbuch) ein Haus bestizen, möchten wir unsere Testamente auf Gegenseitigkeit abfassen. Meine nächste Verwandtschaft besteht aus meiner Mutter, meiner Schwester (+Schwager) und deren Tochter. Da mein Lebenspartner und ich hart für dieses Haus gearbeitet haben, möchte ich, dass er meinen Hälfteanteil weitgehend erhält. Was muss ich im Testament anführen, damit dies der Fall ist? Was würde sich durch unsere Heirat ändern?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Mikael Varol hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworten möchte:

Bitte beachten Sie, dass die nachstehenden Ausführungen lediglich eine erste rechtliche Einschätzung auf Grundlage Ihrer Angaben darstellen.

Ihr Ziel, dass Ihr Partner Ihre Hälfte des Hauses erhält, können Sie dadurch erreichen, dass Sie ihn als Alleinerben einsetzen. In diesem Fall werden Ihre Erbberechtigten enterbt und erhalten lediglich einen Pflichtteilsanspruch, der sich auf eine Geldzahlung richtet.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in dieser Sache einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen konnte. Ich weise Sie darauf hin, dass Ihre Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung beantwortet wurde und eine endgültige Einschätzung der Rechtslage nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich ist. Die Antwort dient einer ersten rechtlichen Einschätzung. Dies kann jedoch eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen. Ich weise Sie zudem darauf hin, dass das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann.

Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.



Mit freundlichen Grüßen


Mikael Varol
Rechtsanwalt

Experte:  Mikael Varol hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

meine Ausführungen möchte ich wie folgt ergänzen. Ohne Testament ändert auch eine Heirat nichts an der Gefahr, dass die Hälfte Ihres Hauses auf „aufgeteilt" werden würde, soweit Sie keine Kinder haben. Erben erster Ordnung wären Ihre Kinder (§ 1924 Abs. 1 BGB). Wenn Sie heiraten und keine Kinder haben, dann sind Ihre Eltern gemäß § 1925 Abs. 1 BGB Erben zweiter Ordnung. Ihr zukünftiger Ehemann würde sodann, soweit Kinder vorhanden wären, gemäß § 1931 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 1371 Abs. 1 BGB insgesamt ½ Ihres Vermögens erben, wozu auch das Haus gehört. Sollten Sie kinderlos sterben, dann erbt Ihr zukünftiger Ehemann gemäß § 1931 Abs. 1 BGB, 1371 Abs. 1 BGB im Fall der gesetzlichen Erbfolge insgesamt ¾ Ihres Vermögens. Um also dafür Sorge zu tragen, dass Ihr Freund oder zukünftiger Ehemann Ihren Anteil des Hauses erhält sollten Sie ihn als Alleinerben einsetzen.

Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.



Mit freundlichen Grüßen


Mikael Varol
Rechtsanwalt

Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Varol,
vielen Dank für die Ergänzung. Habe ich das richtig verstanden? Da wir keine Kinder haben, würde ich meinen jetzigen Lebensgefährten als Alleinerben einsetzen. Er bekäme dann von meinem Anteil im Falle meines Ablebens 75%. Daran würde sich auch in der Konstellation Alleinerbe im Testament + Ehegatte nichts ändern? - Die restlichen 25% fielen dann zu gleichen Teilen (je 12,5%) an meine Mutter, bzw. meine Schwester?
Kann dieser Anteil reduziert werden?
Experte:  Mikael Varol hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben das leider falsch verstanden. Diese Ausführungen (1/2 und ¾ etc) gelten für den Fall, dass Sie kein Testament haben und ihn heiraten. Wenn Sie Ihren Freund/Ehemann als Alleinerben einsetzen, dann erhält er sozusagen 100%. Die, die Sie dadurch enterbt haben,z.B. Ihre Mutter erhält nur den Pflichtteil, aber nur, wenn Sie keine Kinder haben. Um wirklich sicher zu gehen sollten Sie Ihren Freund/Ehemann in jedem Fall testamentarisch als Alleinerben einsetzen. Sollten Sie zB später doch Kinder haben, dann können diese, wenn keine Kinder vorhanden sind, zB Ihre Mutter gegen Ihren Ehemann den Pflichtteil geltend machen. Dieser Anspruch ist lediglich auf eine Geldleistung gerichtet. Das Haus wäre somit sicher (vorausgesetzt, Ihr Freund kann die Pflichtteilsberechtigten bezahlen und muss nicht dafür das Haus verkaufen. Das ist dann aber ein allgemeines Lebensrisiko, worauf Sie keinen Einfluss haben).

Soweit Sie keine weiteren Nachfragen haben, bitte ich höflich gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform meine Antwort zu akzeptieren indem Sie auf das grüne Feld "Akzeptieren" klicken.



Mit freundlichen Grüßen


Mikael Varol

Rechtsanwalt



Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Varol,
leider sehe ich noch immer nicht völlig klar: Also ich setze meinen jetzigen Lebensgefährten als Alleinerben ein. Kinder sind keine vorhanden, werden auch nicht vorhanden sein. Im Falle meines Ablebens erhält mein Lebensgefährte "nahezu" 100%? Darin sehe ich jetzt eine kleine juristische Unschärfe. Wie hoch wäre denn nun der prozentuelle Pflichtanteil meiner Mutter und meiner Schwester? Verstehe ich das richtig, dass eine Heirat für die Aufteilung der Pflichtanteile nicht von Bedeutung ist? Ich frage deshalb so genau, weil umgekehrt im österreichischen Erbrecht eine Heirat die Pflichtanteile auf ein Drittel einkürzen würde. Ich bitte Sie um Verständnis, aber Ihre Antwort ist für die einzige Grundlage zur Abfassung meines Testaments.
Experte:  Mikael Varol hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

wenn Sie Ihren Freund als Alleinerben einsetzen, dann wir er zu 100% Erbe. Von „nahezu" war keine Rede. Wenn Sie das so verstanden haben, dann ist dies eher darauf gerichtet, dass z.B. Ihre Mutter und Ihre Schwester eine Quote in Form des Pflichtteils erhalten (also auch vom Wert Ihres Hauses), was ihnen allerdings keinerlei Rechte an dem Haus einräumt.

Eine Heirat hat auch einen Einfluss auf den Pflichtteil. Denn die Quote Ihrer Mutter und Ihrer Schwester würde wegen § 1371 BGB durch die Heirat geschmälert werden, da die Höhe der Erbquote eines Ehegatten sich danach erhöht (vgl. bereits obige Ausführungen). Trotz der testamentarischen Einsetzung sind die Vorschriften von Bedeutung, da der Pflichtteil in der Weise berechnet wird, als ob lediglich gesetzliche Erbfolge eingetreten wäre. Wenn Sie wollen, dass Ihr Freund/Ehemann so viel wie möglich erhält, dann müssen Sie ihn, unabhängig einer Heirat, als Alleinerben einsetzen.

Die Antwort dient auf solch einer Plattform ausschließlich einer ersten rechtlichen Einschätzung. Dies kann jedoch eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen.

Wenn Sie ein nach Ihren Wünschen sicheres Testament errichten wollen, dann kann ich Ihnen gerne dabei behilflich sein. Aber haben Sie bitte Verständnis dafür, dass das in diesem Rahmen auf dieser Plattform und zu diesem ausgelobten Preis nicht erfolgen kann. Das ist nicht Sinn dieser Plattform. Es soll lediglich eine erste Einschätzung geben.

Sehr gerne können Sie mich in dieser weitergehenden Angelegenheit auch beauftragen. Dank Email, Fax und Telefon stellt auch die Vertretung über größere Entfernung kein Problem dar.

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Mit freundlichen Grüßen


Mikael Varol
Rechtsanwalt

Mikael Varol und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Herr Varol,
vielen Dank für Ihre Antwort. Je detaillierter die Antwort ausfällt, desto undurchschaubarer wird sie für einen Laien. Sie haben natürlich recht - sie schrieben: "sozusagen" 100%. Für mich als Bilanzbuchhalterin erweist sich allerdings auch dies - ebenso wie "nahezu" mathematisch als etwas unscharf. Ich habe jedoch natürlich Verständnis dafür, dass eine weitere Fragestellung den Rahmen dieses Forums sprengen würde. Deshalb akzeptiere ich Ihre Antwort.
Ganz unverbindlich: Wie hoch wären denn "sozusagen" Ihre Gebühren, wenn Sie für mich ein entsprechendes Testament "ex foro" abfassen würden?
Experte:  Mikael Varol hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Akzeptierung meiner Antwort.

Bitte richten Sie Ihre unverbindliche Anfrage bzgl. der Gebühren zur Testamentserrichtung an meine im Profil hinterlegte Emailadresse. Sodann würde ich nochmal nach einigen Informationen fragen, um anschließend Ihnen eine Summe der möglichen Gebühren nennen zu können. Beziehen Sie sich bitte bei Ihrer Anfrage auf unsere hiesige Unterhaltung.

Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Restwochenende und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Mikael Varol
Rechtsanwalt

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