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RAScholz
RAScholz, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 1976
Erfahrung:  Rechtsanwalt
33130353
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
RAScholz ist jetzt online.

Ein Mann (V) stirbt an einem Herzinfarkt im Ausland. Er ist

Kundenfrage

Ein Mann (V) stirbt an einem Herzinfarkt im Ausland. Er ist in vierter Ehe seit 1,5 Jahren verehiratet, und seine Frau ca. 20 Jahre jünger. V war 61 Jahre. V hat mit jeweils 2 seiner Ex-Frauen 2 Kinder, die alle volljährig sind.
Es exististiert ein Testament (1), das bei einem RA hinterlegt wurde. Es existiert ein Testament (2), dass einige Tage vor seinem Tod (ca. 14 Tage) verfasst wurde, dass aber zu Hause lag.
V sollte jedoch einen Bypass bekommen, Entgegen der Ratschläge der Ärzte, entschied er sich den Urlaub anzutreten.
Eine Obduktion fand nicht statt; aus Pietätsgründen konnnten die Kinder dies in solch kurzer Zeit nicht veranlassen. Der V wurde inzwischen eingeäschert und bestattet. Der Wille des Verstorbenen in der See bestattet zu werden, wurde von der Witwe (W) insofern mißachtet, dass sie ihn in der Nähe seines Anwesens auf einem Friedhof beigesetzen ließ, mit der Begründung, sie brauche einen Ort zum Besuchen o.ä..
Testament (1): Alle Kinder zu gleichen Teilen. Zu der Zeit ledig.
Testament (2): a. Ehefrau: Aleinerbin, b. Kinder: Pflichtteil.
Testamente jeweils handschriftlich, mit den notwendigen Angaben.
Es gibt einen gedruckten Brief, in dem er seiner ältestesten Tochter alles versprach. (ERblassankündigung).
Mit seinen anderen Kindern bestand nur Kontakt über RA.

Frage: welche Möglichkeiten habe die Kinder?
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich gilt:

Das jüngere Testament widerruft das ältere Testament, § 2258 BGB.

Die Kinder haben die Möglichkeit, das Testament anzufechten. Hier hätten sie aber zu behaupten und zu beweisen, dass der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärungen im Testament im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde. Auch wäre das ältere Testament dann durch die Kinder anfechtbar, wenn sie nachweisen könnten, dass der Erblasser zum Zeitpunkt der Errichtung nicht mehr testierfähig war, § 2229 Abs. 4 BGB.

Die Anfechtung hat innhalb eines Jahres zu erfolgen, § 2082 BGB

Die Anfechtung erfolgt durch Anfechtungserklärung ggü. dem Nachlassgericht, das ist das Gericht oder Notariat (in Baden-Württbrg.), in dessen Bezirk der Erblasser seinen Wohnsitz hatte.

Der gedruckte Brief dürfte ein Testament nicht darstellen, denn ein Testament hätte eigenhändig ge- und unterschrieben vom Erblasser verfasst werden müssen. Ohnehin könnten sich die älteste Tochter auf den Inhalt als letztwillige Verfügung nur dann berufen, wenn sie nach Testament zwei verfasst worden sein sollte.

Der Brief kann aber jedenfalls von der genannten Tochter in einem Anfechtungsverfahren als Beweis dafür angeboten werden, dass der Erblasser etwas anderes als testiert gewollt hat. Das Gericht würde dann letztlich eine Würdigung dieses Beweises vornehmen.

Ich hoffe, weitergeholfen zu haben, bei Unklarheiten fragen Sie nach. Wenn Ihre Frage beantwortet ist, bitte ich, die Antwort gemäß den Vorgaben dieser Plattform zu akzeptieren. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Scholz
Rechtsanwalt

Experte:  RAScholz hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihnen die Antwort weitergeholfen hat, bitte ich, durch Anklicken des Buttons "Antwort akzeptieren" meine Antwort zu akzeptieren, denn nur so kann der von Ihnen für die Beantwortung Ihrer Frage versprochene Betrag auch abgerechnet werden. Vielen Dank und

freundlichen Grüße

Scholz
Rechtsanwalt

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