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Advopro
Advopro, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 9380
Erfahrung:  Zweites StaatsexamenDiplom Jurist
26039601
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Guten Tag. Ich habe folgendes Schreiben der Stadt Velten erhalten. Aufruf

Kundenfrage

Guten Tag.
Ich habe folgendes Schreiben der Stadt Velten erhalten.
Aufruf an Eigentümer bzw. deren Erben von Bodenreformgrundstücken. Im Rahmen der Amtshilfe für das Land Brandenburg veröffentlicht die Stadt Velten für die Stadt nachfolgend aufgeführte Bodenreformeigentümer und deren Bodenreformgrundstücke. Mit dieser Mitteilung habe ich erfahren, dass meine verstorbenen Eltern 3 zusammnen-hängende Grundstücke hatten. Von 6 Geschwister bin ich der Einzige, dessen Adresse die Stadt Velten erfahren konnte. Wie in dem Schreiben zu lesen war, hat das BGH vom 7.12.2007, Az V ZR 65/07, entschieden, dass die vor dem 3.10.2000 geübte Praxis des Landes Brandenburg in Bezug auf Grundstücke aus der Bodenreform, deren Eigentümer bzw. Erben dem Land zum damaligen Zeitpunkt unbekannt waren, nicht rechtmäßig war.
Die Grundstücke sind Acker- und kein Bauland. Auf dem 12m langen und 299 qm großen mittleren Grundstück, ist nach der Wende eine Landesstraße gebaut worden. Das Land bietet uns für dieses Straßenstück 0,53 € / qm an. Der Erlös steht somit in keinem Verhältnis zum finanziellen Aufwand, das Erbe anzutreten. Alle Erben wohnen in verschiedene Bundesländer. Das Amtsgericht der Erblasser aufzusuchen ist mit enormen Kosten verbunden. Durch den Tod meiner Schwester, sind deren 3 Kinder und der Ehemann, mit uns verbleibenden 5 Geschwister eine Erbengemeinschaft. Wir wollen alle auf das Erbe verzichten.
Was müssen wir tun, um das zu érreichen.
Besten Dank für die Auskunft.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.

Sehr geehrter Ratsuchender,





vielen Dank für Ihre Anfrage .

Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:







Der richtige Weg wäre hier in der Tat eine Ausschlagung der Erbschaft.

 

 

Die Ausschlagung der Erbschaft wäre schriftlich gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz gehabt hat) zu erklären.

 

 

Problematisch ist allerdings, dass es nach dem Gesetz eine Frist für die Ausschlagung der Erbschaft gibt. Diese Frist beträgt sechs Wochen.

 

 

Die Frist beginnt bei der gesetzlichen Erbfolge (also wenn kein Testament vorhanden gewesen ist) mit Kenntnis der gesetzlichen Erben vom Tod des Erblassers.

 

 

Sofern es eine Verfügung von Todes wegen (insbesondere Testament) gegeben hat, beginnt die Frist erst mit Kenntnis vom Tod des Erblassers und zusätzlich mit Kenntnis von der Verfügung von Todes wegen, also z.B. dem Testament.

 

 

Nachfolgend habe ich Ihnen einen interessanten Link zu diesem Thema beigefügt:

 

 

http://www.internetratgeber-recht.de/Erbrecht/frameset.htm?http://www.internetratgeber-recht.de/Erbrecht/Ausschlagung/ade.htm

 


Ihrer Schilderung kann ich nicht entnehmen, wann ihre Eltern gestorben sind und wann sie Kenntnis hiervon hatten (beziehungsweise ob es ein Testament gegeben hat und wann sie hiervon Kenntnis hatten).

 

Sofern allerdings die Frist bereits abgelaufen ist, kommt eine Ausschlagung grundsätzlich nicht mehr in Betracht.

 

Sollte sich aufgrund der neu eingetretenen Erkenntnisse herausgestellt haben (also nach Ablauf der eigentlichen Frist angefochten werden), dass der Nachlass aufgrund der neuen Sachlage überschuldet ist,so könnte die Versäumnis der Ausschlagungsfristunter Umständen angefochten werden mit dem Ergebnis, dass eine Ausschlagung doch noch möglich ist.

 

Dieses wäre durchaus ein Ansatzpunkt, den sie nachgehen sollten. Im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne kann dieses aber leider nicht abschließend geklärt werden, da hierfür eine intensive Beratung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles erforderlich ist, was grundsätzlich nur bei einem Kollegen vor Ort im Rahmen eines Mandatsverhältnisses möglich ist.

 

Im Ergebnis rate ich Ihnen und der Erbengemeinschaft somit an, schnellstmöglich einen Fachanwalt für Erbrecht vor Ort mit der abschließenden Klärung der Sach- und Rechtslage und gegebenenfalls der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen.







Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.



Sofern Sie mit meiner Antwort zufrieden sind möchte ich Sie höflich bitten meine Antwort gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen dieser Plattform zu akzeptieren.



Sie akzeptieren meine Antwort, indem Sie unter meiner Antwort einmal auf das grüne Feld „akzeptieren“ klicken.



Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Sonntagnachmittag!



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt



Advopro und 3 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Guten Abend.
Danke erst einmal für Ihre schnelle Antwort. Unser Vater ist 1972 und die Mutter 1995 verstorben. Ein Testament hat es nie gegeben. Die Stadt Velten hat nur mich, mit Schreiben auf die Veröffentlichung in ihrem Schaukasten für amtliche Bekanntmachungen in Kenntnis gesetzt. Der Schaukkasten ist 880 Km von mir entfernt. Die Stadt hat aber auch mit ihrem Schreiben einen Aufruf des Ministerium für Finanzen des Landes Brandenburg, an die Eigentümer bzw. deren Erben von Bodenreformgrundstücken geschickt, in dem die Grundstücke auf dem Namen unseres Vaters, nicht der Mutter, aufgeführt sind.
Das ist doch aber keine Benachrichtigung des Nachlassgerichtes oder ?
Gilt dann trotzdem die 6-wöchigen Ausschlagungsfrist ?
Experte:  Advopro hat geantwortet vor 5 Jahren.
vielen Dank für den Nachtrag.

Hierbei handelt es sich nicht um eine Benachrichtigung durch das Nachlassgericht. Dieses ist auch zwangsläufig nicht erforderlich.

Hier ein Umstand bekannt geworden ist, der auf die Entscheidung zur Ausschlagung Auswirkungen gehabt hätte. Dieses lässt sich meiner Einschätzung nach hier zumindest argumentieren.

Die Frist von sechs Wochen gilt hier wie bereits ausgeführt. Die Versäumnis dieser Frist könnte aufgrund des neuen Umstandes aber gegebenenfalls angefochten werden.

Vor diesem Hintergrund würde ich Ihnen empfehlen einen Kollegen, der im Erbrecht spezialisiert ist, vor Ort aufzusuchen.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt