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hsvrechtsanwaelte
hsvrechtsanwaelte, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 1665
Erfahrung:  Mitglied der ARGE Verwaltungsrecht im DAV
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hsvrechtsanwaelte ist jetzt online.

Mein Vater hat ein Testament gemacht wo er seine Lebensgefährtin

Kundenfrage

Mein Vater hat ein Testament gemacht wo er seine Lebensgefährtin bedacht hat (sie soll 10000€ vom seinem Konto abheben).Laut Testment: Den Rest meines Guthabens vermache ich meinem Enkel, sowie ein PKW (ca. 10000€ wert.)
Da das Testament erst 5 Wochen nach dem Tode von der Lebensgefährtin angezeigt wurde, haben ich, das Sparkonto aufgelöst, die Beerdigung und alles andere (Strom ect.) bezahlt Auf dem Sparkonto waren 30000€.Ich musste jetzt den Erbschein zurückgeben.
Auf dem Amt sagte man mir sie würden das Testament an alle Beteiligten versenden. Zu meinem Pflichtteil, sagte sie müsse ich mich jetzt an meinen Sohn wenden, da hätten sie nichts mit zutuen.(Ich werde nicht gegen meinen Sohn Klagen, wir verstehen uns!)Würden das aber gerne gerecht Verteilen.
Jetzt meine Frage wie machen wir das jetzt richtig? Ich möchte mein Pflichtteil, wie wird das jetzt berechnet? Von der Gesamtmasse? Dann müssten wir ja an die Lebensgefährtin nicht die volle summe zahlen. Oder wie wird der Pflichteil jetzt berechnet.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  hsvrechtsanwaelte hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank XXXXX XXXXX Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Ist ein Abkömmling des Erblassers durch Verfügung von Todes wegen von der Erbfolge ausgeschlossen (Sie als Sohn), so kann er von dem/den Erben den Pflichtteil verlangen. Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Bei der Feststellung des für die Berechnung des Pflichtteils maßgebenden Erbteils werden diejenigen mitgezählt, welche durch letztwillige Verfügung von der Erbfolge ausgeschlossen sind oder die Erbschaft ausgeschlagen haben oder für erbunwürdig erklärt sind.

Der Berechnung des Pflichtteils wird der Bestand und der Wert des gesamten Nachlasses (Gesamtmasse) zur Zeit des Erbfalls zugrunde gelegt.

Der Wert ist, soweit erforderlich, durch Schätzung zu ermitteln. Eine vom Erblasser getroffene Wertbestimmung ist nicht maßgebend.

Sie können aber dazu gegenüber Ihrem Sohn als Erben verlangen, dass er Ihnen über den Bestand des Nachlasses Auskunft erteilt.

Der Pflichtteilsberechtigte kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des Verzeichnisses der Nachlassgegenstände zugezogen und dass der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird. Er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird.
Die Kosten fallen dem Nachlass zur Last.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Vielen Dank XXXXX XXXXX für Ihre Akzeptanz meiner Antwort; Rechtsrat darf hier nur gegen eine Vergütung erfolgen.
hsvrechtsanwaelte, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 1665
Erfahrung: Mitglied der ARGE Verwaltungsrecht im DAV
hsvrechtsanwaelte und 3 weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Mir geht es egendlich nur darum , was wir (mein Sohn und Ich) der Lebensgefährtin Auszahlen müssen!
Zurest den vollen Betrag 10000€ und dann den Pflichteil einklagen, oder direkt abziehen mit dem Vermerk Plichtteil. Mit meinem Sohn habe ich kein Problem. Er wusste das ich das Pflichtteil geltend machen möchte. Er hat auch schon das KFZ.
Experte:  hsvrechtsanwaelte hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank zunächst dafür, dass Sie meine bisherige Antwort akzeptiert haben.

Ich ergänze diese gerne wie folgt:

Der Erbe - Ihr Sohn - haftet für die Nachlassverbindlichkeiten.

Zu den Nachlassverbindlichkeiten gehören außer den vom Erblasser herrührenden Schulden die den Erben als solchen treffenden Verbindlichkeiten, insbesondere die Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen.

Der Erbe kann die Erfüllung eines ihm auferlegten Vermächtnisses soweit verweigern, dass die Pflichtteilslast von ihm und dem Vermächtnisnehmer verhältnismäßig getragen wird.

Ist der Erbe selbst pflichtteilsberechtigt, so kann er wegen der Pflichtteilslast das Vermächtnis soweit kürzen, dass ihm sein eigener Pflichtteil verbleibt.

Soweit die Theorie, jetzt die Praxis:

Beträgt der Gesamtnachlass (ca.) 40.000,- € (Sparkonto u. Pkw), beträgt der Pflichtteil von Ihnen als potentiellen Alleinerben die Hälfte von 30.000,- €, also (ca.) 20.000,- €.
Erbt nun Ihr Enkel allein und ist dieser mit dem Vermächntnis der Lebensgefährtin beschwert, so gilt:

Da Sie 20.000,- € verlangen können, erhalten Sie z. B. 20.000,- € vom Sparkonto (was die einfachste Lösung wäre, auch wenn Sie nur einen Anspruch darauf haben, aus dem gesamten Nachlass - Sparkonto, Auto, etc. - befriedigt zu werden), womit (ca.) 20.000,- € verblieben.

Ihr Sohn erhält als Enkel seines verstorbenen Großvaters jedenfalls abstrakt auch einen Pflichtteil, der ihm möglicherweise verblieben soll.
Ob dieses auch so ist müsste näher geprüft werden, dieses juristische Frage ist nicht ganz einfach und kann leider im Rahmen einer Erstberatung nicht geklärt werden, zumal der Wortlaut des Testaments nicht bekannt ist.

Jedenfalls wäre die verbliebenen 20.000,- € zwischen Ihrem Sohn und der Lebensgefährtin gleichermaßen aufzuteilen, es sei denn Ihr Sohn hat das ihm oben genannte Kürzungsrecht.

Wie gesagt, dafür ist leider eine weitere anwaltliche Beratung notwendig.



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