So funktioniert JustAnswer:
  • Fragen Sie einen Experten
    Tausende Experten in über 200 Kategorien.
  • Erhalten Sie eine professionelle Antwort
    Per E-Mail oder sofortiger Benachrichtigung, während Sie auf unserer Website warten.
    Stellen Sie ggf. weitere Anschlussfragen.
  • 100%ige Zufriedenheit garantiert
    Bewerten Sie die erhaltene Antwort.
Stellen Sie Ihre Frage an RA_UJSCHWERIN.
RA_UJSCHWERIN
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung:  Rechtsanwältin
61158677
Geben Sie Ihre Frage in der Kategorie Erbrecht hier ein
RA_UJSCHWERIN ist jetzt online.

Erben von Schulden Mein Vater ist vor kurzem verstorben und

Kundenfrage

Erben von Schulden
Mein Vater ist vor kurzem verstorben und hat gut 5.000 EUR Schulden auf seinem Konto hinterlassen. Meine Mutter lebt noch. Vermögenswerte sind so gut wie nicht vorhanden ( Möbel, Geschirr etc. ) . Nun bittet die betroffene Bank zum Gespräch.

Frage: Hafte ich als einziger Nachkomme für die Bankschulden?

P.S. die Beerdigungskosten habe ich auch bezahlen dürfen, mangels Sterbevericherung.
Gepostet: vor 5 Jahren.
Kategorie: Erbrecht
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Hier kommt es darauf an, ob ein Testament besteht.

Besteht keines, dann haben Sie und die Mutter den Vater beerbt.

Dann wurden hier auch die Schulden geerbt.

Sie sollten daher mit Ihrer Mutter sprechen und eine Ausschlagung des Erbes erörtern.

Dies ist binnen 6 Wochen nach dem Erbfall möglich.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Die 6 Wochen sind seit einer Woche verstrichen.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Dann kommt eine Ausschlagung nicht in Betracht.

Allerdings kann man den Nachlass immer noch in die Nachlassinsolvenz führen, um den Schulden zu entgehen.

Wenn Sie die 5T stemmen können, dann bereden Sie das mit der Bank.

Ansonsten gehen Sie nach Absprache mit Ihrer Mutter in die Nachlassinsolvenz.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
können sie den Begriff Nachlassinsolvenz bitte noch näher erläutern.
Experte:  raschwerin hat geantwortet vor 5 Jahren.
Bevor man ein Erbe annimmt, sollte man sich bei der Hausbank des Hinterblieben oder auch bei der Schuldnerkartei des Amtsgerichtes informieren, ob man ggf. eher Schulden statt Geld erbt und man dann besser eine Nachlassinsolvenz beantragt.

Mit der Annahme des Erbes werden außer dem Vermögen auch alle Verbindlichkeiten des Erblassers geerbt, also z.B. auch Schulden aus einem Kredit. Der Erbe haftet für die Schulden mit seinem eigenen Vermögen. Hat man die Ausschlagung des Erbes verpasst (6 Wochen nach Kenntnis des Erbfalls), kann man die Eröffnung der Nachlassinsolvenz beantragen. Dadurch wird Haftung des Erben für Nachlassverbindlichkeiten auf den Nachlass selbst beschränkt (§ 1975 BGB), mit der Folge, daß man wenigstens aus dem eigenen Vermögen nichts mehr zahlen muss.

Der Antrag auf Nachlassinsolvenz muss unverzüglich gestellt werden, sobald man Kenntnis von der Überschuldung des Erbes hat (§ 1980 BGB). Im Nachhinein ist dies sonst nicht mehr möglich.

Reicht der Nachlass nicht einmal aus, die Kosten des Verfahrens zur Nachlassinsolvenz zu decken, kann man noch die Dürftigkeitseinrede (§ 1990 BGB) einlegen. Dann kann der Erbe die Gläubiger auf die Nachlassgegenstände verweisen und muss diese den Gläubigern herausgeben.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
ich habe erst in der letzten Woche festgestellt dass das "Vermögen" sich auf Einrichtungsgegenstände beschränkt die bestenfalls Flohmarktcharakter haben oder durch eine Haushaltsauflösung abzuwickeln sind. Wertvolle Gegenstände hat mein Vater offensichtlich noch vor seinem Ableben veräußert.
Frage: Den Antrag auf Nachlassinsolvenz stelle ich beim Amtsgericht ?
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Werter Fragesteller,

gern führe ich ergänzend aus, da der Kollege bislang schon absolut zutreffend geantwortet hat:

Hier ist ein Antrag auf Nachlassinsolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht am Amtsgericht vor Ort zu stellen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

U.J. Schwerin
Rechtsanwältin
RA_UJSCHWERIN, Rechtsanwalt
Kategorie: Erbrecht
Zufriedene Kunden: 2625
Erfahrung: Rechtsanwältin
RA_UJSCHWERIN und weitere Experten für Erbrecht sind bereit, Ihnen zu helfen.
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich bin bislang sehr zufrieden mit Ihren Antworten. Noch eine letzte Frage:
Mit welchen Kosten ist bei einem Verfahren zu rNachlassinsolvenz zu rechnen ?
Kunde: hat geantwortet vor 5 Jahren.
Ich bin bislang sehr zufrieden mit Ihren Antworten. Noch eine letzte Frage:
Mit welchen Kosten ist bei einem Verfahren zur Nachlassinsolvenz zu rechnen ?

Vielen Dank
Experte:  RA_UJSCHWERIN hat geantwortet vor 5 Jahren.
Vielen Dank.

Die Kosten des Verfahrens werden aus der Erbmasse bedient - sofern Masse vorhanden ist.

Demnach wären Sie gem. § 58 Abs. 1 GKG grundsätzlich auch zur Kostentragung verpflichtet, da Sie die Antragstellung veranlaßt haben.

§ 58 GKG

(1) Die Gebühren für den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens und für die Durchführung des Insolvenzverfahrens werden nach dem Wert der Insolvenzmasse zur Zeit der Beendigung des Verfahrens erhoben. Gegenstände, die zur abgesonderten Befriedigung dienen, werden nur in Höhe des für diese nicht erforderlichen Betrags angesetzt.

(2) Ist der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens von einem Gläubiger gestellt, wird die Gebühr für das Verfahren über den Antrag nach dem Betrag seiner Forderung, wenn jedoch der Wert der Insolvenzmasse geringer ist, nach diesem Wert erhoben.

(3) Bei der Beschwerde des Schuldners oder des ausländischen Insolvenzverwalters gegen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder gegen die Abweisung des Eröffnungsantrags mangels Masse gilt Absatz 1. Bei der Beschwerde eines sonstigen Antragstellers gegen die Abweisung des Eröffnungsantrags gilt Absatz 2.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

U.J. Schwerin
Rechtsanwältin

Ähnliche Fragen in der Kategorie Erbrecht